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22.01.2010 | (rsn) - Vier Sekunden!! Vier Sekunden fehlten dem Brecher (Robert Bengsch) heute zum großen Coup! Nicht, dass ein zweiter Platz hinter Vincenzo Nibali (Liquigas) kein sensationelles Ergebnis wäre. Aber wenn man so nah dran ist, dann will man natürlich auch ganz oben stehen. Aber jetzt mal ganz von vorn!
Nach drei Straßenrennen stand heute ein Einzelzeitfahren über 19,5 Kilometer auf dem Programm. Raus aus der Stadt, rauf auf die Autobahn, mit starkem Gegenwind bis zur Wende und dann schön nach Hause segeln! Der erste Starter fuhr 15:47 Uhr von der Rampe, und da letztere genau vor unserem Hotel stand, hatte der gesamte Tag bis zum Nachmittag schon ein bisschen was von Ruhetag. Okay, die 20 Kilometer waren dann dafür richtig sportlich, aber so soll es ja auch sein.
Meine Fahrzeit von 25:28 Minuten geht in Ordnung, in der Tageswertung landete ich damit auf Rang 18. Die Begeisterung der Menschen war wieder groß, man kann sagen, dort wo Schatten war, wurde man mit Sicherheit auch angefeuert. Viele haben Taschenradios dabei und verfolgen die Geschehnisse direkt am Lautsprecher. Die Pressearbeit der Medien ist ohnehin sehr professionell, ob TV, Radio, Zeitung oder Internet, alles auf gutem Niveau.
Professionell sind auch die Teams, einige mehr, andere weniger. Dabei geht es absolut NICHT um die sportliche Leistung auf dem Rad, sondern einfach nur um das Drumherum. Bei Footon-Servetto zum Beispiel hatte heute nur ein Fahrer ein Zeitfahrrad, manche fuhren mit optionalem Aufsatz und der Rest mit der klassischen Straßenmaschine ohne alles. Ihre Helme sind weder vom Ausstatter 2009, noch von 2010 und passen unglücklicherweise kein bisschen zum neuen Trikot. Im Übrigen hat das Team derzeit keine Internetseite, aber die Ankündigung an selbiger Stelle hat zumindest meine Frage beantwortet: Ja, es ist ein Pro-Tour Team! Auf der anderen Seite zum Beispiel Liquigas, die sogar ihren Mietwagen komplett in Teamfarbe samt Sponsoren bekleben haben lassen und das so akkurat, dass es erst bei genauer Recherche auffällt!
Wenn Brecher auf das Angebot eines Teamkollegen eingegangen und mit dessen privater Hinterrad-Scheibe an den Start gegangen wäre, hätte es womöglich anders ausgesehen. Er verzichtete aus Trotz über das fehlende Material in unserem Gepäck, fuhr mit Cosmic Carbon Laufrädern und wurde postwendend dafür „bestraft“!
Aber wie das mit künstlichen Nebensätzen im Konjunktiv so ist, man kann sich den Triumph in Gedanken ausmalen, aber es bleibt doch schließlich bei der Realität und damit Rang zwei. Die verpassten Meriten sind natürlich ärgerlich, aber der durch die Lappen gegangene Zusatzscheck in Höhe von 25.000 argentinischen Pesos (zirka 5000€), den der Veranstalter zusätzlich zum Etappenpreisgeld für den Sieg drauf gelegt hatte, tun dann noch mal richtig weh…
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