Vorschau 3. Abu Dhabi Tour

Top-Starterfeld für Berg wie Sprint und keine erdrückende Hitze

Von Felix Mattis aus Abu Dhabi

Foto zu dem Text "Top-Starterfeld für Berg wie Sprint und keine erdrückende Hitze"
Das Peloton fährt auf dem Yas Marina Circuit unter dem Viceroy-Hotel hindurch. | Foto: Abu Dhabi Tour / Claudio Peri

21.02.2017  |  (rsn) - Keine anderthalb Jahre ist es her, dass die Erstauflage der Abu Dhabi Tour für große Diskussionen sorgte. Die Hitze von stellenweise rund 45 Grad Celsius war ein kleiner Skandal der jüngeren Radsport-Geschichte - und das nicht zu Unrecht. Doch die Verlegung in den Februar stellt die 3. Abu Dhabi Tour unter andere Vorzeichen. Gerade in diesem Winter ist es in den Vereinigten Arabischen Emiraten kühler und feuchter als sonst, und so sind für die vier Renntage von Donnerstag bis Sonntag Temperaturen um die 25 Grad zu erwarten. Zwei Tage vor Rennstart kletterte die Anzeige auf dem Thermometer nicht über die 20, und es regnete sogar ein wenig.

Innerhalb dieser anderthalb Jahre hat es die Abu Dhabi Tour vom neuesten der Rennen im Mittleren Osten zum mit WorldTour-Status versehen wichtigsten Event der Region gebracht. Und das zeigt sich auch beim Blick auf die Startliste. Nur wenige der großen Stars des Profi-Radsports fehlen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Angeführt wird die Startliste von Sprint-Assen wie Renn-Botschafter Mark Cavendish (Dimension Data), André Greipel (Lotto-Soudal) und Marcel Kittel (Quick-Step Floors) sowie Kletterern wie Nairo Quintana (Movistar), Romain Bardet (Ag2r), Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida), Fabio Aru (Astana) oder dem Trek-Segafredo-Duo Alberto Contador und Bauke Mollema.

Die Strecke: Die Veränderungen des Parcours liegen über vier Tage lediglich im Detail. Alle vier Etappen enden 2017 an denselben Stellen wie bereits im vergangenen Oktober bei der zweiten Auflage und der Premiere im heißen Herbst 2015. Allerdings steigt die Gesamtdistanz der Rundfahrt mit dem WorldTour-Status und dem allgemeinverträglicheren Klima im Februar von zuletzt 555 auf nun 671 Kilometer an.

Sowohl die 1. Etappe durch die Wüste mit Start und Ziel in Madinat Zayed als auch der zweite Tag in der Hauptstadt Abu Dhabi selbst sind gemacht für die Sprinter. Allerdings könnte an beiden Tagen der Wind eine Rolle spielen - gerade auf der langen Geraden auf einer Schnellstraße mitten in der Wüste am Donnerstag zum Auftakt, aber auch 24 Stunden später, wenn in der Küstenstadt Abu Dhabi lange direkt am Wasser gefahren wird.

Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fällt zweifelsohne am Samstag auf der 3. Etappe, die einmal mehr nach langer flacher Anfahrt rund um Al Ain mit dem 10,8 Kilometer und im Schnitt 6,6 Prozent steilen Schlussanstieg hinauf zum Jebel Hafeet endet. Das große Finale stellt, wie schon bei den ersten beiden Austragungen, eine Abendetappe unter Flutlicht auf der Formel-1-Rennstrecke von Abu Dhabi, dem Yas Marina Circuit dar - natürlich erneut eine Angelegenheit für die Sprinter.

Die Favoriten: Wie bereits erwähnt wartet die Abu Dhabi Tour 2017 mit dem wohl illustresten Starterfeld sämtlicher bisheriger Wüstenrennen auf. Rundfahrer, Kletterer und Sprinter sind gleichermaßen stark vertreten, von den Top-Stars fehlen wohl nur Chris Froome (Sky), Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und John Degenkolb (Trek-Segafredo).

