Baskenland: Belgier nun knapp vor Martinez

Evenepoel wird für überraschende Attacke mit Gelb belohnt

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Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) im Gelben Trikot der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

08.04.2022  |  (rsn) - Mit einem entschlossenen Antritt 15 Kilometer vor dem Ziel der 5. Etappe der Baskenland-Rundfahrt brachte Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) zunächst Primoz Roglic (Jumbo - Visma) ins Hintertreffen, ehe er schließlich dem bis dahin so souverän auftretendenen Slowenen an der Bergankunft in Mallabia nach 163,8 Kilometern das Gelbe Trikot abnahm. Damit hat der 22-jährige Belgier nun gute Chancen, sich gleich bei seinem ersten Start die Gesamtwertung der sechstägigen Rundfahrt durch den spanischen Nordwesten zu sichern.

Evenepoel wählte ein Flachstück kurz vor der letzten Bergwertung des Tages, um in die Offensive zu gehen. Seinem Antritt konnten nur Roglics Teamkollege Jonas Vingegaard, Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Enric Mas (Movistar), Daniel Martinez (Ineos Grenadiers), Ion Izagirre (Cofidis) und Aleksandr Vlasov (Bora - hansgrohe) folgen. "Ich denke, es war der richtige Moment“, sagte Evenepoel im Ziel zu seiner Attacke. “Auf einem Plateau nach einem Anstieg will sich jeder erholen. Aber ich wollte das Tempo unbedingt hoch halten. Wir haben das vor dem Rennen besprochen und ich bin froh, dass es geklappt hat."

Das Septett hätte fast sogar noch Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) eingeholt, der sich als letzter Fahrer einer stark besetzten Ausreißergruppe seinen ersten Profisieg sicherte,nachdem er auf den letzten 14 Kilometer seinen Begleiter Marc Soler (UAE Team Emirates) abgeschüttelt hatte. Als Tagesdritter hinter Rodriguez‘ Teamkollegen Martinez holte sich Evenepoel noch vier Bonussekunden, dank derer er die Spitzenposition vor dem Kolumbischen Zeitfahrmeister eroberte.

Mit dem Sieg des 21-jährigen Spaniers konnte der Quick-Step-Kapitän gut leben, nicht nur deshalb, weil Rodriguez im Gesamtklassement keine Gefahr darstellte. “Ich weiß, es ist ein bisschen seltsam, wenn man sagt, dass man nicht fährt, um zu gewinnen, aber es gibt immer ein Morgen. Ich wusste auch, dass Martínez seine Beine schonen konnte, deshalb war er natürlich der Frischeste im Sprint.“

"Spanien und Regen sind nie eine gute Kombination"

Im hektischen Finale erschwerte einsetzender Regen den Fahrern die Angelegenheit zusätzlich. Auch Evenepoel verlor im steilen Schlussanstieg auf rutschigem Boden kurz die Kontrolle, konnte sich aber im Gegensatz zu Vlasov und Vingegaard, die wenige Meter vor dem Ziel stürzten und ihre Räder über die Linie schieben mussten, auf dem Rad halten.

“750 Meter vor Schluss bin ich weggerutscht. Dadurch habe ich etwas an Boden auf die Jungs vor mir verloren. Dann stürzten sie vor mir“, schilderte er die Szene, die für zusätzlichen Trubel sorgte, ehe sich Martinez den zweiten Platz sicherte. “So ist das Leben. Spanien und Regen sind nie eine gute Kombination, das haben wir heute im Finale gesehen, zum Glück nicht auf der ganzen Etappe“, sagte Evenepoel, der im Klassement nur zwei Sekunden Vorsprung auf Martinez hat.

Angesichts der abschließenden Königsetappe ein hauchdünner Abstand, worüber sich auch Evenepoel im Klaren war. “Morgen wird es ein ganz anderes Rennen. Ich glaube, es wird hart. Es wird eine kurze, schwere Etappe, aber ich hoffe sehr, dass ich morgen wieder im Gelben Trikot hier sein kann“, fügte er selbstbewusst an.

Remco Evenepoels Attacke im Eurosport-Video:

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