63. Critérium du Dauphiné: Wiggings im Gelben Trikot

Tony Martin besteht Tour-Test mit Bravour

Foto zu dem Text "Tony Martin besteht Tour-Test mit Bravour"
Tony Martin (HTC-Highroad) im Zeitfahren des 63. Critérium du Dauphiné Foto: ROTH

08.06.2011  |  (rsn) – Tony Martin (HTC-Highroad) hat auf der 3. Etappe des Critérium du Dauphiné für den zweiten Sieg eines deutschen Fahrers in Folge gesorgt. Nur 24 Stunden nachdem sein Teamkollege John Degenkolb im Sprint triumphiert hatte, gewann der 26 Jahre alte Eschborner mit Wohnsitz in der Schweiz das Zeitfahren von Grenoble, das in fünf Wochen auch im Programm der Tour de France steht.

Martin absolvierte bei wechselnden Witterungsbedingungen - streckenweise regnete es mehr oder weniger stark - den 42,5 Kilometer langen und mit zwei Anstiegen versehenen Kurs in der Zeit von 55:28 Minuten und war elf Sekunden schneller als der Brite Bradley Wiggins (Sky), der neuer Träger des Gelben Trikots ist.

Der bisherige Gesamtführende, der Kasache Alexander Winokurow (Astana), verlor 2:17 Minuten und landete abgeschlagen auf Rang 14. Der Belgier Jurgen Van den Broeck (Omega Pharma-Lotto), bisher Gesamtzweiter, handelte sich sogar 2:39 Minuten Rückstand auf den deutschen Zeitfahrmeister ein, der im Gesamtklassement weit zurückliegt und deshalb bereits gegen 13 Uhr 30 auf die Strecke ging.

„Ich bin sehr zufrieden, es war ein guter Test für die Tour de France, der mir Selbstvertrauen gibt. Ich muss bei der Tour aber noch schneller unterwegs sein angesichts von Konkurrenten wie Fabian Cancellara“, sagte Martin in einem ersten Kommentar. Der Allrounder hatte nach der Tour de Romandie eine vierwöchige Rennpause eingelegt und war direkt aus einem Trainingslager kommend zur Dauphiné angetreten.

An den ersten Tagen hatte er sich deshalb bereits großen Rückstand eingehandelt, doch in seiner Spezialdisziplin zeigte sich Martin am Mittwoch von seiner besten Seite. “Es war ein sehr technischer Kurs, auch weil die Straßen teilweise nass waren. Ich habe meinen Rhythmus aber schnell gefunden", so Martin weiter. 

Hinter dem Tagessieger und Wiggins, der bei der zweiten Zwischenzeit noch gleichauf mit dem Deutschen Zeitfahrmeister lag, komplettierte der Norweger Edvald Boasson Hagen (Sky/+0:43) das Podium. Der 31 Jahre alte Wiggins, der das Zeitfahren der Bayern-Rundfahrt gewonnen hatte, schien sogar auf Siegkurs zu liegen, nachdem er von der ersten zur zweiten Zwischenzeit 21 Sekunden auf Martin gutgemacht hatte. Doch auf den letzten 15 Kilometern verlor Wiggins dann wieder die elf Sekunden, die am Ende den Ausschlag gaben.

Tagesvierter wurde der US-Amerikaner David Zabriskie (Garmin-Cervélo/+0:58) vor dem slowenischen Titelverteidiger Janez Brajkovic (RadioShack/1:17) und dem Australier Cadel Evans (BMC/1:20. Platz sieben belegte der Brite Geraint Thomas (Sky/+1:36), zuletzt Gewinner der Bayern-Rundfahrt. Bester Franzose war Christophe Riblon (Ag2R/+1:37) auf Rang acht.

Im Gesamtklassement führt Wiggins jetzt mit 1:11 Sekunden Vorsprung auf Evans, der zwar großen Rückstand auf Martin hatte, aber im Vergleich zu seinen Rivalen im Gesamtklassement - mit Ausnahme des Britischen Zeitfahrmeisters - Zeit gut machen konnte. "Wenn man sich die Favoriten um den Gesamtsieg anschaut, ist Wiggins wirklich eine gute Zeit gefahren, aber die anderen sind hinten. Das ist ein gutes Zeichen", zeigte sich BMC-Sportdirektor John Lelangue zufrieden mit dem Auftritt seines Kapitäns.