Titelverteidiger Tanel Kangert (Astana) bekommt es am Jebel Hafeet mit der Creme de la Creme der Kletterer zu tun. Neben seinem Teamkollege Aru sowie Bardet, Contador, Mollema, Nibali und Quintana sind das Domenico Pozzovivo (Ag2r), Tejay van Garderen und Nicolas Roche (beide BMC), Rafal Majka (Bora-hansgrohe), Julian Arredondo (Nippo-Vini Fantini), Roman Kreuziger (Orica-Scott), Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors), Merhawi Kudus (Dimension Data), Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin), Steven Kruijswijk, George Bennett und Robert Gesink (alle LottoNL-Jumbo), Tom Dumoulin (Sunweb), Kenny Elissonde (Sky), Julien Bernard (Trek-Segafredo) und Rui Costa sowie Louis Meintjes (beide UAE Team Emirates).

Ähnlich prominent geht es bei den Sprintern zu, wo sich zu Cavendish und dem formbedingt wohl favorisierten Duo Greipel und Kittel vor allem Caleb Ewan (Orica-Scott), Elia Viviani (Sky), Niccolo Bonifazio (Bahrain-Merida), Matteo Pelucchi (Bora-hansgrohe), Phil Bauhaus (Sunweb), Daniele Bennati (Movistar), Eduard Grosu (Nippo-Vini Fantini) und Andrea Guardini (UAE Team Emirates) in den Favoritenkreis drängen. Die Liste der für Siege in Frage kommenden Fahrer ist jeden Tag lang - auch weil es noch früh im Jahr ist, und gerade bei den Kletterern nicht klar ist, wer bereits wie gut drauf ist.

Die Deutschsprachigen: Greipel und Kittel führen die Sprintergarde an, sind aber nicht die einzigen Fahrer aus Deutschland, Luxemburg, Österreich oder der Schweiz, die am Donnerstag die 1. Etappe in Angriff nehmen werden - im Gegenteil: Deutschland stellt mit acht Startern eines der größten Kontingente in Abu Dhabi. Emanuel Buchmann und Rüdiger Selig wollen für Bora-hansgrohe Majka und Pelucchi unterstützen, Bauhaus ist Sunwebs Sprinter, während Teamkollege Lennard Kämna sicher in erster Linie lernen, aber auch Dumoulin unterstützen soll - genau wie Jasha Sütterlin (Movistar) Quintana und Roger Kluge (Orica-Scott) seinen Sprint-Kapitän Ewan.

Rick Zabel (Katusha-Alpecin) dürfte wie Bauhaus sogar selbst die Chance in den Sprints bekommen, und Paul Martens (LottoNL-Jumbo) im Flachen für Juan José Lobato beziehungsweise LottoNLs Kletter-Dreigestirn arbeiten. Dazu kommen die Österreicher Patrick Konrad (Bora-hansgrohe), Bernhard Eisel (Dimension Data) und Michael Gogl sowie der Luxemburger Laurent Didier (beide Trek-Segafredo) und dessen Landsmann Ben Gastauer (Ag2r).

Die Teams: Astana, Ag2r, Bahrain-Merida, Bardiani-CSF, BMC, Bora-hansgrohe, Gazprom-RusVelo, Lotto-Soudal, Movistar, Nippo-Vini Fantini, Orica-Scott, Quick-Step Floors, Dimension Data, Katusha-Alpecin, LottoNL-Jumbo, Novo Nordisk, Sunweb, Sky, Trek-Segafredo, UAE Team Emirates

Die Etappen:
1. Etappe, 23. Februar: Madinat Zayed - Madinat Zayed (189 km)
2. Etappe, 24. Februar: Abu Dhabi - Abu Dhabi/Al Marina (153 km)
3. Etappe, 25. Februar: Al Ain - Jebel Hafeet (186 km, Bergankunft)
4. Etappe, 26. Februar: Yas Marina Circuit (143 km, 26 Runden)

Mehr Informationen zu diesem Thema

27.02.2017Quintana: "Scheibenbremsen sind unnötig und gefährlich"

(rsn) - Mehr als das sportliche Geschehen scheint derzeit das Thema Scheibenbremsen die Schlagzeilen im Radsport zu vereinnahmen. Ausgangspunkt der Diskussionen ist nach wie vor der Sturz auf der 1.

