"Er wird nie ein großes Rennen gewinnen"

Cavendish attackiert Greipel

Foto zu dem Text "Cavendish attackiert Greipel"
Mark Cavendish (HTC-Columbia) bei Tirreno-Adriatico Foto: ROTH

06.04.2010  |  (rsn) - Dicke Luft beim Team HTC-Columbia. Die US-Mannschaft, die stets den tollen Teamgeist für die zahlreichen Erfolge verantwortlich gemacht hat, steht vor der Zerreißprobe. Topsprinter Mark Cavendish hat sich mit seinem Sprintkollegen und teaminternen Rivalen André Greipel angelegt. Zudem kritisierte der schnelle Brite die Teamleitung.

Seit der Nicht-Nominierung von Greipel für Mailand- San Remo Mitte März geht es beim ProTour-Team von Bob Stapleton hoch her. Greipel zeigte sich enttäuscht, dass man ihn nicht ins Aufgebot berief und stattdessen auf den völlig außer Form fahrenden Vorjahressieger Cavendish setzte.

Dies wiederum gefiel Cavendish, der bei Mailand-San Remo auch wegen zweier Stürze hinterher fuhr, überhaupt nicht. "Ich bin schneller als Greipel, sogar wenn ich außer Form bin", so die provokante Aussage des Briten gegenüber The Guardian.

Cavendish verteidigte sein schlechtes Ergebnis bei Mailand-San Remo. "Ich habe das Rennen nicht wegen mangelnder Form vergeigt, sondern hatte einfach Pech. Im letzten Jahr habe ich das Rennen locker gewonnen und auch in diesem Jahr wäre dies möglich gewesen. Greipel hingegen wird nie ein solch großes Rennen gewinnen", attackierte Cavendish seinen deutschen Teamkollegen

Doch damit nicht genug. Zu einem möglichen gemeinsamen Tour-Auftritt mit Greipel meinte Cav: "Das ist kein Problem für mich, da ich sowieso besser bin", und legte nach: "Aber Greipel wird definitiv in keinem Rennen am Start stehen, an dem ich teilnehme", so Cavendish in bekannter Manier.

Beim Giro d`Italia werden sich Greipel und Cavendish aus dem Weg gehen. Greipel fährt in Italien, während Cavendish die Kalifornien-Rundfahrt bestreiten wird. Eine Entscheidung, die dem kleinen Sprinter von der Isle of Man gar nicht gefällt. "Ich habe diese Entscheidung nicht getroffen. Ich liebe Italien, ich liebe den Giro. Aber Columbia bezahlt mich, also muss ich tun, was sie sagen", kritisierte Cavendish gegenüber cyclingnews.com indirekt die Teamleitung.

Die Siegstatistik spricht im Moment 6:1 für Greipel, was Cavendish jedoch gelassen sieht. „Ich fahre fast nur ProTour-Rennen, um für meine Saisonhöhepunkte in Form zu kommen. Wenn ich unbedingt Siege bei beschissenen kleinen Rennen wollte, dann würde ich irgendwelche beschissenen kleinen Rennen bestreiten.“

Columbia steht vor einer schweren Entscheidung. Nimmt man Greipel und Cavendish gemeinsam mit zur Tour, droht großer Ärger im Team. Wenn man einen der beiden Top-Sprinter aber zu Hause lässt, wird dieser dann wahrscheinlich 2011 nicht mehr das Columbia-Trikot tragen. Und wenn es ganz dumm läuft, dann sind nach der Saison sowohl Greipel als auch Cavendish weg.

Weitere Radsportnachrichten

11.03.2026Max Bock: Über Umweg durch Frankreich näher an den Profitraum

(rsn) – Aktuell lässt es Max Bock etwas ruhiger angehen. Das liegt weniger daran, dass der frischgebackene 21-Jährige am 10. März Geburtstag gefeiert hat, als dass noch ein wenig Restkrankheit au

11.03.2026Van Aert “am wichtigsten Punkt des Rennens völlig falsch positioniert“

(rsn) – Aus dem erhofften Etappensieg in San Gimignano wurde nichts. Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) kam auf dem zweiten Teilstück von Tirreno-Adriatico (2.UWT) 41 Sekunden hinter Etappengew

11.03.2026Trofeo Alfredo Binda im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Das erstmals 1974 ausgetragene italienische Eintagesrennen Trofeo Alfredo Binda - Comune di Cittiglio (1.WWT) zählt zu den prestigeträchtigsten Rennen im Rennkalender der Frauen. Das hügel

11.03.2026Il Lombardia ab 2027 auch mit Frauenrennen?

(rsn) – Il Lombardia ist das einzige der fünf Monumente, das noch kein Frauenrennen in seinem Programm hat. Laut Het Laatste Nieuws soll sich das aber bald ändern. Demnach plant der Veranstalter R

11.03.2026Paris-Nizza: Wird die Königsetappe erneut ein Opfer des Winters?

(rsn) – Bereits bei den beiden vergangenen Austragungen von Paris-Nizza musste die jeweilige Bergetappe nach Auron aufgrund von winterlichen Wetterbedingungen verkürzt werden. Vor zwei Jahren wurde

11.03.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

11.03.2026Ayuso strahlt in Gelb: “Gibt Selbstvertrauen auch für Barcelona“

(rsn) – Den Sieg hat Lidl – Trek im 23,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT) zwar um 2,5 Sekunden verpasst, trotzdem aber gab es im Lager des deutschen

10.03.2026Ciccone: Positionierung kostete Anschluss an van der Poel und Co.

(rsn) – Nach dem fulminanten Auftakt mit einem dritten und einem fünften Platz durch Max Walscheid und Jonathan Milan im topfebenen Auftakt-Einzelzeitfahren von Lido di Camaiore hat der deutsche Wo

10.03.2026Highlight-Video der 3. Etappe von Paris-Nizza

(rsn) – Ineos Grenadiers hat das Mannschaftszeitfahren von Paris-Nizza (2.UWT) für sich entschieden. Das von Kevin Vauquelin angeführte britische Team benötigte für die 23,5 Kilometer der 3. Eta

10.03.2026Perfekt auf Schotter: Pellizzari in bestechender Frühform

(rsn) – Nach einer soliden Vorstellung kam Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico in der ersten Verfolgergruppe 17 Sekunden hinter Tagessieger Mathie

10.03.2026Highlight-Video der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico

(rsn) – Der routinierte Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat bei Tirreno-Adriatico die beiden Youngster Gesamtführende Isaac Del Toro (UAE Emirates – XRG) und Giulio Pellizzari (Re

10.03.2026Ineos im Teamzeitfahren knapp vor Lidl - Trek, Ayuso in Gelb

(rsn) – Es war enger als erwartet, doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn. Ineos Grenadiers hat das Mannschaftzeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza für sich entschieden – es war d