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11.01.2024 | (rsn) – Als einer von vier deutschen Fahrern beantwortete Lennard Kämna auf Mallorca bei der virtuellen Pressekonferenz von Bora – hansgrohe die Fragen der Medienvertreter, darunter auch radsport-news.com. Der 27-Jährige nimmt seine fünfte Saison im Trikot der Raublinger in Angriff.
Gern wäre Kämna wie zuletzt 2022 zur Tour de France gefahren, diesmal auf eigene Rechnung. Doch durch den Transfer von Primoz Roglic zu Bora – hansgrohe haben sich die Prioritäten im Team verschoben. “Deswegen musste ich mich umorientieren. Ich habe den Fokus schnell auf den Giro gesetzt. Die Tour ist aber nicht ganz vom Tisch, ich würde dann aber in der Helferrolle sein“, erklärte Kämna und fügte an: “Aber das ist legitim und nachzuvollziehen.“
___STEADY_PAYWALL___Mit dem dreimaligen Vuelta- und aktuellen Giro-Champion Roglic hat der deutsche Vorzeigerennstall nämlich einen potenziellen Tour-Sieger in seinen Reihen. Deshalb wird Kämna, der letztes Jahr bei seinem ersten Angriff auf ein Grand-Tour-Klassement Neunter der Italien-Rundfahrt wurde, auch 2024 wieder den Giro bestreiten.
Lennard Kämna am Pressetag von Bora - hansgrohe auf Mallorca | Foto: Matthis Waetzel
“Der Plan ist der gleiche wie im letzten Jahr. Ich probiere aber besser abzuschneiden. Ich werde wieder als zweiter Kapitän starten, Dani Martinez wird der erste sein“, so der Fischerhuder. Letzte Saison war er hinter Aleksandr Vlasov die Nummer zwei im Giro-Aufgebot. Nach einem Sturz musste der Russe die Rundfahrt aber auf der 10. Etappe aufgeben, so dass Kämna die Führungsrolle übernahm. Nun ergibt sich für ihn – in anderer Konstellation – eine neue Chance. “Mal sehen, wie wir es spielen, vielleicht rutsche ich früher als letztes Jahr in eine etwas offensivere Rolle. Die Feinabstimmung wird während des Giro passieren“, kündigte er an.
Der Deutsche Zeitfahrmeister von 2022 gilt als sehr angriffslustiger Profi und hat oft den richtigen Riecher, wenn es im Etappenfinale um den Tagessieg geht. “Mir machen der aggressive Fahrstil und das Jagen auf Etappen sehr viel Spaß. Bei der Vuelta hat mir das auch viel gegeben. Das hat bei mir ein gewisses Potenzial rausgekitzelt, mit dem ich zuvor gar nicht gerechnet hätte“, blickte er auf die letzte Spanien-Rundfahrt zurück, als er aus einer Ausreißergruppe heraus die 9. Etappe gewann und damit seine Sammlung an Grand-Tour-Tageserfolgen komplettierte.
Beim Giro 2023 dagegen konnte sich Kämna nicht als Etappenjäger präsentieren. Zum einen, weil Vlasov früh ausfiel und die taktischen Möglichkeiten dadurch beschränkt waren, zum anderen, weil ihm Kämna die Gesundheit einen Streich spielte. “Wegen einer starken Erkältung in der letzten Giro-Woche war ich nicht voll im Rennen. Es war eher eine Art Überleben. Deswegen war es auch nicht die größte Erfüllung, die ich bei einem Radrennen verspürt habe“, erinnerte er sich. Statt angreifen zu können, wurde er so auf den entscheidenden letzten schweren Abschnitten abgehängt.
Mit Neuzugang Daniel Martinez soll Kämna beim Giro 2024 eine Doppelspitze bilden. | Foto: Cor Vos
So ist Kämna - trotz des guten Endergebnisses - ambitioniert, eine erfolgreichere Vorstellung in Italien abzuliefern: “Ich möchte das noch mal für mich ausprobieren und nicht nach dem einen Versuch sagen, dass es das war, weil es keinen Spaß gemacht hat. Das war alles sehr speziell beim letzten Giro. Deswegen gehe ich stark davon aus, dass es jetzt besser läuft. Ich werde mich bestmöglich vorbereiten und sehen, wie es beim Giro läuft. Danach kann ich ein weiteres Fazit ziehen“, erklärte er auf Mallorca.
Gegen Konkurrenten wie Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) wird Kämna bei seinem zweiten Giro allerdings chancenlos sein. Auch die Top 3 sind keine realistische Perspektive. “Am Ende muss man einfach schneller berghoch oder schneller Zeitfahren“, erklärte er mit Blick auf das vergangene Jahr. “Ich hatte zwar eine Erkältung, aber fürs Podium hätte es auch gesund nicht gereicht. Vielleicht wäre ich um Platz fünf oder sechs gefahren. Das sind drei, vier oder fünf Prozent, die mir einfach noch fehlen.“
Auf eine konkrete Platzierung wollte sich Kämna nicht festlegen. “Ich möchte gesund durch den Giro kommen und das Rennen irgendwie mitbestimmen, statt nur dranzuhängen. Wenn das am Ende ein fünfter Platz ist und ich war voll dabei, bin ich happy. Wenn ich Siebter, Achter oder Neunter werde und ich war voll dabei, bin ich auch happy“, sagte er.
Wie genau die Rollenverteilung zwischen Martinez und Kämna genau aussehen soll, wird im Frühjahr besprochen. “Nach der Tour of the Alps kann man sich hinsetzen und überlegen, wie man es angehen wird. Dann weiß man auch, wie gut ein Martinez ist“, so Kämna, der im Vorjahr gemeinsam mit Vlasov die komplette Vorbereitung absolviert und sich dabei sehr gut mit ihm verstanden hatte. Sie seien “harmonisch miteinander Radrennen gefahren“, fügte Kämna an.
Im vergangenen Jahr beendete Kämna den Giro d’Italia auf Platz neun – diesmal soll es im Klassement etwas höher hinaus gehen. | Foto: Cor Vos
Ob das mit Neuzugang Martinez genau so sein wird, muss sich noch herausstellen. “Wir sind im Dezember das erste Mal zusammen gefahren. Ein paar Sachen müssen sich natürlich erst mal einspielen. Ich hoffe, dass es mit Martinez nicht anders sein wird und das wird schöne Rennen zusammen bestreiten können“, erzählte Kämna. Der Kolumbianer wurde 2021 Fünfter des Giro d’Italia, ein Jahr zuvor gewann er das Critérium du Dauphiné, 2022 die Baskenland-Rundfahrt. Letzte Saison gelang dem 27-jährigen Martinez nach seinem Gesamtsieg bei der Algarve-Rundfahrt (2.Pro) im Februar aber nicht mehr viel – im Gegensatz zu Kämna.
Aus der Doppelspitze mit dem Deutschen und dem Südamerikaner könnte beim Giro allerdings auch noch ein Dreizack werden. Mit drei Fahrern an der Spitze des Aufgebots hatte Bora - hansgrohe 2022 großen Erfolg, als Jai Hindley sich die Gesamtwertung der Italien-Rundfahrt sicherte. Der Australier bildete damals gemeinsam mit Wilco Kelderman (inzwischen Visma – Lease a Bike) und Emanuel Buchmann eine Dreierspitze.
Der zweimalige Deutsche Meister wurde damals trotz Helferdienste in der entscheidenden Phase noch Gesamtsiebter. Beim Medientag kündigte Buchmann nun an, 2024 zum Giro zurückzukehren - und zwar in einer Freien Rolle mit Ziel Etappensieg; aber auch das Klassement wollte der 31-Jährige nicht ausschließen.
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