Junioren-Weltmeister mit berühmtem Stammbaum

Mathieu van der Poel: Radsport im Blut

Von WM-Korrespondent Wolfgang Brylla aus Florenz

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Juniorenweltmeister Mathieu van der Poel | Foto: ROTH

28.09.2013  |  (rsn) - Die Familie van der Poel ist in den Niederlanden eine Radsport-Macht. Adrie van der Poel war einer der besten Cyclocross-Spezialisten der Geschichte und erzielte auch große Erfolge auf der Straße. Er hat unter anderem Siege bei den Klassikern Flandern-Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich oder dem Amstel Gold Race vorzuweisen.

Bei den van der Poels liegt der Radsport quasi im Blut. Adries Schwiegervater ist kein anderer als Raymond Poulidor, der Liebling der französischen Fans. Despektierlich der ewige Zweite genannt, weil er in seiner Laufbahn nie die Tour de France für sich entscheiden konnte, wurde ,,Popou" trotzdem in den 1970er Jahren zu Frankreichs Sportler des Jahres gekürt und ist bei den Fans beliebt wie kaum ein zweiter.

Angesichts dieser Konstellation ist es kaum verwunderlich, dass auch Adrie van Poels Söhne mit dem Radsportvirus infiziert wurden. David, der ältere, beschränkt sich nicht nur auf die Querfeldeinwettbewerbe, sondern startet auch bei Straßenrennen. In diesem Jahr war der 21-Jährige beispielsweise Gesamtfünfzehnter bei der Thüringen-Rundfahrt.

Sein jüngerer Bruder Mathieu scheint noch mehr Talent zu haben. Am Samstag gewann der 19-Jährige bei den Straßenweltmeisterschaften in Florenz die Goldmedaille bei den Junioren. Auf dem letzten harten Anstieg, auf einer bis zu 16 Prozent steilen Rampe, konnte der ,,fliegende Holländer" dem Franzosen Franck Bonnamour entwischen und düste in Richtung Ziel davon.

,,Ich hatte mir keine konkrete Rennstrategie zurechtgemacht. Ich spürte nur, dass eben jetzt dieser Moment gekommen ist, um anzugreifen. Ich habe auf meinen Vater gehört, der mir ins Ohr flüsterte, dass es besser sei, bis zum Schluss mit einer Attacke zu warten und vor allem aufmerksam zu fahren. Ich sollte auch besonders auf Bonnamour aufpassen", sagte van der Poel.

Und als der Franzose allein in der Spitze fuhr, drückte der Niederländer auf die Tube. ,,Ich hatte keine andere Wahl, ich musste ihn einholen. Die Cross-Erfahrung kam mir heute zugute. Es war mein Wunsch und Traum, diese Medaille zu holen. Mein Papa und mein Großvater werden auf mich bestimmt sehr stolz sein", beschrieb der neue Weltmeister seine Empfindungen nach dem Rennen.

Die kommende Saison wird van der Poel, der schon doppelter Cross-Welt- und Europameister ist, im Trikot von BKCP-Powerplus bestreiten, wo er auf seinen Bruder David trifft. Das wird die Familie noch mehr zusammenschweißen und möglicherweise für noch mehr Spitzenergebnisse sorgen.

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