UAE weiterhin auf Rekordkurs

Siebter Herbstsieg für del Toro in Italien

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Siebter Herbstsieg für del Toro in Italien"
Isaac del Toro (UAE - Emirates - XRG) beendet seine Saison mit einem Sieg | Foto: Cor Vos

15.10.2025  |  (rsn) - Isaac del Toro (UAE - Emirates - XRG) hat den 88. Giro del Veneto (1.Pro) souverän gewonnen. Nach 160 Kilometern rollte der Mexikaner bereits zum 7. Mal in diesem Herbst als Erster über die Linie eines italienischen Eintagesrennens. Seiner Attacke am letzten Anstieg konnte niemand folgen und del Toro fuhr solo seinem 16. Saisonsieg entgegen. Zweiter wurde sein Teamkollege Pavel Sivakov (UAE - Emirates - XRG), der 22 Sekunden hinter dem Sieger den Sprint der Verfolger vor Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) gewann.

“Es war nicht einfach, es war eine große Anstrengung vom ganzen Team. Ich freue mich, dass ich noch einen Sieg einfahren konnte", kommentierte del Toro seinen locker wirkenden Sieg im Zielinterview. "Ich habe mich nicht super sicher gefühlt, aber das Team hat alles gegeben und ich wollte es zu Ende bringen. Als Pavel zu Beginn des Finales so schnell gefahren ist, dachte ich kurz, das könnte der Moment sein. Wir haben aber dann noch bis zum letzten Anstieg gewartet", lobte der Mexikaner die Arbeit seines Teams, das den 95. Saisonsieg feiern darf. Der Rennstall hatte den bisherigen Rekord von HTC - Highroad bereits mit dem 85. Erfolg übertroffen und legt seither weiter nach.

Deutsche Fahrer waren nicht am Start, auch aus Österreich oder der Schweiz schaffte es keiner mit den ersten Verfolgern ins Ziel. Michael Gogl (Alpecin - Deceuninck) und Marc Hirschi (Tudor) kamen mit 53 Sekunden Rückstand als 26. und 28. ins Ziel.

So lief der Giro del Veneto:

Sehr flache 80 Kilometer prägten den ersten Teil des Rennens, bevor die Strecke den Rundkurs in Veneto erreichte. Trotzdem formierte sich lange Zeit keine Ausreißergruppe in diesem Flachstück. Nur Tobias Bayer (Alpecin - Deceuninck) versuchte wie letztes Jahr sein Glück in der Flucht, wurde aber schnell wieder gestellt.

Rund 100 Kilometer vor dem Ziel löste sich schließlich doch noch die Gruppe des Tages. Unter den acht Fahrern befand sich auch Elia Viviani (Lotto), für den das Rennen der Abschied seiner Karriere als Straßenfahrer war. Das Feld hielt die Ausreißer aber an der kurzen Leine und gewährte der Fluchtgruppe nicht mehr 1:30 Minuten Vorsprung. Auf dem lokalen Kurs in Veneto wartete 5 Malder Anstieg zur Torricella Massimiliana, der sich mit vier Kilometern bei durchschnittlich fünf Prozent jedoch nicht als sehr schweres Hindernis in den Weg stellte. Immerhin summierte sich allerdings der Großteil der etwas über 1500 Höhenmeter auf die letzten 80 Kilometer.

Gleich zu Beginn des ersten Anstiegs fiel Viviani, der bei seinem Abschiedsrennen die Rückennummer 1 trug, aus der Ausreißergruppe zurück. Auf dem Stadtkurs schrumpfte der Vorsprung der Ausreißer in der zweiten Runde auf unter eine Minute. Der frisch gebackene Gravel-Weltmeister Florian Vermeersch (UAE - Emirates - XRG) machte an der Spitze des Pelotons Tempo für seinen Kapitän del Toro.

Drei Runden vor Schluss lagen die Ausreißer immer noch rund eine Minute vor dem Feld. Unter der Nachführarbeit von UAE verkleinerte sich schnell der Vorsprung und gleichzeitig das Feld der Verfolger. 34 Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer gestellt, UAE drückte aber weiterhin aufs Gas und schickte Tim Wellens an die Spitze des Feldes.

Nach einer harten Tempoverschärfung zwölf Kilometer vor dem Ziel durch Sivakov löste sich eine kleine Gruppe von sechs Fahrern aus dem dezimierten Peloton. Ihm folgten del Toro und Romain Gregoire (Groupama - FDJ). Letzterer war auch der Einzige, der zumindest kurz versuchte, die Attacke von del Toro zu parieren. Schnell war der Mexikaner aber auf sich gestellt und fuhr alleine Richtung Sieg. Aus der rund 20-köpfigen Gruppe, zu der sich die Verfolger wieder formiert hatten, löste sich Sivakov auf den finalen Metern und fuhr als Zweiter über die Linie. Das Podium komplettierte Abrahamsen, der den Sprint der Gruppe gewann.

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