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01.10.2025 | (rsn) – Am Mittwoch ist der Startschuss für die Straßenrad-Europameisterschaften in Frankreich gefallen. Den Anfang machte das Einzelzeitfahren zwischen Loriol-sur-Drome und Étoile-sur-Rhone, in dem sich sowohl die deutschen Elite- als auch U23-Fahrer und -Fahrerinnen wacker schlugen. Der größte Gegner war jedoch nicht die Zeit, sondern der starke Wind.
Ob Hängegleiter oder Gleitschirm: Frontalwind ist bei den Königen der Lüfte ein gern gesehener Gast, vor allem bei der Startsequenz. Im Radsport können die Athleten auf einen solchen jedoch verzichten, immerhin zählt Gegenwind auf der Straße zu den härtesten Widersachern. Im EM-Einzelzeitfahren war diese Herausforderung jedoch unausweichlich – mit so manch persönlicher Tücke. Während sich der 1,71 Meter große Remco Evenepoel zum neuen Europameister krönte, hatte der 28 Zentimeter größere Maximilian Walscheid nämlich ganz eigene Probleme.
"Max stand wie ein Kleiderschrank im Wind", meinte Nationaltrainer Jens Zemke im Anschluss an das 24 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr. Als Zwölfter reihte sich Walscheid im Klassement letzten Endes ein, auf Evenepoel fehlten dem 32-Jährigen 2:02,47 Minuten. Dennoch hob Zemke das Positive hervor. "Bei seiner Körpergröße war es bei dem Wind schwierig für ihn, aber seine Werte waren top."
Mit dieser Erfahrung war Walscheid am Mittwoch jedoch nicht alleine. "Vom Gefühl her habe ich die Hälfte meiner Energie gebraucht, um auf dem Rad zu bleiben und mich den Windböen entgegenzustemmen", schilderte Franziska Brauße gegenüber RSN ihr Erlebnis auf der Fahrt zwischen Loriol-sur-Drome und Étoile-sur-Rhone. Für die Tokio-Olympiasiegerin in der Mannschaftverfolgung ging es in der Endabrechnung auf Rang 19, 3:09,25 Minuten hinter der Schweizer Siegerin Marlen Reusser.
Ihre Teamkollegin Lisa Klein landete drei Plätze vor Brauße (+2:38,91). Für Bundestrainer Andé Korff waren die Ergebnisse einerseits solide, andererseits jedoch deutlich ausbaufähig. "Unter den gegebenen Umständen waren die Leistungen in Ordnung", spielte auch er auf den Wind an. "Vom Ergebnis hätten wir uns etwas mehr gewünscht."
Die deutschen Athletinnen der U23-Kategorie machten es besser. Sowohl Justyna Czapla (6./+1:14,00) als auch Linda Riedmann (7./+1:15,36) machten beim Triumph der Italienerin Federica Venturelli im Vergleich zum Klassement beim WM-Einzelzeitfahren in Ruanda einen Sprung nach vorn. "Ich habe mich echt gut gefühlt, besser als bei der WM", zog Czapla im Ziel ein Fazit. "Aber der Wind war brutal. Das kam mir nicht entgegen, da hatte ich zu kämpfen. Die Umstellung von Afrika auf Europa habe ich aber gut verkraftet."
Riedmann freute sich während dieser ungewohnten Herausforderung indes über besondere Unterstützung. "Lisa Brennauer hat mich im Materialwagen begleitet. Das war auch klasse, von ihr Kommandos zu bekommen", erklärte sie. Mit dem Wind hatte aber auch die 22-Jährige ordentlich zu kämpfen. "Es war schon ein hartes Rennen. Der Wind war krass, erst von der Seite, dass es dich fast vom Rad gefegt hat, dann von vorn. Den letzten Anstieg eineinhalb Kilometer vor dem Ziel fand ich wieder cool."
Mit Blick auf ihr Ergebnis verspürte Riedmann große Zufriedenheit – wie auch Bundestrainer Ralf Grabsch angesichts der Darbietungen von Louis Leidert (14./+1:11,67) und Paul Fietzke (15./+1:19,63). "Das sind ordentliche Resultate, da kann man nicht meckern", resümierte er. "Sie waren gut dabei, zur absoluten Spitze fehlt aber noch ein Stück."
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