RSNplusRSN-Rangliste, Platz 28: Stefan Bissegger

Bei zu vielen Highlights war am Ende die Luft raus

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Bei zu vielen Highlights war am Ende die Luft raus"
Stefan Bisseger (EF Education – Easy Post) | Foto: Cor Vos

15.12.2024  |  (rsn) – Erstmals als Profi blieb Stefan Bisseger (EF Education – Easy Post) diese Saison ohne UCI-Sieg. Auch ansonsten lief es für den 26-Jährigen nicht wirklich rund. Deswegen sprach der Schweizer gegenüber RSN von einer “eher negativen Saisonbilanz. Natürlich ist es nicht toll, ohne Sieg zu bleiben. Im Zeitfahren war es ein Auf und Ab. Manchmal haben die Beine nicht gepasst, manchmal waren die Kurse einfach zu schwer“, so Bissegger.

Seine vierte Profisaison hatte indes gut begonnen. Beim Etoile de Besseges (2.1) war er auf der 4. Etappe nach einer 111 Kilometer langen Flucht Zweiter geworden, beim schweren Zeitfahren am Tag darauf wurde er Siebter. Auch bei der anschließenden Algarve-Rundfahrt (2.Pro) konnte er mit einem fünften Platz auf der 3. Etappe überzeugen.

___STEADY_PAYWALL___

Danach war der Fokus auf die Klassiker gerichtet. Bei Gent–Wevelgem (1.UWT) und Paris-Roubaix (1.UWT) erhielt Bissegger freie Fahrt. Dort musste er sich aber mit den Plätzen zwölf und 26 zufriedengeben. “Mit den Klassikern war ich nicht ganz zufrieden. Einerseits hatte ich den Teamsupport nicht, da die Helfer im Finale schlappgemacht haben. Andererseits ist mir zum Beispiel bei Gent- Wevelgem 20 Kilometer vor dem Ziel eine Speiche gebrochen und ich musste mit einem Achter in den Sprint gehen“, so Bissegger.

Bei Paris–Roubaix fuhr er in einer Ausreißergruppe 70 Kilometer vor dem Peloton, doch im Finale hatte er erst Krämpfe und dann noch einen Defekt. “Das hat mir das Rennen vermiest. Denn gerade als ich zurückkam, attackierte van der Poel. Und dann fehlen eben ein, zwei Körner zum Mitfahren“, berichtete Bissegger.

Bei der Tour de France konnte sich Stefan Bisseger (EF Education – Easy Post) als Ausreißer in Szene setzen. | Foto: Cor Vos

Von den Klassikern zur Tour

Danach startete er die Vorbereitung auf die Tour de France und die Olympischen Spiele. Bei der Tour de Suisse (2.UWT) wurde er im kurzen Auftaktzeitfahren Zweiter, zwei Tage nachdem er beim GP Kanton Aargau (1.1) sein einziges DNF der Saison produziert hatte. “Ich hatte dort meine Arbeit getan und bin raus. Rückblickend wäre es vielleicht sogar besser gewesen, dort gar nicht zu starten, um noch fitter in die Tour de Suisse zu gehen“, blickte Bissegger zurück. Bei den Schweizer Meisterschaften Ende Juni wurde er im Zeitfahren Zweiter, im Straßenrennen Dritter.

Bei der Tour de France war er hauptsächlich als Helfer im Einsatz, konnte dort aber auch für Richard Carapaz, der zwischenzeitlich das Gelbe Trikot trug, wertvolle Dienste verrichten. Platz für eigene Ambitionen gab es nicht. Nach der Tour ging es zu den Olympischen Spielen von Paris, wo Bissegger im Zeitfahren Rang sechs belegte. “Klar wäre es schöner gewesen, dort weiter vorne zu landen. Aber mit Platz sechs brauche ich mich nicht zu verstecken“, sagte er.

Nach Paris ging Bissegger die Luft lagsam aus

Nach den Olympischen Spielen richtete Bissegger seinen Fokus auf die Heim-WM. Zur Vorbereitung bestritt er erst die Deutschland Tour (2.Pro), wo er im Prolog Fünfter wurde, dann ging es zur Renewi Tour (2.UWT), bei der er im Kampf gegen die Uhr Rang drei belegte. Nach Platz 18 bei den Cyclassics in Hamburg reiste Bissegger zur Straßen-EM, wo er im Zeitfahren allerdings nicht über Position zwölf hinauskam.

