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05.02.2015 | (rsn) - Ein freier Abend zur Belohnung: Während der Rest der Mannschaft nach der Ankunft am Hotel nur schnell unter die Dusche springen konnte, um anschließend den Weg zu einem Sponsorentermin in einem Fahrradgeschäft in Doha anzutreten, verbrachte Trixi Worrack (Velocio-Sram) ihren Feierabend im Hotel.
Die 33-Jährige hatte auf dem Weg nach Madinat Al Shamal einmal mehr geglänzt - zwar nicht ganz so sehr wie drei Jahre zuvor, als sie an dem windigen Ort im Norden von Katar Etappensiegerin wurde, doch immerhin stark genug, um durch den zweiten Rang im Tagesklassement die Führung in der Punktewertung zu übernehmen und nebenbei auf Platz drei der Gesamtwertung vorzufahren.
„Gewonnen hätte ich aus der kleinen Gruppe heraus schon gerne“, gab Worrack im Gespräch mit radsport-news.com zu später Stunde allerdings zu, dass das Tagesresultat für sie nicht unbedingt ein Grund zum Jubeln war. Zufrieden sei sie, gerade zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison, mit ihrer Leistung. „Gerade jetzt, wo einige aus Australien kommen und bereits Rennen gefahren sind, ist das schon gut. Ich bin nicht richtig enttäuscht“, sagte sie.
Schon Worracks erste Reaktion im Ziel, als sie auf ihren Sportlichen Leiter Ronny Lauke zurollte und sofort erklärte, warum es nicht zum Sieg gereicht habe, zeigte, dass sie sich noch mehr erhofft hatte. Lauke und Mechaniker Sebastian Nittke mussten Worrack erst einmal erklären, dass ihre Leistung „super“ gewesen sei.
Immerhin war die 33-Jährige im Zielsprint die Stärkste und wurde nur von Ellen Van Dijk (Boels-Dolmans) geschlagen, die 800 Meter vor dem Ziel attackiert hatte. „Ich habe eine Sekunde überlegt, ob ich mitgehe“, so Worrack am Abend. „Aber wenn ich das gemacht hätte, hätte ich die anderen mitgenommen. Es gab nur die Chance, zu pokern.“
Das hatte auf der Zielgeraden zwar nicht geklappt, im vorherigen Verlauf der Etappe aber umso besser. Worrack war da, wo sie sein musste, als nach acht Kilometern bereits erstmals das Feld auseinander riss, und auch als sich rund 30 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende sechsköpfige Gruppe löste, die später den Sieg unter sich ausmachte. „Trixi weiß bei Wind immer, wie und wo sie fahren muss“, lobte Lauke seine Fahrerin bereits während des Rennens im Mannschaftswagen.
Passend dazu hofft auch Worrack selbst für die zwei verbleibenden Tage noch einmal auf mehr als ein laues Lüftchen. „Vielleicht ist es nochmal windig und das Feld zerreißt. Das wäre am besten, vor allem wenn dann eine von den heutigen sechs nicht dabei ist“, malte sie sich im Vorausblick das Idealszenario aus, um in der Gesamtwertung noch weiter vor zu kommen - oder zumindest den Podestplatz zu behaupten.
Sieben Sekunden Rückstand auf das Goldene Trikot von Van Dijk hat die Deutsche jetzt, drei auf deren Teamkollegin Elizabeth Armitstead. Von hinten droht Gefahr durch die zeitgleiche Australierin Chloe Hosking (Wiggle-Honda) sowie die Schwedin Emma Johansson (Orica-AIS), die drei Sekunden hinter Worrack liegt. Sollte es, und die Wettervorhersage deutet daraufhin, zu keinen Windkantenspielchen mehr kommen, so dürften die Zeitbonifikationen an den Zwischensprints und in den Etappenzielen über den Gesamtsieg entscheiden.
Deshalb stellt sich die Frage, ob man bei Velocio-Sram nun eine Planänderung vornimmt und auch in den Massensprints auf Worrack setzt, anstatt wie bislang angedacht auf die junge Italienerin Barbara Guarischi. „Ich werde versuchen, auf die Zwischensprints zu gehen. Und wenn das Feld ankommt, können wir auch für Barbara fahren“, hielt sich Worrack gegenüber radsport-news.com in dieser Sache noch vornehmen zurück. „Denn da zu gewinnen, das ist für mich sehr schwer.“
Doch Bonussekunden bringt eben nicht nur der Sieg – auch ein zweiter Etappenrang in Kombination mit einem zweiten Platz an einem Zwischensprint würde die Deutsche an Van Dijk vorbei bringen, falls die nicht besonders sprintstarke Niederländerin jeweils leer ausgehen sollte. Und einen Podestplatz traut sich Worrack auch im Massensprint durchaus zu.
Noch ist in Katar also alles möglich.
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