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08.02.2016 | (rsn) - Acht Monate vor den Weltmeisterschaften in Doha beginnt am Montag die Katar-Rundfahrt, und beim Blick auf die Startliste fällt eines sofort auf: Das Team des Titelverteidigers fehlt. Etixx-Quick-Step, das in den vergangenen beiden Jahren mit Niki Terpstra triumphierte und acht der letzten zehn Ausgaben der Wüsten-Rundfahrt gewann, wurde 2016 nicht eingeladen.
Während Team-Manager Patrick Lefevere den Verzicht auf Katar noch Anfang Januar in Calpe damit erklärte, dass die Dubai Tour mehr zahlen würde, lieferte Scheich Khalid bin Ali Al Thani nun eine andere Erklärung ab: "Quick-Step ist ein wichtiges Team und hat hier viel gewonnen. Aber wir haben festgestellt - nicht erst letztes Jahr, sondern schon in den Jahren zuvor - dass es dort ein Problem mit der Disziplin gibt", sagte der Präsident des katarischen Radsport-Verbandes im Rahmen einer Pressekonferenz vor dem Start der 15. Auflage über das belgische Team.
"Sie fühlen sich zu sehr 'zuhause' hier und kommen viel zu spät zu den Zeremonien. Stattdessen geben sie Interviews, während wir warten - und unsere Zeit für die Live-Übertragung ist nunmal begrenzt, um die Siegerehrung zu zeigen. Wenn wir dann Leute schicken, um die Fahrer zu holen, geht man bei Quick-Step mit diesen Leuten nicht sehr nett um. Wir haben das Team gewarnt, es nicht mehr einzuladen, wenn es so weitergeht, und trotzdem war es letztes Jahr wieder genauso", sagte Al Thani.
Außerdem habe es einige Probleme im Teamhotel gegeben, die der Scheich nicht weiter erläutern wollte. Er betonte, dass man den Rennstall von Lefevere als großes Team schätze, aber mehr Respekt der Organisation und dem Rennen gegenüber erwartet habe. "Das ist der einzige Grund, warum wir ihnen keine Einladung geschickt haben. Wir hoffen, dass es eine Lehre ist und freuen uns, sie dann 2017 wieder einladen zu können."
Abgesehen von Etixx-Quick-Step fehlen mit Trek-Segafredo, Tinkoff, Movistar und Sky sowie Lotto-Soudal viele weitere WorldTour-Teams. Doch der Scheich erklärte, dass sie alle eingeladen worden seien, das Rennen aber nicht in ihren Kalender passte. Auch deshalb habe man sich bei der UCI inzwischen darum beworben, in Zukunft Teil der WorldTour zu sein.
Pikant an der Situation um Etixx-Quick-Step ist auch, dass der 2. Vorsitzende des Teams, Eddy Merckx, die Katar-Rundfahrt mitorganisiert. Er war nach der Pressekonferenz des Scheichs nicht zu einem erklärenden Statement zu bewegen. "Ich kann nicht mehr dazu sagen", so Merckx. "Er hat die Entscheidung getroffen." Radsport-News.com kontaktierte außerdem das Team selbst via eMail, bekam zunächst aber kein Stellungnahme.
Etixx-Quick-Step durfte in den vergangenen Tagen große Erfolge bei der Valencia-Rundfahrt sowie der Dubai Tour bejubeln, wo Marcel Kittel zwei Etappen und die gesamte Rundfahrt für sich entschied. Doch auch wenn die Dubai Tour erst am Samstag endete, ein Start bei beiden Wüstenrennen wäre möglich gewesen, wie unter anderem die Anwesenheit von Mark Cavendish (Dimension Data) in Dubai und Katar beweist. Eine Proberunde auf dem wie für Sprinter gemachten WM-Kurs von Doha hätte Kittel sicher gut gefallen.
In den vergangenen Jahren hatte man bei Etixx-Quick-Step beziehungsweise Omega Pharma-Quick-Step immer wieder unterstrichen, wie wichtig die windanfälligen Etappen in Katar als Teil der Vorbereitung für die Frühjahrsklassiker seien.
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