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14.07.2019 | (rsn) - Bei der Suche nach möglichen französischen Kandidaten auf einen Sieg am Nationalfeiertag wird man schnell fündig: Nach ihren Vorstellungen im Finale der gestrigen 8. Tour-Etappe gehören auch am heutigen 14. Juli Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) und Thibaut Pinot (Groupama - FDJ) zu den Favoriten.
Kaum einem dürfte aber der Name Romain Bardet (AG2R) in den Sinn kommen, denn nach der ersten Woche der 106. Frankreich-Rundfahrt liegt der Tour-Zweite von 2016 überraschend nur auf Rang 23 der Gesamtwertung, bereits deutliche 3:20 Minuten hinter dem Gelben Trikot, das der Franzose so gerne tragen würde und das seit gestern wieder im Besitz von Alaphilippe ist.
Im Ziel der gestrigen Etappe in Saint - Etienne konnte es AG2R bereits als kleinen Erfolg verbuchen, dass der Kapitän keine Probleme hatten, in der Favoritengruppe um Geraint Thomas (Ineos) mitzuhalten. Als Alaphilippe und Pinot im letzten Anstieg attackierten, war allerdings auch Bardet machtlos. "Ich hatte einen Rückschlag und übernehme dafür die Verantwortung“, meinte der 28-Jährige am Vormittag vor dem Start in Macon. “Dafür bin ich nicht zur Tour gekommen und ich bin entschlossen, das zu ändern und wiedergutzumachen.“
Am Samstag gelang ihm das noch nicht - viel wichtiger wird aber auch der heutige “Bastille-Tag“ sein, zumal sich das Ziel des neunten Teilstücks in seiner Heimatstadt Brioude befindet und die Strecke über Bardet bestens bekanntes Terrain führt.
"Er wird auf der Strecke und im Finale jede Menge Unterstützung von den Zuschauern und seiner Finale bekommen“, bemühte sich Team-Manager Vincent Lavenu um Optimismus. Ob die Anfeuerungen Bardet an der Cote de Saint-Just, dem letzten Anstieg des Tages 13 Kilometer vor dem Ziel, allerdings entscheidend helfen werden, darf man bezweifeln, denn bei der Tour setzt sich bisher nur das fort, was sich im Frühjahr bereits angedeutet hatte.Â
Jurdin: "Es warten noch sehr schwere Etappen"
Sicher nicht hilfreich war Bardets Sturz bei der Katalonien-Rundfahrt, aber auch in der unmittelbaren Tour-Vorbereitung - beim Critérium du Dauphiné langte es nur zu Rang zehn - lief nicht viel zusammen. Das alles führte dazu, dass der als nachdenklicher Mensch geltende Bardet offenbar mit zu wenig Selbstbewusstein im Gepäck zur Tour reiste, wie sein Sportdirektor meinte.
"Es ist klar, dass im Moment das Selbstvertrauen nicht wirklich da ist, aber ein Radfahrer braucht Selbstvertrauen", sagte Justin Jurdie zu cyclingnews. "Vor der Tour war er nicht sehr zuversichtlich, aber Romain ist ein Mann, der viel Arbeit in seine Vorbereitung steckt“, fügte er an.
Wie Lavenu hat auch Jurdie das Gesamtklassement angesichts der noch anstehenden Alpen- und Pyrenäenetappe nicht abgeschrieben. “Wir stehen zu 100 Prozent hinter ihm. Ich habe die Arbeit gesehen, die er investiert hat, ich weiß, dass seine Verfassung gut ist. Es warten noch fünf, sechs oder sogar sieben sehr schwere Etappen“, meinte der Sportdirektor.
Ob er die heutige dazu zählt und er Bardet zutraut, am Nationalfeiertag in die Erfolgsspur zurückzufinden, verriet Jurdin aber nicht.
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