Evenepoel auf 14. Vuelta-Etappe abgehängt

Roglic revanchiert sich bei Bergankunft für Zeitfahrniederlage

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Roglic revanchiert sich bei Bergankunft für Zeitfahrniederlage"
Primoz Roglic (Jumbo – Visma) im Finale der 14. Vuelta-Etappe | Foto: Cor Vos

03.09.2022  |  (rsn) – Es waren 48 Sekunden, die Titelverteidiger Primoz Roglic (Jumbo – Visma) im Einzelzeitfahren der Spanien-Rundfahrt am vergangenen Dienstag in Alicante auf Remco Evenepoel (Quick Step – Alpha Vinyl) verlor. Exakt jenen Rückstand konnte er am Samstag wieder gutmachen, als er fünf Kilometer vor der Bergankunft in der Sierra de La Pandera attackierte und den jungen Belgier erstmals in Schwierigkeiten brachte. Damit reduzierte er seinen Rückstand im Klassement auf unter zwei Minuten und brachte sich für das finale Drittel der Rundfahrt als Evenepoels großer Herausforderer in Stellung.

"Manchmal verliert man Zeit, manchmal gewinnt man Zeit. Heute war ich es, der Zeit auf ihn gut gemacht hat", fasste der Slowene seine Anstrengungen in der Presseaussendung seiner Mannschaft zusammen. Zuvor hatte Roglic den Mann im Roten Trikot in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht. Evenepoel hatte nicht nur der Attacke des dreimaligen Vuelta-Champions nichts entgegenzusetzen hatte, sondern auch wenig später den Angriffen von Miguel Angel Lopez (Astana Qazaqstan) und Enric Mas (Movistar), die sich ebenfalls lösen konnten.

Der Kolumbianer erreichte gemeinsam mit Roglic das Ziel und nahm diesem als Tageszweiter noch zwei zusätzliche zwei Bonussekunden ab. Das Timing der beiden war aber nicht perfekt, denn wenige Sekunden vor ihnen feierte Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) seinen zweiten Tageserfolg, erneut aus einer Fluchtgruppe heraus.

Jumbo-Sportdirektor Niermann: "Primoz wird stärker"

"Es war ein wunderschöner Tag für uns", war Roglic trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden. Den Schwung will er nun in die letzte Woche mitnehmen und schon am Sonntag wartet mit dem fast 20 Kilometer langen Schlussanstieg in der Sierra Nevada der nächste harte Vuelta-Brocken. "Hoffentlich kann ich diesen Trend fortsetzen, denn ich fange an, mich besser zu fühlen", erklärte der Zeitfahr-Olympiasieger, der als erster Fahrer seit Miguel Indurain bei einer Grand Tour vier Gesamtsiege in Folge feiern könnte.

"Bis Madrid ist es noch ein weiter Weg und wir müssen weiterkämpfen", spornte er seine Mannschaft an, die mit ihrem harten Tempo im Schlussanstieg mitverantwortlich für Evenepoels Misere war. "Es ist für alle motivierend zu sehen, wie Primoz stärker wird", freute sich auch Roglics Sportlicher Leiter Grischa Niermann, der vor der Etappe nicht damit gerechnet hatte, dass sein Kapitän auf den bislang so souverän wirkenden Spitzenreiter Zeit würde aufholen können.

"Es ist ein schöner Bonus, dass wir Zeit gutmachen konnten. Morgen wartet die Königsetappe, wir liegen aber noch zurück. Deshalb werden wir auch dort kämpfen", versprach der Deutsche, der nach dem Toursieg von Jonas Vingegaard nun auch die letzte Grand Tour des Jahres im Fokus hat: "Wir haben zum ersten Mal gesehen, dass Evenepoel verwundbar ist. Nun sind wir in einer guten Position."

