Deutscher Meister vom BDR enttäuscht

Wagner: „Einfach nur unprofessionell“

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Robert Wagner (Leopard-Trek) Foto: ROTH

28.09.2011  |  (rsn) - Als Robert Wagner (Leopard-Trek) am vergangenen Sonntag an seinem Wohnsitz in Kelmis um kurz vor 16 Uhr das WM-Finale von Kopenhagen verfolgte, hätte er den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, André Greipel, lieber vor Ort unterstützt, als nur vor dem Fernseher Daumen zu drücken. Doch der Deutsche Meister wurde vom Bund Deutscher Radfahrer BDR nicht für die Weltmeisterschaft nominiert.

Nicht darüber ist Wagner enttäuscht – wohl aber über die Art und Weise, wie sich der Verband ihm gegenüber verhalten hat.

„Ich bin keiner, der sich aufdrängt. Ich habe einmal nachgefragt und keine Antwort bekommen. Irgendwann merkt man dann selbst, dass man nicht dabei ist“, äußerte sich Wagner gegenüber Radsport News. „Für mich ist das einfach nur unprofessionell. Mit einer klaren Aussage kann jeder etwas anfangen. In anderen Ländern gibt es eindeutige Kriterien für die Selektion, so etwas vermisse ich beim BDR.“

Wagner, der sich als mannschaftsdienlicher Fahrer einen Namen gemacht und die Vuelta a Espana nach eigenen Worten sehr gut verkraftet hat, machte wenige Tage vor dem WM-Rennen mit einem dritten Platz beim französischen Halbklassiker GP-Isbergues (Kat. 1.1) auf sich aufmerksam. Prompt erfuhr er Unterstützung von seinem Teamkollegen Fabian Cancellara. Einen Tag vor WM-Beginn erklärte der Schweizer über Twitter, dass er die Nichtberücksichtigung von Wagner für das WM-Straßenrennen nicht nachvollziehen könne.

„Alle Jungs, die in Kopenhagen am Start standen, haben sich ihr Ticket verdient, darum geht es gar nicht, aber wer die Entscheidungen trifft, das darf doch kein Geheimnis sein“, verlangte der gebürtige Magdeburger nach mehr Klarheit. Der belgische Nationaltrainer Carlo Bomans etwa flog eigens zur Vuelta, um sich in Spanien drei Tage lang seine Kandidaten anzusehen und sich mit ihnen zu unterhalten. Umso mehr verwundert Wagner die Tatsache, dass Jan Schaffrath für die Zusammenstellung der deutschen Mannschaft mitverantwortlich gewesen sein soll: „Wir sind uns drei Wochen lang jeden Tag über den Weg gelaufen, da kann man wohl erwarten, mal mit dem Stand der Dinge konfrontiert zu werden.“

Wagner lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und freut sich jetzt auf seinen nächsten WorldTour Einsatz in China bei der Tour of Beijing. Für die kommende Saison wurde er zudem als einer der ersten Fahrer für das neue RadioShack-Nissan-Trek-Team benannt.

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