Bissegger bei den Olympischen Spielen in Paris | Foto: Cor Vos

Zehn Tage später stand für den Schweizer in seiner Heimat das Einzelzeitfahren der WM auf dem Programm, wo aber nur ein enttäuschender Platz 29 herauskam. “Die Heim-WM war für mich eine Enttäuschung. Die Saison war zu lang mit zu vielen Highlights. Da war bei mir am Ende die Luft raus“, so Bissegger, der mit der Mixed Staffel auch nur Rang acht belegte.

Zur kommenden Saison wechselt Bisseger zum französischen Team Decathlon – AG2R. “Nach 4,5 Jahren bei EF ist es einfach an der Zeit zu wechseln. Der Wechsel gibt mir neue Motivation, ich denke die neue Saison wird gut werden. Bei Decathlon herrscht ein toller Teamspirit, sie testen viel, das Material wird schnell weiterentwickelt. Das Team ist definitiv auf dem aufsteigenden Ast und ich bin froh, dass ich auf diesen Zug aufspringen konnte“, so der Eidgenosse, der im nächsten Jahr zeigen möchte, dass er das Siegen nicht verlernt hat.

“Egal ob im Zeitfahren, aus einer Fluchtgruppe heraus oder bei einem großen Klassiker – ich weiß, dass ich mehr kann, vor allem wenn ich den richtigen Support habe“, so Bissegger abschließend.

Mehr Informationen zu diesem Thema

01.01.2025Die Radsport-News-Jahresrangliste der Männer 2024

(rsn) - Auch diesmal starten wir am 1. November mit unserer Jahresrangliste. Wir haben alle UCI-Rennen der vergangenen zwölf Monate (1. November 2023 bis 31. Oktober 2024) ausgewertet - nach unserem

01.01.2025Nach Traumsommer endlich in der absoluten Weltspitze

(rsn) – Erneut ist Marc Hirschi die klare Nummer 1 in der RSN-Jahresrangliste. Nachdem er schon 2023 mehr als doppelt so viele Punkte auf sein Konto gebracht hatte wie der damals zweitplatzierte Ste

31.12.2024Die Strassacker-Trophäe zur RSN-Jahresrangliste 2024

(rsn) – Seit inzwischen 17 Jahren blicken wir von radsport-news.com in Form unserer RSN-Jahresrangliste auf die Saison der Radprofis aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zurück u

31.12.2024Mit freiem Kopf zu schönen Erfolgen

(rsn) - Nils Politt kann auf eine erfolgreiche erste Saison beim UAE Team Emirates zurückblicken, es war vielleicht sogar die beste in seiner gesamten Karriere. Der Allrounder wurde Zweiter beim Omlo

30.12.2024Ausgerechnet bei den Highlights fehlten ein paar Prozent

(rsn) – Zwei große Highlights hatte sich Stefan Küng (Groupama – FDJ) für die Saison 2024 in seiner Spezialdisziplin, dem Einzelzeitfahren, vorgenommen. Doch sowohl bei den Olympischen Spielen

29.12.2024Dank Höhentrainingslager in neue Sphären

(rsn) – Keiner hatte diese Entwicklung erwartet. Vor allem nicht Florian Lipowitz selbst. Der Ex-Biathlet, der 2024 seine zweite Profisaison im Radsport absolvierte, wurde Siebenter der Vuelta Espan

27.12.2024Schweizer Radsport-Diamant glänzte auch in WorldTour-Rennen

(rsn) - Jan Christen trug mit drei Siegen bei kleineren Rennen und einer Top-10-Platzierung beim schweren Klassiker in San Sebastian seinen Teil zur überragenden Saison von UAE Team Emirates bei. “

27.12.2024Als Schweizer Meister knapp an einem Vuelta-Coup vorbei

(rsn) – Mauro Schmid (Jayco – AlUla) geht das Jahr 2025 im Schweizer Meistertrikot an. “Das war für mich sicher der Höhepunkt der Saison. Der Meistertitel ist einfach etwas, was man einmal in

26.12.2024Im neuen Trikot den Durchbruch geschafft und Siege gefeiert

(rsn) – Mit seinem Wechsel von dsm – firmenich zu Tudor Pro Cycling hat Marco Brenner im vergangenen Winter nicht nur einen für ihn auf persönlicher Ebene wichtigen Schritt gemacht, sondern auch

25.12.2024Zwei kräftezehrende Grand Tours haben etwas bewirkt

(rsn) – Nach seinem Etappensieg und Platz acht in der Gesamtwertung der Tour de France 2023 war Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale) mit großen Erwartungen in die Saison 2024 gestartet, in

