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21.02.2017 | (rsn) - Keine anderthalb Jahre ist es her, dass die Erstauflage der Abu Dhabi Tour für große Diskussionen sorgte. Die Hitze von stellenweise rund 45 Grad Celsius war ein kleiner Skandal der jüngeren Radsport-Geschichte - und das nicht zu Unrecht. Doch die Verlegung in den Februar stellt die 3. Abu Dhabi Tour unter andere Vorzeichen. Gerade in diesem Winter ist es in den Vereinigten Arabischen Emiraten kühler und feuchter als sonst, und so sind für die vier Renntage von Donnerstag bis Sonntag Temperaturen um die 25 Grad zu erwarten. Zwei Tage vor Rennstart kletterte die Anzeige auf dem Thermometer nicht über die 20, und es regnete sogar ein wenig.
Innerhalb dieser anderthalb Jahre hat es die Abu Dhabi Tour vom neuesten der Rennen im Mittleren Osten zum mit WorldTour-Status versehen wichtigsten Event der Region gebracht. Und das zeigt sich auch beim Blick auf die Startliste. Nur wenige der großen Stars des Profi-Radsports fehlen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Angeführt wird die Startliste von Sprint-Assen wie Renn-Botschafter Mark Cavendish (Dimension Data), André Greipel (Lotto-Soudal) und Marcel Kittel (Quick-Step Floors) sowie Kletterern wie Nairo Quintana (Movistar), Romain Bardet (Ag2r), Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida), Fabio Aru (Astana) oder dem Trek-Segafredo-Duo Alberto Contador und Bauke Mollema.
Die Strecke: Die Veränderungen des Parcours liegen über vier Tage lediglich im Detail. Alle vier Etappen enden 2017 an denselben Stellen wie bereits im vergangenen Oktober bei der zweiten Auflage und der Premiere im heißen Herbst 2015. Allerdings steigt die Gesamtdistanz der Rundfahrt mit dem WorldTour-Status und dem allgemeinverträglicheren Klima im Februar von zuletzt 555 auf nun 671 Kilometer an.
Sowohl die 1. Etappe durch die Wüste mit Start und Ziel in Madinat Zayed als auch der zweite Tag in der Hauptstadt Abu Dhabi selbst sind gemacht für die Sprinter. Allerdings könnte an beiden Tagen der Wind eine Rolle spielen - gerade auf der langen Geraden auf einer Schnellstraße mitten in der Wüste am Donnerstag zum Auftakt, aber auch 24 Stunden später, wenn in der Küstenstadt Abu Dhabi lange direkt am Wasser gefahren wird.
Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fällt zweifelsohne am Samstag auf der 3. Etappe, die einmal mehr nach langer flacher Anfahrt rund um Al Ain mit dem 10,8 Kilometer und im Schnitt 6,6 Prozent steilen Schlussanstieg hinauf zum Jebel Hafeet endet. Das große Finale stellt, wie schon bei den ersten beiden Austragungen, eine Abendetappe unter Flutlicht auf der Formel-1-Rennstrecke von Abu Dhabi, dem Yas Marina Circuit dar - natürlich erneut eine Angelegenheit für die Sprinter.
Die Favoriten: Wie bereits erwähnt wartet die Abu Dhabi Tour 2017 mit dem wohl illustresten Starterfeld sämtlicher bisheriger Wüstenrennen auf. Rundfahrer, Kletterer und Sprinter sind gleichermaßen stark vertreten, von den Top-Stars fehlen wohl nur Chris Froome (Sky), Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und John Degenkolb (Trek-Segafredo).
Titelverteidiger Tanel Kangert (Astana) bekommt es am Jebel Hafeet mit der Creme de la Creme der Kletterer zu tun. Neben seinem Teamkollege Aru sowie Bardet, Contador, Mollema, Nibali und Quintana sind das Domenico Pozzovivo (Ag2r), Tejay van Garderen und Nicolas Roche (beide BMC), Rafal Majka (Bora-hansgrohe), Julian Arredondo (Nippo-Vini Fantini), Roman Kreuziger (Orica-Scott), Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors), Merhawi Kudus (Dimension Data), Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin), Steven Kruijswijk, George Bennett und Robert Gesink (alle LottoNL-Jumbo), Tom Dumoulin (Sunweb), Kenny Elissonde (Sky), Julien Bernard (Trek-Segafredo) und Rui Costa sowie Louis Meintjes (beide UAE Team Emirates).
Ähnlich prominent geht es bei den Sprintern zu, wo sich zu Cavendish und dem formbedingt wohl favorisierten Duo Greipel und Kittel vor allem Caleb Ewan (Orica-Scott), Elia Viviani (Sky), Niccolo Bonifazio (Bahrain-Merida), Matteo Pelucchi (Bora-hansgrohe), Phil Bauhaus (Sunweb), Daniele Bennati (Movistar), Eduard Grosu (Nippo-Vini Fantini) und Andrea Guardini (UAE Team Emirates) in den Favoritenkreis drängen. Die Liste der für Siege in Frage kommenden Fahrer ist jeden Tag lang - auch weil es noch früh im Jahr ist, und gerade bei den Kletterern nicht klar ist, wer bereits wie gut drauf ist.
Die Deutschsprachigen: Greipel und Kittel führen die Sprintergarde an, sind aber nicht die einzigen Fahrer aus Deutschland, Luxemburg, Österreich oder der Schweiz, die am Donnerstag die 1. Etappe in Angriff nehmen werden - im Gegenteil: Deutschland stellt mit acht Startern eines der größten Kontingente in Abu Dhabi. Emanuel Buchmann und Rüdiger Selig wollen für Bora-hansgrohe Majka und Pelucchi unterstützen, Bauhaus ist Sunwebs Sprinter, während Teamkollege Lennard Kämna sicher in erster Linie lernen, aber auch Dumoulin unterstützen soll - genau wie Jasha Sütterlin (Movistar) Quintana und Roger Kluge (Orica-Scott) seinen Sprint-Kapitän Ewan.
Rick Zabel (Katusha-Alpecin) dürfte wie Bauhaus sogar selbst die Chance in den Sprints bekommen, und Paul Martens (LottoNL-Jumbo) im Flachen für Juan José Lobato beziehungsweise LottoNLs Kletter-Dreigestirn arbeiten. Dazu kommen die Österreicher Patrick Konrad (Bora-hansgrohe), Bernhard Eisel (Dimension Data) und Michael Gogl sowie der Luxemburger Laurent Didier (beide Trek-Segafredo) und dessen Landsmann Ben Gastauer (Ag2r).
Die Teams: Astana, Ag2r, Bahrain-Merida, Bardiani-CSF, BMC, Bora-hansgrohe, Gazprom-RusVelo, Lotto-Soudal, Movistar, Nippo-Vini Fantini, Orica-Scott, Quick-Step Floors, Dimension Data, Katusha-Alpecin, LottoNL-Jumbo, Novo Nordisk, Sunweb, Sky, Trek-Segafredo, UAE Team Emirates
Die Etappen:
1. Etappe, 23. Februar: Madinat Zayed - Madinat Zayed (189 km)
2. Etappe, 24. Februar: Abu Dhabi - Abu Dhabi/Al Marina (153 km)
3. Etappe, 25. Februar: Al Ain - Jebel Hafeet (186 km, Bergankunft)
4. Etappe, 26. Februar: Yas Marina Circuit (143 km, 26 Runden)
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