Auf Platz drei der Gesamtwertung verbesserte sich Brajkovic (+1:21), während Winokurow (+1:56) auf Position vier zurück fiel. "Das ist eine Enttäuschung, weil ich dachte, dass mir der Kurs liegen würde. Aber meine Beine waren auf den ersten Kilometern nicht gut", erklärte der 37 Jahre alte Kasache nach dem Rennen. "Es war dann schwierig, den richtigen Rhythmus zu finden. Ich habe mich entschieden, kein unnötiges Risiko einzugehen, auch wenn ich mein Gelbes Trikot gerne verteidigt hätte. Vor allem in den rutschigen Abfahrten wurde es zu gefährlich", so Winokurow.

Eine regelrechte Pleite erlebte Ivan Basso (Liquigas-Cannondale). Der 33 Jahre alte Italiener büßte 6:16 Minuten ein und wird in dieser Verfassung keinerlei Chancen haben, im Juli seinen Traum vom Tour de France-Sieg zu verwirklichen. Der zweimalige Giro-Sieger, der als Titelverteidiger auf einen Start bei der Italien-Rundfahrt verzichtet hatte, war vor drei Wochen im Training schwer gestürzt und hatte sich dabei Gesichtsverletzungen zugezogen. Schon vor dem Zeitfahren betrug Bassos Rückstand auf die Besten fast fünf Minuten. Jetzt findet er sich auf Platz 94 wieder, 10:41 Minuten hinter Wiggins.


Mehr Informationen zu diesem Thema

13.06.2011Passt Martins Tour-Timing?

La Toussuire (rsn/sid) - Drei Wochen vor dem Tour-Start (2. Juli) in der Vendée bei Nantes kann Toni Martin (HTC-Highroad) mit seiner Generalprobe zufrieden sein. Der Eschborner gewann das Zeitfahre

13.06.2011Wiggins will bei der Tour unter die besten Sechs

(rsn) – Strahlende Gesichter sah man am Sonntag auf dem Abschlusspodium des 63. Critérium du Dauphiné. Der Brite Bradley Wiggins (Sky) feierte den bisher größten Erfolg in einem Straßenrennen.

12.06.2011Wiggins triumphiert bei Tour-Generalprobe

(rsn) - Bradley Wiggins (Sky) hat zum Abschluss des 63. Critérium du Dauphiné keine Schwäche mehr gezeigt und als dritter Brite die Tour-Generalprobe gewonnen. Der 31-Jährige erreichte in einer ru

12.06.2011Wiggins: Noch 117 Kilometer vom Triumph entfernt

(rsn) – Bradley Wiggins (Sky) ist noch 117,5 Kilometer von seinem bisher größten Erfolg in einem Straßenrennen entfernt. Der Britische Zeitfahrmeister muss heute noch die letzte Bergprüfung des

11.06.2011Rodriguez nahm alle auf die Hörner

Le Collet d`Allevard (rsn) -  Der Spanier Joaquim Rodriguez hat die vorletzte Etappe der der Dauphiné Libéré gewonnen. Der Radprofi vom Team Katjuscha nahm alle auf die Hörner, nachdem ein Kuhh

11.06.2011Schaffrath: "Tony kommt jeden Tag ein bisschen besser in Form"

Les Gets (Frankreich) (rsn/sid) - Auf der 5. Etappe der diesjährigen Dauphiné ist Tony Martin (HTC-Highroad) erstmals in die Offensive gegangen. Der 26 Jahre alte Eschborner, der am Donnerstag das

10.06.2011Kern sorgt für ersten Sieg der Franzosen

(rsn) - Christophe Kern (Europcar) hat auf der 5. Etappe des 63. Critérium du Dauphiné für den ersten Sieg der Franzosen gesorgt. Der 30 Jahre alte Elsässer setzte über über 210 Kilometer vo

10.06.2011Bassos Tour-Pläne in Gefahr

(rsn) – Ivan Basso (Liquigas-Cannondale) schwimmen die Felle davon. Gut dei Wochen vor Beginn der Tour de France fährt der Italiener seiner Form hinterher. Noch bevor es beim Critérium du DauphinÃ

10.06.2011Martin und Degenkolb glänzen bei der Dauphiné

Macon (dpa/rsn) - Drei Tagessiege nach vier Etappen: Die deutschen Profis lassen bei der Tour-Generalprobe Critérium du Dauphiné aufhorchen und machen Appetit auf mehr. Das trifft in erster Linie au

09.06.2011"Eine Mischung aus Zabel und Cavendish"

(rsn) – John Degenkolb (HTC Highroad) hat auf der 4. Etappe des Critérium du Dauphiné seine Vielseitigkeit im Sprint eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nachdem 22-Jährige am Dienstag die 2. Eta

