RSNplusRSN-Rangliste, Platz 48: Lucas Carstensen

Die wenigen Siege fühlten sich an wie “Arbeit erledigt“

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Die wenigen Siege fühlten sich an wie “Arbeit erledigt“"
Lucas Carstensen (Roojai) | Foto: Roojai

05.12.2024  |  (rsn) - Auch wenn er zwei UCI-Siege einfuhr, so war Lucas Carstensen (Roojai Insurance) mit seiner Saison alles andere als zufrieden. "Insgesamt fällt meine Bilanz ziemlich negativ aus. Als Sprinter will man Rennen gewinnen und das gelang mir nicht so gut wie die Jahre zuvor", erklärte der Hamburger gegenüber RSN.

Im Vorjahr gelangen Carstensen noch sechs UCI-Siege, zwei davon bereits im Januar. Diesmal musste er sich bis Ende März gedulden, ehe beim Bueng Si Fai International Road Race (1.2) der Knoten platzte und er in einer ungewohnten Rolle als Ausreißer seinen ersten Saisonsieg feierte. Nur zwei Tage später schlug Carstensen bei der Tour of Thailand (2.1) erneut zu und holte sich mit dem Auftaktsieg auch das Führungstrikot der Rundfahrt. Trotz eines dritten Platzes auf der 2. Etappe musste der 30-Jährige die Gesamtführung nur 24 Stunden später aber wieder abgeben.

___STEADY_PAYWALL___

"Wie richtige Highlights fühlten sich die Siege nicht an. Alle Beteiligten erwarteten diese Siege und es fühlte sich eher nach `Arbeit erledigt` an", machte Carstensen um seine einzigen beiden Siege allerdings kein großes Aufheben.

Ausreißercoup eines Sprinters: Lucas Carstensen (Roojai Insurance) gewinnt den Auftakt der Thailand-Rundfahrt. | Foto: Tour of Thailand

Danach dauerte es bis Ende August, ehe es auf internationalem Niveau wieder besser lief. Auf der Schlussetappe des Trans-Himalaya Cycling Race /2.2) holte er sich einen zweiten Rang, seine zugleich letzte Podiumsplatzierung bei einem UCI-Rennen der Saison 2024.

"In der zweiten Jahreshälfte lief es auch sportlich nicht mehr gut. Die Form war eigentlich brauchbar, aber ich kam zu selten in guter Position in die Sprints. Dazu hatte ich nach der Tour of Thailand erstmal monatelang keine Rennen, bei der Tour of Qhinghai Lake gab es nur eine Sprintetappe und dort wurde ich durch einen Sturz aufgehalten", erläuterte Carstenen, dem im Herbst nur noch Siege bei nationalen Rennen in Japan und Thailand gelangen.

Doch die konnten nicht über darüber hinwegtäuschen, dass Carstensen das Jahr am liebsten vergessen machen würde, zumal er. für viele größere Rennen gar nicht erst nominiert wurde. "Das Team hatte ein Top-Programm, aber ich wurde immer wieder nicht mitgenommen. Es hieß, dass man auf Gesamtwertung fahren wollte und dass die thailändischen Fahrer im Team Erfahrungen sammeln sollten", erläuterte er.

Nach zwei Jahren bei Roojai Insurance verlässt Carstensen das thailändische Team und kehrt nach Deutschland zurück. Der Hamburger hat beim Konti-Team Storck – Metropol unterschrieben hat. | Foto: Roojai Insurance

Seine letzten Monate beim thailändischen Kontinental-Rennstall beschrieb Carstensen als "extrem zäh. Das Team macht einige Sachen professionell, andere weniger. Die Zusammenarbeit mit dem französischen Teammanager (Peter Pouly, d. Red.) wurde zunehmend schwerer. Es gab immer mehr Konflikte und im Endeffekt werden die meisten Ergebnisfahrer das Team verlassen", berichtete Carstensen und fügte an: "Wenn man zu einem Rennen reist und eigentlich lieber zuhause sein würde, ist es schwer die Motivation aufzubringen, um ein Ergebnis einzufahren.“

Mit Bichlmanns Hilfe zu Storck – Metropol

So stand für Carstensen schon früh fest, dass er Roojai Insurance am Saisonende den Rücken kehren würde. "Die Entscheidung, das Team zu verlassen, fiel schon im März. Ich wollte ein gutes Rennprogramm und Teamkollegen, mit denen ich mich auf deutsch oder englisch gut unterhalten kann. Und es musste auch finanziell passen", begründete Carstensen seinen Abschied.

Für Storck - Metropol entschied er sich letztlich auch deshalb, weil beim deutschen Kontinental-Team der ehemalige Bike-Aid-Fahrer Dominik Merseburg die Fäden zieht und mit Daniel Bichlmann sogar ein früherer Bike-Aid-Teamkollege von Carstensen dort unter Vertrag. Beide kennt er gut, der Kontakt kam über Bichlmann zu Stande.

Für sein neues Team versucht Carstensen, für die neue Saison auch einige Renneinsätze in Asien zu organisieren. Als seine persönliche Ziele nannte er, "wieder mehr Rennen zu gewinnen, Spaß mit dem Team zu haben und den jungen Fahrern in ihrer Entwicklung zu helfen", wie er abschließend sagte.

Mehr Informationen zu diesem Thema

01.01.2025Die Radsport-News-Jahresrangliste der Männer 2024

(rsn) - Auch diesmal starten wir am 1. November mit unserer Jahresrangliste. Wir haben alle UCI-Rennen der vergangenen zwölf Monate (1. November 2023 bis 31. Oktober 2024) ausgewertet - nach unserem

01.01.2025Nach Traumsommer endlich in der absoluten Weltspitze

(rsn) – Erneut ist Marc Hirschi die klare Nummer 1 in der RSN-Jahresrangliste. Nachdem er schon 2023 mehr als doppelt so viele Punkte auf sein Konto gebracht hatte wie der damals zweitplatzierte Ste

31.12.2024Die Strassacker-Trophäe zur RSN-Jahresrangliste 2024

(rsn) – Seit inzwischen 17 Jahren blicken wir von radsport-news.com in Form unserer RSN-Jahresrangliste auf die Saison der Radprofis aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zurück u

31.12.2024Mit freiem Kopf zu schönen Erfolgen

(rsn) - Nils Politt kann auf eine erfolgreiche erste Saison beim UAE Team Emirates zurückblicken, es war vielleicht sogar die beste in seiner gesamten Karriere. Der Allrounder wurde Zweiter beim Omlo

30.12.2024Ausgerechnet bei den Highlights fehlten ein paar Prozent

(rsn) – Zwei große Highlights hatte sich Stefan Küng (Groupama – FDJ) für die Saison 2024 in seiner Spezialdisziplin, dem Einzelzeitfahren, vorgenommen. Doch sowohl bei den Olympischen Spielen

29.12.2024Dank Höhentrainingslager in neue Sphären

(rsn) – Keiner hatte diese Entwicklung erwartet. Vor allem nicht Florian Lipowitz selbst. Der Ex-Biathlet, der 2024 seine zweite Profisaison im Radsport absolvierte, wurde Siebenter der Vuelta Espan

27.12.2024Schweizer Radsport-Diamant glänzte auch in WorldTour-Rennen

(rsn) - Jan Christen trug mit drei Siegen bei kleineren Rennen und einer Top-10-Platzierung beim schweren Klassiker in San Sebastian seinen Teil zur überragenden Saison von UAE Team Emirates bei. “

27.12.2024Als Schweizer Meister knapp an einem Vuelta-Coup vorbei

(rsn) – Mauro Schmid (Jayco – AlUla) geht das Jahr 2025 im Schweizer Meistertrikot an. “Das war für mich sicher der Höhepunkt der Saison. Der Meistertitel ist einfach etwas, was man einmal in

26.12.2024Im neuen Trikot den Durchbruch geschafft und Siege gefeiert

(rsn) – Mit seinem Wechsel von dsm – firmenich zu Tudor Pro Cycling hat Marco Brenner im vergangenen Winter nicht nur einen für ihn auf persönlicher Ebene wichtigen Schritt gemacht, sondern auch

25.12.2024Zwei kräftezehrende Grand Tours haben etwas bewirkt

(rsn) – Nach seinem Etappensieg und Platz acht in der Gesamtwertung der Tour de France 2023 war Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale) mit großen Erwartungen in die Saison 2024 gestartet, in

