RSNplusRSN-Rangliste, Platz 69: Albert Gathemann

Deutlich erfolgreicher, weil deutlich entspannter

Von Christoph Adamietz

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Jarno Grixa (P&S Metalltechnik - Menotti) | Foto: Cor Vos

24.11.2024  |  (rsn) – Sieg auf der Schlussetappe von In the Steps of the Romans (2.2), Gewinn des Sprinttrikots bei Belgrade Banjaluka (2.2) und Etappenzweiter in Kroatien bei der Istrian Spring Trophy (2.2): Albert Gathemann (P&S Metalltehnik – Benotti) blickt auf das mit Abstand erfolgreichste Jahr seiner Karriere zurück.

“Es war eine komplett erfolgreiche Saison für mich“, bilanzierte der 23-Jährige gegenüber RSN. Dabei deutete im Winter wenig darauf hin, dass es so gut laufen würde. Gathemann konnte kein Trainingslager beziehen, da er noch einer geregelten Arbeit nachgeht und damit sein Geld verdient. “Im Training lief es eher schwierig. Ich hätte ein solches Ergebnis wie in Kroatien nicht für möglich gehalten“, betonte er deshalb.

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Das nächste Highlight folgte einen Monat später bei Belgrade Banjaluka, wo Gathemann die Sprintwertung für sich entschied. “Das war das allererste Mal, dass ich überhaupt mal ein UCI-Trikot anhatte“, sagte der Thüringer stolz.

Doch es sollte noch besser kommen. Bei der zweitägigen Rundfahrt In the Steps of the Romans fuhr er seinen ersten UCI-Sieg ein - und das im Sprint. “Den Sieg in Bulgarien hätte ich mir nicht zu träumen gewagt. Ich hatte mich an den Tagen nicht so gefühlt, als dass ich einen Sieg für möglich erachtet hatte“, so Gathemann, der zuvor bei der Bulgarien-Rundfahrt (2.2) bei Ausreißversuchen viel Kraft gelassen hatte.

Albert Gathemann (P&S Metalltehnik – Benotti, 2.v.l.) im Sprinttrikot von bei Belgrade Banjaluka | Foto: P&S Metalltehnik – Benotti

Dabei wäre bei In the Steps of the Romans in Bulgarien noch mehr drin gewesen. Zum Auftakt nämlich hatte Gathemann seine Teamkollegen für den Sprint in Position gebracht und dann ausrollen lassen. Er selber kam mit 28 Sekunden Rückstand ins Ziel und genau so groß war am Ende sein Rückstand auf den Gesamtsieger. “Leider habe ich mich am ersten Tag nicht richtig zusammengerissen. Der Zeitverlust war absolut unnötig und so habe ich den Rundfahrtsieg verspielt, es war mein komplett eigener Fehler“, so Gathemann selbstkritisch.

Dennoch überwog das Positive beim Rückblick auf die Saison 2024. Für seine Leistungssteigerung hatte der endschnelle Allrounder auch eine Erklärung parat. “Seit ich bei P&S fahre, bin ich deutlich entspannter geworden. Ich betrachte die Sache nicht mehr so verbissen, bleibe entspannt, aber trotzdem konzentriert. Mittlerweile erfüllt mich der Radsport auch wieder komplett“, sagte Gathemann, der im Verlauf seiner U23-Zeit etwas den Spaß am Radsport verloren hatte.

Bei der Cross-DM sind die Top 5 das Ziel

In der kommenden Saison geht es für ihn im Team von Lars Wackernagel weiter, das dann Benotti – Berhold heißen wird. Sein großes Ziel ist es, sich für einen Profivertrag zu empfehlen. “Ich will mit dem Radsport Geld verdienen und Profi werden. Dazu müssten gewisse Dinge eintreten, so muss ich etwa noch besser fahren als dieses Jahr, brauche weitere Podiumsplatzierungen bei UCI-Rennen“, meinte Gathemann, der sich zum Ziel gesetzt hat mehr als nur ein UCI-Rennen zu gewinnen.

Bevor er seine dritte Straßensaison beim Thüringer Rennstall in Angriff nehmen wird, stehen im Winter aber noch einige Crossrennen im Programm. Nachdem er im letzten Jahr zum Debüt bei den Deutschen Meisterschaften Neunter geworden war, soll es diesmal bei den nationalen Titelkämpfen im Gelände zu einem Platz unter den ersten Fünf reichen.

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