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26.07.2025 | (rsn) – Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) hat in der Bretagne den Auftakt der 4. Tour de France Femmes (2.WWT) im Zweiersprint für sich entschieden. Im Stileeiner wahren Finisseurin ließ die 38-jährige Niederländerin dabei am 1,7 Kilometer langen und sechs Prozent steilen Schlussanstieg in Plumelec Kimberley Le Court (AG Insurance – Soudal) hinter sich.
Als Dritte der 1. Etappe über 78,8 Kilometer von Vannes nach Plumelec überquerte Vos‘ französische Teamkollegin Pauline Ferrand-Prevot die Ziellinie. Ferrand-Prevot hatte wenige hundert Meter vor dem Ziel eine perfekte Vorarbeit für Vos abgeliefert, als sie eine Lücke riss und schon wie die sichere Siegerin aussah. Doch die kam im Windschatten von Le Court auf den letzten Metern noch herangerauscht und schob ihr Vorderrad vor dem der Frau aus Mauritius über die Linie.
Die Siegerin zeigte sich im Zielinterview beeindruckt von der Leistung ihres Teams und besonders von Ferrand-Prevots Attacke auf den letzten Metern. “Pauline hat einen richtig guten Job gemacht und hat diese Lücke 500 Meter vor dem Ziel aufgerissen. Als ich Kim Le Court sah, wusste ich, dass ich mit ihr mitgehen muss. Ich habe dann gesehen, dass Pauline rausnimmt und so war es am Ende ein Sprint zwischen Kim und mir. Das war einfach eine großartige Teamleistung und, wenn Pauline durchgekommen wäre, wäre es genau so großartig gewesen“, beschrieb die Tagessiegerin die entscheidenden Momente eines furiosen Finales.
Mit ihrem insgesamt dritten Tour-Etappensieg schlüpfte die Tagessiegerin auch ins Gelbe Führungstrikot und übernahm zudem noch das Grüne Trikot der Punktbesten. In der Bergwertung führt nach dem ersten Tag die Schweizerin Elise Chabbey (FDJ - Suez), das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin schmückt die Schultern von Julie Bego (Cofidis).
Als beste Deutsche erreichte Franziska Koch (Picnic - PostNL) mit einem Rückstand von 1:23 Minuten auf die Siegerin das Ziel. Liane Lippert (Movistar) war schon auf der Einfahrt in den finalen Rundkurs gestürzt und kassierte an Tag eins bereits 6:44 Minuten Rückstand. Noch dramatischer für das spanische Team war jedoch der Ausstieg von Kapitänin Marlen Reusser, die ihre Magenprobleme nicht in den Griff bekommen hatte und frühzeitig vom Rad steigen musste.
Nach einer 6,2 Kilometer langen Neutralisation entlang einer beeindruckenden Zuschauerkulisse im bretonischen Vannes machten sich 154 Fahrerinnen aus 22 Teams in Richtung Etappenziel in Plumelec auf. Unmittelbar nach dem scharfen Start erfolgte die erste Attacke der Tour, Laura Tomasi (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi) machte sich auf und davon und bekam wenige Minuten später Gesellschaft von der 22-jährigen Maud Rijnbeek (Team VolkerWessels).
55 Kilometer vor Ziel ließ Rijnbeek ihre Begleiterin stehen und fuhr zwischen 20 und 30 Sekunden vor dem Feld, das offensichtlich zunächst die Situation nur kontrollieren wollte. So überquerte die Niederländerin dann auch als Führende die erste Bergwertung des Tages, die Cote de Batségalo (4. Kat.), gefolgt von Marion Bunel (Visma - Lease a Bike), die sich noch einen Bergpunkt sichern konnte.
Im weiteren Rennverlauf erreichte das geschlossene Feld 31 Kilometer vor Ziel den Rundkurs in Plumelec, der dreimal zu befahren war. Die erste Sprintwertung sicherte sich Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) vor der Deutschen Meisterin Koch. Die Europameisterin sicherte sich damit 25 Punkte im Kampf um das Grüne Trikot. Kurz darauf attackierte Francesa Barale (Picnic – PostNL) aus der zweiten Reihe des Pelotons und fuhr bis zum zweiten Anstieg, der Cote de Cotidal, alleine vor dem Feld. Reusser, die mit Magenproblemen angeschlagen zur Tour angereist war, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über vier Minuten Rückstand auf die Rennspitze.
Das Streckenprofil der 1. Etappe der Tour de France Femmes | Foto: Veranstalter
Die zweite Bergwertung des Tages holte sich Chabbey. Als dann Koch zum wiederholten Male aus dem Feld attackierte und schnell einige Sekunden herausfuhr, sah es für kurze Zeit gut für die Deutsche aus. Aber wirklich nur kurz, denn fünf Kilometer vor Rennende übernahm Visma - Lease Bike an der Spitze des Feldes das Kommando, um weitere Attacken zu vereiteln.
Mit horrendem Tempo unter dem weiteren Diktat von Visma ging es in den finalen Anstieg. Ferrand-Prevot setzte hier 500 Meter vor der Linie alles auf eine Karte und konnte schnell eine beachtliche Lücke reißen. Die Paris-Roubaix-Siegerin sah schon wie die sichere Siegerin aus, als von hinten Le Court mit einem langen Spurt unwiderstehlich herangerauscht kam. An ihrem Hinterrad brachte sie Vos mit, die sich dann noch mit einer Radlänge Vorsprung zur Siegerin küren konnte.
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