Mehr Informationen zu diesem Thema

07.11.2022Mas will es bei der Vuelta künftig besser machen

(rsn) – In den vergangenen Jahren war Enric Mas (Movistar) bei der Vuelta a Espana jeweils der beste heimische Fahrer. Doch zum Gesamtsieg reichte es für den 27-jährigen Spanier dabei nicht. 2018

14.09.2022Ackermann: In Vuelta-Schlusswoche auf “extrem hohen Level“

(rsn) – Mit drei Podiumsplatzierungen, aber ohne den erhofften Etappensieg trat Pascal Ackermann (UAE Team Emirates) die Heimreise von der Vuelta a Espana an und sprach deshalb gegenüber radsport-

13.09.2022“Leute haben ein Erinnerungsvermögen von 48 Stunden“

(rsn) – Dass Remco Evenepoel (Quick-Step - Alpha Vinyl) am Sonntag in Madrid zum ersten belgischen Grand-Tour-Sieger seit 44 Jahren wurde, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Doch der 22-Jährige h

12.09.2022Leitet Evenepoel die Grand-Tour-Trendwende ein?

(rsn) - Mit Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) hat die Radsport-Nation Belgien nach sage und schreibe 44 Jahren Pause wieder einen Grand-Tour-Sieger. Zuletzt hatte Johan De Muynck 1978 den Giro

12.09.2022Mohoric kritisiert Roglic: “Wir alle wissen, dass Primoz oft stürzt“

(rsn) – Die Reaktionen des Teams Jumbo – Visma auf den für Primoz Roglic die Vuelta beendenden Sturz am Ende der 16. Etappe in Tomares am vergangenen Dienstag haben rund um das Peloton für Unver

12.09.2022Mas rettet Movistar im Abstiegskampf

(rsn) - Viel war vom Movistar Team in dieser Saison nicht zu sehen. Nur 15 Siege fuhr der spanische Traditionsrennstall ein, keiner davon auf WorldTour-Niveau. Bei der Heimatrundfahrt band das Team ab

12.09.2022Evenepoel fast ohne Schlaf hellwach zum Vuelta-Triumph

(rsn) – Schon in den Jugendjahren war ein rotes Trikot eines der großen Ziele von Remco Evenepoel (Quick-Step – Alpha Vinyl). Als Nachwuchsfußballer des RSC Anderlecht und vom PSV Eindhoven scha

12.09.2022Highlight-Video der Vuelta-Schlussetappe

(rsn) – Juan Sebastian Molano (UAE Team Emirates) hat zum Abschluss der 77. Vuelta a Espana die 21. Etappe für sich entschieden. Der Kolumbianer setzte sich nach 96,7 Kilometern von Las Rozas nach

11.09.2022Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 183 Profis aus 23 Teams sind am 19. August im niederländischen Utrecht zur 77. Vuelta a Espana (2. UWT) angetreten. Hier listen wir auf, welche Fahrer wann und aus welchen Gründen die letzte

11.09.2022Molano siegt in Madrid vor Pedersen und Ackermann

(rsn) – Mit einer Überraschung endete die 21. Etappe der Spanien-Rundfahrt in Madrid. Juan Sebastian Molano (UAE Team Emirates) zog seinem Kapitän Pascal Ackermann den Sprint so stark an, dass nac

11.09.2022Il Lombardia wird Valverdes letztes Profirennen

(rsn) – Alejandro Valverde (Movistar) wird im Oktober beim italienischen Monument Il Lombardia das letzte Rennen seiner langen und erfolgreichen Profikarriere bestreiten. Das kündigte der 42-jähri

11.09.2022Vuelta-Dritter Ayuso: Eine Siegermentalität wie Pogacar

(rsn) - Juan Ayuso (UAE Team Emirates) und Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) verblüfften bei dieser Vuelta a Espana. Beide Rundfahrtdebütanten kämpften lange um das Podium. Der 21-jährige Rodrig