25.12.2024Traum erfüllt und doch unzufrieden

(rsn) – Es gibt durchaus einfachere Aufgaben als die Saison 2024 von Pascal Ackermann zu bewerten. Auch er selbst ist da ein wenig zwiegespalten. Schließlich hat er es mit dreißigeinhalb Jahren en

24.12.2024Top-Sprinter mit starkem Sinn für Realismus

(rsn) - Mit zwei Siegen und insgesamt 21 Top-Ten-Resultaten bei UCI-Rennen zeigte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) auch 2024, dass er zu den schnellsten Männern im Feld zählt. Mit seiner Saison w

Weitere Radsportnachrichten

14.01.2026Lidl-Trek-Neuzugang Gee-West: Giro-Podium das Ziel

(rsn) – Derek Gee-West, prominenter Neuzugang bei Lidl – Trek, wird das seit dieser Saison mit deutscher Lizenz ausgestattete Team beim diesjährigen Giro d’Italia anführen. Wie der letztjähri

14.01.2026Visma auch 2026 ohne Niederländer zur Tour de France?

(rsn) – Bereits in der vergangenen Saison nahm Visma – Lease a Bike keinen Niederländer mit zur Frankreich-Rundfahrt. Und auch die am 4. Juli im spanischen Barcelona beginnende 113. Tour de Franc

14.01.2026Nach Rekordsaison: Grenke – Auto Eder fühlt sich für 2026 gerüstet

(rsn) – Mit nicht weniger als 31 UCI-Siegen auf dem Konto hat Grenke – Auto Eder die Saison 2025 abgeschlossen. Keine anderes Nachwuchsteam war im vergangenen Jahr erfolgreicher als die U19-Mannsc

14.01.2026Soudal will mit kollektiver Stärke van der Poel und Pogacar schlagen

(rsn) – Nachdem Soudal - Quick-Step in den vergangenen Jahren bei der Frühjahrsklassikern den Topstars wie Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates) hinte

14.01.2026Uijtdebroeks gibt in Valencia Movistar-Debüt

(rsn) - Der Belgier Cian Uijtdebroeks wird bei der am 4. Februar beginnenden Valencia-Rundfahrt (2. Pro) erstmals für das Movistar Team in Aktion treten. Das gab der spanische Rennstall in den Sozial

14.01.2026Women`s Tour Down Under im Rückblick: Die letzten 10 Jahre

(ran) - Mit der Santos Tour Down Under startet am 17. Januar in Australien die Women´s World Tour 2026. Die dreitägige Rundfahrt rund um Adelaide, der Hauptstatd des Bundesstaats South Australia, w

14.01.2026Auch im Jahr 1 nach Deignan und van Dijk ein beeindruckender Kader

(rsn) – Mit der Übernahme der Mehrheitsanteile durch den Titelsponsor ist Lidl – Trek nun unter deutscher Flagge unterwegs. Doch nicht nur die Lizenz wurde für 2026 in Deutschland gelöst, auch

13.01.2026Vingegaard: “Glaube, dass ich nach Giro bei Tour noch besser sein kann“

(rsn) – Jonas Vingegaard hat im Rahmen der Teampräsentation von Visma – Lease a Bike am Dienstag in La Nucia in der Nähe von Calpe an der spanischen Costa Blanca offiziell bestätigt, worüber i

13.01.2026Toursiegerin Ferrand-Prévot will 2026 noch mehr gewinnen

(rsn) - Pauline Ferrand-Prévot hat die Titelverteidigung bei der Tour de France Femmes als großes Saisonziel ausgegeben. Auf dem Weg dorthin absolviert die Französin ein im Vergleich zu 2025 abgesp

13.01.2026Bourlat nach Fusion: “Wir sind jetzt finanziell besser aufgestellt“

(rsn) – Mit 30 Fahrern wird das fusionierte Team Lotto – Intermarché in die Saison 2026 starten. Mit dabei sind auch die beiden Deutschen Jonas Rutsch und Georg Zimmermann, die am Montag am Medie

13.01.2026Van Aert will vom “Omloop bis Paris-Roubaix in Bestform sein“

(rsn) – Keine zwei Wochen nach seinem Knöchelbruch, den er sich beim Zilvermeecross zugezogen hatte, ist Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) wieder zurück auf dem Rad und trainiert derzeit mit

13.01.2026Jorgenson zielt voll auf die Ardennen und lässt das Pflaster aus

(rsn) – Matteo Jorgenson wird trotz seiner dort sehr starken Auftritte in den vergangenen drei Jahren in der neuen Saison einen Bogen um die flämischen Kopfsteinpflasterklassiker machen und seinen

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)