Radsport News stellt die Giro-Teams vor / Teil 9

Euskaltel: Nieve soll es richten

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Mikel Nieve (Esukaltel) gewinnt die 15. Etappe des Giro d´ITalia 2011. | Foto: ROTH

05.05.2012  |  (rsn) – Seit der Einführung der ProTour, dem Vorläufer der WorldTour, im Jahr 2006, müssen sich die Basken von Euskaltel schon die Ehre beim Giro d`Italia geben. Mehr als einmal spielte das Team mit dem Gedanken, auf sein Startrecht zu verzichten. Im vergangenen Jahr nahm die Mannschaft von Miguel Madariaga die Italien-Rundfahrt erstmals ernst und wurde durch Etappensiege von Igor Anton und Mikel Nieve belohnt. Anton steht diesmal nicht am Start, Nieve aber wird das aus acht Spaniern und einem Franzosen bestehenden Aufgebot anführen.

Der Giro-Etappensieg war der bis dato größte Erfolg von Nieve, der am vorletzten Tag der Italien-Rundfahrt seinen 28. Geburtstag feiern wird. Ob es noch mehr zu feiern geben wird, bleibt abzuwarten. Nieve wird als alleiniger Kapitän ins Rennen gehen, denn der kletterlastige Giro kommt seinen Fähigkeiten entgegen. Bei idealem Rennverlauf ist ihm eine ähnliche Platzierung wie 2011 zuzutrauen, als Nieve Zehnter der Gesamtwertung wurde. Dieses Ergebnis will der Baske diesmal toppen. Bei Nieves zweiter Giro-Teilnahme steht allerdings ein dickes Fragezeichen hinter seiner Form. Bestes Ergebnis in diesem Jahr war Rang 42 bei der Klasika Primavera.

Die Euskaltel-Hoffnungen ruhen auch auf dem 23-jährigen Ion Izagirre, der zuletzt im Zeitfahren der Asturien-Rundfahrt einen der raren Euskaltel-Siege im Kampf gegen die Uhr einfahren konnte. Doch das macht Izagirre noch zu keinem Mitfavoriten für das Zeitfahren am Samstag. Allerdings ist Izagirre ein echter Allrounder. Die anspruchsvolle Fernfahrt Tirreno-Adriatico beendete er in diesem Jahr auf Rang 16, den flämischen Klassiker Gent-Wevelgem schloss er als Fünfzehnter ab, und bei der Boucles de Sud Ardeche wurde er als Ausreißer Dritter. Der Baske fühlt sich also abgesehen vom Hochgebirge auf jedem Terrain wohl, und ist bei seinem Giro-Debüt vielseitig einsetzbar.

Nieves wichtigste Helfer im Hochgebirge sind der 32-jährige Ivan Velasco und der drei Jahre jüngere Amets Txurruka. Velasco, der seinen dritten Giro bestreitet, wurde in diesem Jahr Neunter der Vuelta a Castilla y Leon. Txurruka, der 2007 bei seinem Tour Debüt gleich auf Rang 22 landete, ist bei seiner ersten Giro-Teilnahme noch etwas stärker einzuschätzen.

Dem Basken könnte ein Etappensieg als Ausreißer auf einer der schweren Etappen gelingen. So etwa war es bei der Tour 2009, als Txurruka in Colmar hinter Solosieger Heinrich Haussler Platz zwei belegte. Als letzten Formnachweis hat der 29-Jährige Platz sechs bei der Asturien-Rundfahrt zu Buche stehen. Dritter Berghelfer wird Juan Oroz sein, der seinen zweiten Giro in Angriff nimmt. Die Topresultate des 31-Jährigen, Siebter beim Critérium International (2009), Elfter bei Tirreno-Adriatico (2010) liegen zwar schon etwas zurück. Dennoch ist Oroz nach wie vor ein durchaus passabler Kletterer.

Jüngster Fahrer im Euskaltel-Aufgebot ist der 22-Jährige Victor Cabedo. Dass er gerade am Berg einiges an Potential besitzt, bewies das Talent im Vorjahr mit seinem Solo-Etappensieg bei der Asturien-Rundfahrt. Auch wenn in diesem Jahr noch rein gar nichts von ihm zu sehen war, so wird Cabedo doch ein wichtiger Helfer in den Bergen sein.

Ebenfalls seinen ersten Giro bestreitet Adrian Saez. Viel mehr als die Rolle des Domestiken kann man vom 26-Jährigen nicht erwarten. Gleiches gilt für den drei Jahre jüngeren Miguel Minguez, der bereits seinen zweiten Giro in Angriff nimmt und zuletzt mit Rang 17 bei der Asturien-Rundfahrt ordentliche Form zeigte.

Dazu kommt der Franzose Pierre Cazaux. Der 27-Jährige bestritt bereits im Vorjahr den Giro, ohne allerdings sonderlich aufzufallen. Auch in diesem Jahr wird der Allrounder eher im Hintergrund agieren und den Wasserträger für seine Kapitäne Nieve und Txurruka geben. Sein bisher wertvollstes Resultat war ein fünfter Etappenrang bei der Vuelta 2010 hinauf zu den Lagos de Cavardongas – allerdings aus einer Ausreißergruppe heraus, in der sich keine Bergfahrer befanden.

Fazit: Außer Nieve und Txurruka hat Euskaltel beim Giro nicht viel zu bieten. Dafür ist das Duo sowohl auf mittelschweren als auch auf ganz schweren Etappen für Tagessiege gut. Nieve ist zudem ein ernsthafter Kandidat für die Top Ten. Alle weiteren Euskaltel-Starter werden mitrollen und ihre Kapitäne nach Kräften unterstützen.

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