27.02.2017Ewan und Kluge harmonieren auch in Abu Dhabi prächtig

(rsn) - Schon nach wenigen Rennen steht fest: Sprinttalent Caleb Ewan (Orica-Scott) und sein neuer Anfahrer Roger Kluge harmonieren prächtig. Bereits bei der Tour Down Under im Januar beim ersten gem

27.02.2017Greipel: Auch ohne Sieg "eine schöne Woche" in Abu Dhabi

(rsn) - André Greipel ist ein Sprinter, und Sprinter wollen immer gewinnen. Doch auch ohne den erhofften Tagessieg hatte der Hürther am Ende der Abu Dhabi Tour in den Formel-1-Boxen des Yas Marina C

27.02.2017Kittel: "Ich bin gerutscht, als gäbe es kein Morgen"

(rsn) - Rang 34 - die genaue Position dürfte Marcel Kittel (Quick-Step Floors) reichlich egal gewesen sein, als er wie ein begossener Pudel und mit herunterhängenden Mundwinkeln durch die Boxengasse

26.02.2017Highlight-Video der 4. Etappe der Abu Dhabi Tour

(rsn) - Caleb Ewan (Orica-Scott) hat die 4. Etappe der 3. Abu Dhabi Tour gewonnen. Der 22-jährige Australier ließ zum Abschluss der Rundfahrt am Abend auf dem Formel-1-Kurs von Yas Marina über 143

26.02.2017Majka und Konrad in Top Ten - Bora mit Abu Dhabi Tour zufrieden

(rsn) - Angesichts von Peter Sagans überragendem Wochenende in Belgien, wo der Weltmeister zunächst Zweiter bei Het Nieuwsblad wurde und am Sonntag Kuurne-Brüssel-Kuurne gewann, geriet der ebenso Ã

26.02.2017Ewan: Zum Auftakt in Abu Dhabi am Boden, am Ende obenauf

(rsn) - Nachdem er auf der 2. Etappe der Abu Dhabi Tour zu früh gejubelt hatte und von Marcel Kittel (Quick-Step Floors) praktisch auf dem Zielstrich noch abgefangen worden war, machte Caleb Ewan (Or

26.02.2017Ewan siegt in Yas Marina, Rui Costa sichert sich Gesamtwertung

(rsn) - Caleb Ewan (Orica-Scott) hat die 4. Etappe der 3. Abu Dhabi Tour gewonnen. Der 22-jährige Australier ließ zum Abschluss der Rundfahrt am Abend auf dem Formel-1-Kurs von Yas Marina über 143

25.02.2017Bora-Kapitän Majka trat am Jebel Hafeet zu spät in Aktion

(rsn) - Ein siebter Platz für Rafal Majka mit 46 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Rui Costa (UAE Team Emirates), Platz 16 für Patrick Konrad und Rang 45 an einem schlechten Tag für Emanuel Buchm

25.02.2017Highlight-Video der 3. Etappe der Abu Dhabi Tour

(rsn) - Rui Costa (UAE Team Emirates) hat nach seinem Sieg auf der Königsetappe der 3. Abu Dhabi Tour beste Chancen, die morgen endende Rundfahrt durch das gleichnamige Emirat für sich zu entscheide

25.02.2017Konrad: "Es macht irrsinnig Spaß mit der Mannschaft"

(rsn) - Patrick Konrad (Bora-hansgrohe) arbeitete auf der Königsetappe der 3. Abu Dhabi Tour am Jebel Hafeet viel für seinen Kapitän Rafal Majka und übernahm die Verantwortung für das Tempo der F

25.02.2017Quintana wird Contador nicht los, Rui Costa nutzt die Chance

(rsn) – Im knapp elf Kilometer langen Schlussanstieg der Königsetappe der 3. Abu Dhabi Tour testete Nairo Quintana (Movistar) gleich mehrmals seine Beine und die Konkurrenz. Der Kolumbianer hinterl

Weitere Radsportnachrichten

08.02.2026Radsport live im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die w

08.02.2026Red Bull hat alles im Griff: Evenepoel souverän zum Rundfahrtsieg

(rsn) – Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat am letzten Tag der 77. Valencia-Rundfahrt (2.Pro) nichts mehr anbrennen lassen und sich als erster Belgier seit Eddy Merckx 1969 die Ges

08.02.2026Costiou erobert mit starkem Zeitfahrauftritt noch das Gelbe Trikot

(rsn) – Ewen Costiou (Groupama – FDJ United) hat sich mit seinem Sieg im abschließenden Zeitfahren noch vom elften Platz an die Spitze des 56. Étoile de Bessèges - Tour du Gard (2.1) verbessert

08.02.2026“Über Kreuz schauen“ und “aufrauchen“

(rsn) - Nachdem er auf Mallorca sein Debüt für Tudor gegeben hatte, ist Lennart Jasch, der zum Kader des Development Teams gehört, auch im Oman schon wieder für die Profimannschaft im Einsatz. Am

08.02.2026Vandeputte holt sich in Lille den Krawatencross

(rsn) – Niels Vandeputte (Alpecin – Premier Tech) hat in Lille den vorletzten Lauf der X2O Badkamers Trofee gewonnen. Der 25-jährige Belgier setzte sich beim Krawatencross zur Rennmitte ab und ka

08.02.2026Alvarado dreht in Lille gegen Brand den Spieß um

(rsn) – Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) hat sich beim Krawatencross in Lille für die WM-Niederlage gegen Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) revanchiert. Die Silbe

08.02.2026Longo Borghini siegt am Jebel Hafeet für einen verstorbenen Freund

(rsn) – Mit einer souveränen Vorstellung hat Elisa Longo Borghini (UAE - Team ADQ) die abschließende 4. Etappe der UAE Tour Women (2.WWT) für sich entschieden und nach 156 Kilometern von Al Ain z

08.02.2026Lippert krönt starken Movistar-Auftritt mit erstem Saisonsieg

(rsn) – Mit einem starken Auftritt hat sich Liane Lippert (Movistar) die 8. Ausgabe der Vuelta CV Feminas (1.Pro) gesichert und an ihrem dritten Renntag der Saison den ersten Sieg gefeiert Die 28-jÃ

08.02.2026Veistroffer mit Ausreißercoup an den Ytti Hills ins Rote Trikot

(rsn) – Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) hat als Ausreißer die 2. Etappe der Tour of Oman (2.Pro) gewonnen und mit seinem ersten Sieg bei den Profis auch das Rote Trikot des Gesamtfüh

08.02.2026Nicht die Flagge, sondern das Potenzial entscheidet

(rsn) – Seit Grischa Niermann 1998 zu Rabobank kam, hat der niederländische Rennstall ununterbrochen mindestens einen deutschen Fahrer unter Vertrag. Auch jetzt, inzwischen unter dem Namen Visma â€

08.02.2026UAE Tour: Van der Breggen nicht mehr zur Schlussetappe angetreten

(rsn) – Mit Anna van der Breggen hat eine weitere der Top-Favoritinnen auf den Gesamtsieg bei der UAE Tour Women (2.WWT) die Segel streichen müssen. Wie ihr Team SD Worx – ProTime mitteilte, leid

08.02.2026Die WorldTour ruft: Punktesammeln im Kreis der Großen

(rsn) – Ab jetzt zählt es für Tudor. 2029 will die Mannschaft aus der Schweiz die WorldTour-Lizenz lösen. Und neben infrastrukturellen Kriterien, die das Team zweifelsohne auch jetzt schon erfül