09.06.2011Degenkolb sorgt für HTC-Hattrick

(rsn) – John Degenkolb (HTC-Highroad) hat beim 63. Critérium du Dauphiné seinen zweiten Tagessieg gefeiert. Der 22 Jahre alte Erfurter setzte sich über 173,5 Kilometer von La Motte-Servolex nach

09.06.2011Brutt und Caruso führen Katjuscha an

(rsn) – Mit dem Russen Pavel Brutt und dem Italiener Giampaolo Caruso an der Spitze startet das russische Katjuscha-Team bei der 75. Auflage der Tour de Suisse (11. – 19. Juni/WT). Im achtköpfige

Weitere Radsportnachrichten

31.03.2025“Großvater“ Kristoff landete fast nochmal auf dem Podium

(rsn) – Zwei Monumente konnte Alexander Kristoff (Uno-X Mobility) in seiner Karriere schon gewinnen, aber auch bei Gent-Wevelgem in Flanders Fields war der mittlerweile 37-jährige Norweger schon e

31.03.2025Jakobsen muss unters Messer und steht vor langer Zwangspause

(rsn) – Spätestens nach der Saison 2022 schien der Horror-Sturz von Fabio Jakobsen (Picnic - PoostNL) aus der Polen-Rundfahrt aus dem Jahr 2020 endgültig vergessen, der heute 28-Jährige fuhr mit

31.03.2025Tudor, TotalEnergies und Uno-X bekommen die Tour-Wildcards 2025

(rsn) – Kaum hat die UCI die Bestätigung einer möglichen dritten Wildcard für die Grand Tours im Jahr 2025 bekanntgegeben, ist auch die ASO als Veranstalterin der Tour de France nun bereits vorge

31.03.2025Wiebes‘ unglaubliche Statistiken: Die Zahlen hinter der “100“

(rsn) – Ihren ersten UCI-Sieg feierte Lorena Wiebes im Jahr 2018. Das war damals im Mai beim Dorpenomloop in Aalburg, einem Rennen, das heute nicht mehr ausgetragen wird. Damals war sie 19 Jahre alt

31.03.2025UCI bestätigt Erweiterung der Grand-Tour-Pelotons auf 23 Teams

(rsn) – Nachdem sich das Professional Cycling Council (PCC) bereits für ein zusätzliches 23. Team bei den Grand Tours ausgesprochen hatte, hat nun auch das UCI Management Komitee die Entscheidung

31.03.2025Kool schafft bei Gent-Wevelgem den Befreiungsschlag

(rsn) – Auch wenn die Weltklasse-Sprinterin Charlotte Kool (Picnic – PostNL) beim überlegenen Sieg von Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) bei Gent-Wevelgem (1.UWT) chancenlos aussah, war die 25-

31.03.2025Keßler holt dritten Platz auf Schlussetappe der Olympia´s Tour

(rsn) - Für die Teams Lotto – Kern Haus – PSD Bank und Rembe – rad-net ist mit unterschiedlichen Gefühlen eine insgesamt erfolgreiche Olympia´s Tour zu Ende gegangen und Run & Race - Wibatech

31.03.2025Kooij erleidet Schlüsselbeinbruch bei Gent-Wevelgem

(rsn) – Olav Kooij (Visma – Lease a Bike) hat sich bei seinem Sturz 72 Kilometer vor dem Ziel bei Gent-Wevelgem (1.UWT) das Schlüsselbein gebrochen. Das bestätigte das niederländische Team vi

31.03.2025Haller fehlte ein halbes PS bei Pedersens Attacke

(rsn) – Durch die immer früheren Attacken der Favoriten bei den belgischen Frühjahresklassikern hat sich die Taktik, über die frühe Ausreißergruppe vor das Rennen zu kommen, in den letzten Jah

31.03.2025Dwars door Vlaanderen im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Dwars door Vlaanderen (1.UWT) ist eines der kürzesten flämischen Eintagesrennen des Frühjahrs. Im vergangenen Jahr etwa betrug die Distanz "nur" 183,7 Kilometer. Für die Fahrer ist das

30.03.2025Pedersen: “Erwartet das nicht immer von mir“

(rsn) – Es war schon eine sehr eindrucksvolle Show, die Mads Pedersen (Lidl – Trek) mit seiner 56 Kilometer langen Soloflucht beim 87. Gent-Wevelgem in Flanders Fields bot. Als wäre nichts weiter

30.03.2025Degenkolb: “Als Mads losfuhr, hatte keiner die Beine“

(rsn) – John Degenkolb (Picnic – PostNL) hat beim 87. Gent-Wevelgem (1.UWT) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er trotz seiner 36 Jahrebei harten, langen Eintagesrennen immer noch mit der

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine