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09.08.2023 | (rsn) – Kaum ein anderes Rennen bei dieser Straßen-Weltmeisterschaft kommt mit so einer haushohen Favoritin daher wie das Einzelzeitfahren der Frauen. Marlen Reusser, die sich am Mittwoch schon die Goldmedaille aus der Mixed-Staffel umhängen konnte, kann sich eigentlich nur selbst schlagen.
In der Staffel hat sie das beinahe getan, einen unnötigen Sturz produziert und zusammen mit ihren Kolleginnen lediglich sieben Sekunden Vorsprung auf Frankreich gerettet. Aus der Grande Nation droht der 31-Jährigen mutmaßlich auch die größte Gefahr. Juliette Labous und Cédrine Kerbaol haben gemeinsam mit Audrey Cordon-Ragot in der Mixed-Staffel die beste Zeit aller Frauen geliefert und werden auch im Einzelzeitfahren ein gewichtiges Wörtchen mitreden.
Das gilt auch für die Italienerin Vittoria Guazzini. Vor einem Jahr in Wollongong wurde die 22-Jährige Vierte und zugleich U23-Weltmeisterin. Das kann ihr auch in Schottland gelingen, beide Wettbewerbe werden erneut in einem Rennen ausgetragen. Grace Brown landete bei der Weltmeisterschaft in ihrer Heimat als Zweite sogar vor Reusser. Die 31-jährige Australierin ist auch in Schottland wieder dabei und gilt als Medaillenkandidatin - ebenso wie die US-Amerikanerin Chloe Dygert.
Ellen van Dijk, die damals Gold verteidigte, hat in diesem Jahr noch kein einziges Rennen gefahren und wird das auch nicht mehr tun. Die Niederländerin erwartet im September ihr erstes Kind und setzt in dieser Saison aus. Ihre Landsfrau Annemiek van Vleuten, die vor van Dijk mehrmals Zeitfahrgold holte, ist ebenfalls nicht dabei.
Trotzdem hat Oranje zwei Frauen am Start, die ums Podest kämpfen werden: nämlich Demi Vollering, die gerade erst die Tour de France Femmes gewonnen hat, und Riejanne Markus, ihres Zeichens amtierende Nationale Zeitfahrmeisterin. Doch während das Repertoire der Niederländerinnen offenbar keine Grenzen kennt, erschöpft sich die Liste der ernsthaften Konkurrentinnen um Edelmetall alsbald. Auch die beiden deutschen Starterinnen Mieke Kröger und Antonia Niedermaier dürften dafür nicht in Frage kommen, aber immerhin genau wie die Österreicherin Anna Kiesenhofer um die Top 10 kämpfen. Kiesenhofer wurde in Wollongong Zehnte, Kröger belegte damals Rang zwölf.
Und so ist es Reusser, die für den deutschsprachigen Raum die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Dabei hatte die Schweizerin selbst lange in dieser Saison überhaupt keinen Schwerpunkt aufs Zeitfahren gelegt, wie sie jetzt in einer Mitteilung ihres Teams SD Worx sagte. “Zeitfahr-Gold war eigentlich zu Beginn des Jahres keines meiner Ziele, ich habe mich hauptsächlich auf die Klassiker und Etappenrennen fokussiert. Aber als die WM immer näher rückte, träumte ich wieder vom Regenbogentrikot.“
Davon, dass sie die Top-Favoriten ist, will sie allerdings nichts hören. Dabei hat sie die einzigen beiden Zeitfahren in diesem Jahr auf der Womens WorldTour für sich entschieden, jeweils vor ihrer SD-Worx-Teamkollegin Vollering. “Das muss aber nicht unbedingt etwas bedeuten. Der Kurs von Glasgow kann nicht mit dem bei der Tour de Suisse oder der Tour de France Femmes verglichen werden“, argumentierte sie.
Der Kurs von Glasgow ist genau genommen der von Stirling. Anders als die Straßenrennen oder die Mixed-Staffel werden die Einzelzeitfahren in der schottischen Kleinstadt nordöstlich von Glasgow ausgetragen. 36,2 Kilometer lang ist der Kurs, 242 Höhenmeter hält er bereit. Es ist der gleiche, auf dem der Italiener Lorenzo Milesi U23-Weltmeister der Männer wurde.
Das Profil des Zeitfahrens der Elite-Frauen | Foto: Veranstalter
“Der Kurs ist ziemlich interessant“, so Reusser. “Zwischen den Geraden gibt es ein paar Kurven und ein paar leichte Hoch-Runter-Passagen. Das sind Stellen, an denen man den Unterschied machen kann.“ Dazu zählt auch das Finale, wenn die Strecke nach dem Start in Stirling und der Fahrt übers Land zurück in die Stadt kommt. Hinauf zur Burg der Stadt, ansteigend mit über sechs Prozent und Kopfsteinpflaster, 750 Meter lang.
Die Karte des Zeitfahrens der Elite-Frauen | Foto: Veranstalter
Und auch das wird kaum etwas daran ändern, dass Reusser nach ihren Worten eine “Hassliebe“ zum Zeitfahren pflegt. “Ich freue mich nie wirklich darauf, weil man schon im Voraus weiß, dass es sehr anstrengend wird.“ Vielleicht ändert sich das aber zur nächsten Saison. Dann soll der Kampf gegen die Uhr in den Mittelpunkt rücken. “Ich habe mir die Olympischen Spiele in Paris und die Weltmeisterschaften zu Hause in Zürich Rot im Kalender angestrichen. Aber wenn ich schon jetzt ein Regenbogentrikot im Einzel gewinnen kann, dann werde ich mir das auch nicht entgehen lassen“, fügte Reusser an.
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