Kein Glück? Keine Form? Kein Sieg!

Elf Fahrer ohne Saisonerfolg 2018 - Teil 2

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "Elf Fahrer ohne Saisonerfolg 2018 - Teil 2"
Warren Barguil (Fortuneo-Samsic) | Foto: Cor Vos

23.11.2018  |  (rsn) - Während hinter einigen Fahrern eine mit Siegen gepflasterte Saison liegt, finden sich in den Bilanzen anderer Profis keine Einträge. Einige davon dürften trotzdem sehr mit ihren Leistungen zufrieden sein, verpassten nur das Highlight in Form eines (Einzel)-Siegs. Andere Profis blieben hingegen teils deutlich hinter den Erwartungen zurück, wieder andere plagten sich mit Krankheiten und Verletzungen herum. Wir haben elf namhafte Fahrer aufgeführt, deren Saison 2018 ohne Erfolgserlebnis blieb.

Teil 2

Rafal Majka (Bora-hansgrohe)
Am Einsatzwillen fehlte es dem Polen in der Saison 2018 nicht, einzig das Erfolgserlebnis blieb aus. Majkas Saison drehte sich vor allem um die Tour de France. Als Kapitän der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe strebte er eine Top-fünf-Platzierung an, offenbarte allerdings frühzeitig Probleme in den Alpen und musste daraufhin jegliche Ambitionen in Sachen Gesamtwertung aufgeben. Fortan konzentrierte sich Majka auf Tagessiege, gehörte zu etlichen Fluchtgruppen und verpasste zum Abschluss der Pyrenäenetappen in Laruns als letzter Ausreißer gegen die Klassementfahrer nur knapp einen Sieg.

Ähnlich aktiv zeigte sich der Kletterspezialist anschließend auch bei der Vuelta a Espana. Majka war zwar als Helfer für Emanuel Buchmann eingeplant, dürfte  aber auch eigenen Ambitionen in Fluchtgruppen nachgehen. Am Ende fehlte ihm erneut das letzte Quäntchen Fortune: Bei der Bergankunft in La Camperona belegte er Platz zwei, wenige Tage später am Balcon de Bizkaia fehlten dem 29-Jährigen nur wenige Sekunden zum großen Coup. Insgesamt sammelte Majka 21 Top-Ten-Einzelplatzierungen über die Saison. Einen Sieg jedoch nicht.

Rui Costa (Team UAE)
Es gab eine Zeit, da gehörte der Portugiese zu den aufregendsten Fahrern im Peloton: Weltmeister (2013), mehrfacher Tour-de-France-Etappensieger und quasi alljährlich Gesamtsieger der Tour de Suisse. Das Klassement der großen Landesrundfahrten schien der logische nächste Schritt für den Portugiesen zu sein – und brachte seine Karriere ergebnismäßig ins Straucheln. Mittlerweile hat sich Costa wieder besonnen auf seine Fähigkeiten als Etappenjäger, der sich auf einwöchige Rundfahrten konzentriert. Als beste Leistung in dieser Saison fuhr er bei der Tour de Romandie bei drei von sechs Tagesabschnitten unter die besten Fünf und beendet die Rundfahrt als Fünfter.

Zu Saisonbeginn landete Rui Costa zudem bei der Tour of Oman auf der 3. Etappe hinter Greg Van Avermaet (BMC) auf Platz zwei und verbuchte im September noch einen sechsten Platz beim Grand Prix de Montreal. Doch an die Erfolge früherer Tage kam der 32-Jährige  nicht heran, ein Sieg blieb ihm verwehrt. Eine Grand Tour bestritt er ebenfalls nicht. Zwischenzeitlich hatte Rui Costa allerdings mit Knieproblemen zu kämpfen.

Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo)
Der Niederländer schloss die Saison als bestplatzierter Fahrer in der WorldTour-Einzelwertung ab, der keinen einzigen Sieg verbuchte. Seine Punkte für Rang 20 holte sich Kruijswijk in erster Linie durch gute Leistungen im Gesamtklassement der Tour de France (Platz fünf) und der Vuelta a Espana (vier). Der 31-Jährige sammelte bei den großen Landesrundfahrten insgesamt neun Top-Ten-Einzelplatzierungen. In Erinnerung blieb sein Soloritt auf dem Teilstück nach Alpe d’Huez, bei dem ihm die Verfolger erst weniger Kilometer vor dem Ziel stellten.

Auch in der Gesamtwertung der Katalonien-Rundfahrt (Platz sieben), der Tour de Romandie (sechs) und der Tour de Suisse (acht) landete Kruijswijk unter den Besten und sammelte weitere gute Etappenresultate. Nur zum Sieg reichte es nicht - ein Problem, das sich durch seine gesamte Laufbah zieht. Ein Etappensieg bei der Tour de Suisse 2011 sowie die Gesamtwertung des Arctic Race of Norway 2014 sind bislang Kruijswijks einzige Erfolgserlebnisse.

Warren Barguil (Fortuneo-Samsic)
Mit zwei Etappensiegen und dem Gewinn des Bergtrikots drückte Barguil 2017 der Tour de France seinen Stempel auf. Aufgrund von Differenzen mit der Sunweb- Teamleitung kehrte der Bretone zum Saisonende in die Heimat zurück und schloss sich dem Zweitdivisionär Fortuneo-Samsic an. Doch die Euphorie sollte schnell verfliegen, denn der Barguil von 2018 hatte mit dem von 2017 nur wenig gemein. Bis zur Tour de France fiel er bei seinen Renneinsätzen kaum auf, ein siebter Platz bei der nationalen Straßenmeisterschaft stellte sein bestes Ergebnis dar. Barguils Zwischenfazit im Juni: "Es war nur Müll, von Anfang an - nicht das, was ich mir erhofft hatte."

Immerhin präsentierte er sich bei der Frankreich-Rundfahrt formverbessert und versuchte in den Bergen als Ausreißer sein Glück. Als ernsthafter Kandidat für einen Tagessieg kam er jedoch nicht in Frage. In der zweiten Saisonhälfte zeigte der 27-Jährige als Gesamtsechster der Deutschland Tour und mit Platz drei im Zielsprint beim Grand Prix de Wallonie Fortschritte. An die Verfassung des Vorjahres reichte es jedoch nie heran. Barguil musste nicht nur ein siegloses, sondern auch ein verlorenes Jahr abhaken.

Zdenek Stybar (Quick-Step Floors)
73 Siege fuhr Quick-Step Floors in der Saison 2018 ein – verteilt auf 14 Fahrer. Nicht darunter befand sich Zdenek Stybar. Allerdings überzeugte der 32-Jährige mit konstanten Leistungen bei den Frühjahrsklassikers, kam bei der Strade Bianchi (Platz sieben), dem E3 Harelbeke (neun), Gent-Wevelgem (acht), Dwars door Vlaanderen (sechs), Flandern-Rundfahrt (zehn) und Paris-Roubaix (neun) jeweils in die Top Ten. Wichtiger noch: Stybar trug wesentlich zu den Klassikersiegen von Niki Terpstra und Yves Lampaert bei.

Dagegen reichte es nicht zu persönlichen Erfolgserlebnissen. Bei den tschechischen Meisterschaften verpasste er als Fünfter die Titelverteidigung, bei der Binck Bank Tour beendete der Routinier gleich drei Etappen  als Tagesdritter. Dafür gab es zwar das Punktetrikot, das allerdings nur ein dünnes Torstpflaster für die erste sieglose Saison seit Stybars Profidebüt 2011 war.

Zum 1. Teil

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