25.12.2024Traum erfüllt und doch unzufrieden

(rsn) – Es gibt durchaus einfachere Aufgaben als die Saison 2024 von Pascal Ackermann zu bewerten. Auch er selbst ist da ein wenig zwiegespalten. Schließlich hat er es mit dreißigeinhalb Jahren en

24.12.2024Top-Sprinter mit starkem Sinn für Realismus

(rsn) - Mit zwei Siegen und insgesamt 21 Top-Ten-Resultaten bei UCI-Rennen zeigte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) auch 2024, dass er zu den schnellsten Männern im Feld zählt. Mit seiner Saison w

Weitere Radsportnachrichten

24.02.2026Fenix schickt Neuzugang Claes statt zum Omloop in die Ardennen

(rsn) – Ohne Titelverteidigerin Lotte Claes wird am Samstag der Omloop Het Nieuwsblad der Frauen (1.WWT)  stattfinden. Grund: Ihr neues Team Fenix – Premier Tech hat die 32-jährige Belgierin nic

24.02.2026Heizomat-Kapitän Hendrikx zu Ten Dams neuem Cross-Team?

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

24.02.2026Ruanda: Zomermaand holt sich mit Solosieg das Gelbe trikot

(rsn) – Nachdem an den ersten beiden Tagen der 18. Tour du Rwanda (2.1) das NSN-Development-Team die Szenerie beherrscht, konnte am Ende der 3. Etappe das Nachwuchsteam von Picnic – PostNL jubeln.

24.02.2026Bestätigt: Van Aert startet beim Omloop in die Saison

(rsn) – Während von Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) noch keine Bestätigung über das mögliche Debüt beim Omloop Het Nieuwsblad (28. Februar / 1.UWT) vorliegt, ist nun auch offizi

24.02.2026Omloop Het Nieuwsblad der Frauen im Rückblick: Die letzten 10 Jahre

(rsn) - Der Omloop Het Nieuwsblad der Frauen (1.WWT) wird am selben Tag wie die  Männerausgabe ausgetragen. Seine Premiere im Rennkalender gab das flämische Eintagesrennen im Jahr 2006, erst 2023 s

24.02.2026Omloop-Countdown: Van der Poel macht´s spannend

(rsn) - Vier Tage vor dem Openingsweekend steht immer noch nicht fest, ob Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) sein Debüt beim Omloop Het Nieuwsblad (1. UWT / 28. Februar) geben wird. Der

23.02.2026100 Saisonsiege? “Hauptsache mehr als im letzten Jahr“

(rsn) – “100 ist nur eine Zahl“, sagte Matxin Fernandez jüngst. Und recht hat der Sportdirektor von UAE – Emirates – XRG damit grundsätzlich auch. Allerdings ist es schon eine besondere Za

23.02.2026Von Null auf WorldTour-Niveau: Modern Adventure will mehr

(rsn) – In der noch jungen Saison gab es schon die eine oder andere Überraschung. Doch die Auftritte des neu gegründeten amerikanischen Teams Modern Adeventure dürften darunter zu den größten z

23.02.2026Frustrierter Pidcock spricht über verpasste Chancen

(rsn) – Für Tom Pidcock lief die Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) nicht unbedingt nach seinem Geschmack. Auch wenn der Brite in Diensten von Pinarello – Q36.5 der Schlussetappe noch seinen Stempel au

23.02.2026Vingegaard nimmt Paris-Nizza ins Programm auf

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

23.02.2026Nächster Etappenerfolg für NSN in Ruanda

(rsn) – Das Devo-Team von NSN hat sich auch den Sieg auf der 2. Etappe der Tour du Rwanda (2.1) gesichert. Nachdem zum Auftakt Itamar Einhorn den Sieg feiern konnte, war es nun Pau Marti. Auch der S

23.02.2026Sprint-WM 2028 kommt - trotz künstlichem Hügel bei Abu Dhabi

(rsn) – Als Sprinter hat man es dieser Tage nicht gerade gleicht. Immer mehr flache Rennen verschwinden aus dem Rennkalender oder werden so modifiziert, dass sie eben keine mehr für die schnellen