Weitere Radsportnachrichten

31.03.2025“Großvater“ Kristoff landete fast nochmal auf dem Podium

(rsn) – Zwei Monumente konnte Alexander Kristoff (Uno-X Mobility) in seiner Karriere schon gewinnen, aber auch bei Gent-Wevelgem in Flanders Fields war der mittlerweile 37-jährige Norweger schon e

31.03.2025Jakobsen muss unters Messer und steht vor langer Zwangspause

(rsn) – Spätestens nach der Saison 2022 schien der Horror-Sturz von Fabio Jakobsen (Picnic - PoostNL) aus der Polen-Rundfahrt aus dem Jahr 2020 endgültig vergessen, der heute 28-Jährige fuhr mit

31.03.2025Tudor, TotalEnergies und Uno-X bekommen die Tour-Wildcards 2025

(rsn) – Kaum hat die UCI die Bestätigung einer möglichen dritten Wildcard für die Grand Tours im Jahr 2025 bekanntgegeben, ist auch die ASO als Veranstalterin der Tour de France nun bereits vorge

31.03.2025Wiebes‘ unglaubliche Statistiken: Die Zahlen hinter der “100“

(rsn) – Ihren ersten UCI-Sieg feierte Lorena Wiebes im Jahr 2018. Das war damals im Mai beim Dorpenomloop in Aalburg, einem Rennen, das heute nicht mehr ausgetragen wird. Damals war sie 19 Jahre alt

31.03.2025UCI bestätigt Erweiterung der Grand-Tour-Pelotons auf 23 Teams

(rsn) – Nachdem sich das Professional Cycling Council (PCC) bereits für ein zusätzliches 23. Team bei den Grand Tours ausgesprochen hatte, hat nun auch das UCI Management Komitee die Entscheidung

31.03.2025Kool schafft bei Gent-Wevelgem den Befreiungsschlag

(rsn) – Auch wenn die Weltklasse-Sprinterin Charlotte Kool (Picnic – PostNL) beim überlegenen Sieg von Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) bei Gent-Wevelgem (1.UWT) chancenlos aussah, war die 25-

31.03.2025Keßler holt dritten Platz auf Schlussetappe der Olympia´s Tour

(rsn) - Für die Teams Lotto – Kern Haus – PSD Bank und Rembe – rad-net ist mit unterschiedlichen Gefühlen eine insgesamt erfolgreiche Olympia´s Tour zu Ende gegangen und Run & Race - Wibatech

31.03.2025Kooij erleidet Schlüsselbeinbruch bei Gent-Wevelgem

(rsn) – Olav Kooij (Visma – Lease a Bike) hat sich bei seinem Sturz 72 Kilometer vor dem Ziel bei Gent-Wevelgem (1.UWT) das Schlüsselbein gebrochen. Das bestätigte das niederländische Team vi

31.03.2025Haller fehlte ein halbes PS bei Pedersens Attacke

(rsn) – Durch die immer früheren Attacken der Favoriten bei den belgischen Frühjahresklassikern hat sich die Taktik, über die frühe Ausreißergruppe vor das Rennen zu kommen, in den letzten Jah

31.03.2025Dwars door Vlaanderen im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Dwars door Vlaanderen (1.UWT) ist eines der kürzesten flämischen Eintagesrennen des Frühjahrs. Im vergangenen Jahr etwa betrug die Distanz "nur" 183,7 Kilometer. Für die Fahrer ist das

30.03.2025Pedersen: “Erwartet das nicht immer von mir“

(rsn) – Es war schon eine sehr eindrucksvolle Show, die Mads Pedersen (Lidl – Trek) mit seiner 56 Kilometer langen Soloflucht beim 87. Gent-Wevelgem in Flanders Fields bot. Als wäre nichts weiter

30.03.2025Degenkolb: “Als Mads losfuhr, hatte keiner die Beine“

(rsn) – John Degenkolb (Picnic – PostNL) hat beim 87. Gent-Wevelgem (1.UWT) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er trotz seiner 36 Jahrebei harten, langen Eintagesrennen immer noch mit der

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine