RSNplusHitze unterstützt Höhentraining

Das Geheimnis hinter den Siegen von Philipsen und van der Poel

Von Tom Mustroph aus Boulogne sur Mer

Foto zu dem Text "Das Geheimnis hinter den Siegen von Philipsen und van der Poel"
Mathieu van der Poel (links) und Jasper Philipsen feiern ihre Siege bei der 112. Tour de France. | Foto: Cor Vos

06.07.2025  |  (rsn) - Zwei Siege, zwei Gelbe Trikots, zwei Männer, die das, teils auch mit gemeinsamer Unterstützung erreicht haben – besser konnte der Auftakt dieser Tour de France für Alpecin - Deceuninck kaum laufen. Dementsprechend fröhlich war die Stimmung am Teambus.

Neben der Klasse, die Jasper Philipsen als Sprinter mit Leidensqualitäten auch am Hügel – wie er auf dieser 2. Etappe eindrucksvoll bewies – und die Mathieu van der Poel als explosiver Klassikerchampion mitbringt, gibt es allerdings auch trainingsmethodische Erklärungen für die Performance des Power-Duos. "Wir haben in der Vorbereitung fast alles so gemacht wie letztes

Mit seinem Sieg auf der 2. Tour-Etappe übernahm van der Poel auch das Gelbe Trikot des Gesamtführenden | Foto: Cor Vos

___STEADY_PAYWALL___ Jahr. Der einzige kleine Unterschied war die Konzentration auf Hitzetraining“, sagte Kristof de Kegel, Head of Performance des niederländischen Rennstalls, zu radsport-news.com (RSN).

De Kegel, gelernter Sportwissenschaftler, hält die Methode für ziemlich erfolgreich. Sie ergänzt gewissermaßen das Höhentraining. "Im Höhentraining stimuliert man vor allem die Produktion roter Blutkörperchen. Das sorgt für besseren Sauerstofftransport. Ein Nebeneffekt dabei aber ist, dass das Blutplasma, also die flüssigen Bestandteile, reduziert werden. Hitzetraining jedoch erhöht die flüssigen Bestandteile und damit das Blutvolumen. Das haben Studien ergeben“, erklärte er RSN den Zusammenhang. Mehr Flüssigkeit bedeutet dann auch, dass die roten Blutkörperchen besser in die Muskelzellen gespült werden und damit mehr Sauerstoff zur Verbrennung auch beim entferntesten Muskelstrang zu Verfügung steht. Und weil die Rennfahrer inzwischen auch mehr Brennstoff zu sich nehmen – 120 g Kohlenhydrate pro Rennstunde statt einstmals 60g – ist der Energieumsatz eben auch höher.

MvP feiert den Sieg gegen Vingegaard und Pogacar im Bergaufsprint. | Foto: Cor Vos

"Einen direkten Zusammenhang mit der Leistung haben wir noch nicht nachgewiesen. Aber die Fahrer fühlen sich besser. Und wir alle können ja sehen, wie sie performen“, meinte de Kegel.

Allein steht der Sportwissenschaftler mit dieser Einschätzung nicht. Auch Jeroen Swart, Trainer beim Team UAE Emirates, schwört auf die Effekte von Hitzetraining. "Das funktioniert besonders gut in Verbindung mit Höhentraining. Die Fahrer sind da in der Sauna, nicht weil wir den Ofen extra hochdrehen, aber wir können die Umgebungsbedingungen kontrollieren“, sagte er im Wintertrainingslager zu RSN.

Und auch Red Bull – Bora – hansgrohe praktiziert die Quälerei bei erhöhten Temperaturen. "Die Körperkerntemperatur steigt dabei auf etwa 38,5 Grad. Das ist die Temperatur, die man anstrebt“, erklärte Dan Lorang, Chef der trainingswissenschaftlichen Abteilung im Raublinger / Salzburger Rennstall gegenüber RSN. Er sieht als Vorteil gegenüber dem Höhentraining, dass die Athletenkörper darauf besser reagieren und es mehr Fahrern hilft. "Es können noch mehr Leute daraus positive Nutzen ziehen“, sagte er am Rande der Tour RSN.

Schaut man sich die Performance von Florian Lipowitz an, sowohl bei der Jagd hinter dem Feld auf der ersten Etappe als auch bei seiner Beschleunigung im Finale der zweiten Etappe, dann scheint das bei dem Ex-Biathleten ziemlich gut anzuschlagen. Und bei Pogacar und seiner formidablen Helferkavallerie ja auch. Diente Hitzetraining in früheren Jahren eher der Anpassung an heiße Tage – legendär ist ja Tony Martins Vorbereitung in Winterpulli vor Heizlüfter für das WM-Zeitfahren in Katar – so schaffen die besten Teams jetzt kontrollierte Hitzeumgebungen, um das allgemeine Leistungsvermögen zu steigern.

Philipsen gewann die 1. Etappe der Tour de France 2025 | Foto: Cor Vos

Die Performance wird dann auch bei Kälte und Regen besser, wie Mathieu van der Poel bei seinem tollen Sieg auf der 2. Etappe der 112. Tour de France bewies.

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