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11.12.2008 | (rsn) - In seiner letzten Profi-Saison zeigte Paolo Bettini noch einmal sehr ordentliche Leistungen, konnte aber nicht an seine Erfolge aus den letzten Jahren anknüpfen. Der Quick.Step-Kapitän feierte fünf Siege, fiel in der Radsport News-Rangliste allerdings von Rang 17 auf Platz 42 zurück.
Der kleine Italiener fuhr seine erste Podiumsplatzierung der Saison in den USA ein. Auf der 6. Etappe der Kalifornien-Rundfahrt wurde Bettini Dritter. Die nächsten Spitzenplatzierungen gelangen dem 34-Jährigen dann erst wieder Anfang April, als er bei der Baskenland-Rundfahrt einen zweiten und dritten Etappenrang herausfahren konnte. Allerdings war die Rundfahrt für Bettini nach einem Sturz auf der 4. Etappe vorzeitig beendet. „Es hatte gerade angefangen zu regnen, und um kein Risiko einzugehen, ließ ich mich aus der Gruppe zurückfallen, um mir aus dem Begleitfahrzeug meine Regenjacke geben zu lassen“, beschrieb der Gestürzte die Situation. „In dem Moment, als ich freihändig fuhr, um mir die Jacke überzuziehen, jagte Alexandre Botcharov heran und traf mein Vorderrad. Bei Tempo 60 flogen wir beide durch die Luft.“
Bettini zog sich bei der unsanften Landung einen Rippenbruch zu und musste auf zwei der Ardennen-Klassiker, seinen ersten Saisonhöhepunkt, verzichten. Lediglich an Lüttich-Bastogno-Lüttich nahm der zweimalige Sieger (2000/02) teil und fuhr einen guten neunten Rang heraus.
Nach der Ardennen-Enttäuschung peilte Bettini seinen ersten Saisonsieg beim Giro d`Italia an. Zwar gelangen "Il Grillo" sieben Top Ten-Platzierungen, darunter zwei zweite Plätze. Aber zum heiß begehrten Sieg reichte es nicht. Die Rundfahrt beendete Bettini schließlich auf Platz 19.
Nach dem Giro legte der zweimalige Weltmeister eine einmonatige Wettkampfpause ein, die ihm offenbar bestens bekam. Bei der Österreich-Rundfahrt Anfang Juli zeigte sich Bettini in sehr guter Form und gewann die Auftaktetappe. "Österreich liegt mir! In Salzburg wurde ich Weltmeister und jetzt mein erster Saisonsieg, nachdem es bei den Klassikern und dem Giro nicht geklappt hatte", freute sich der Toskaner, der allerdings von einem Lapsus des zu früh jubelnden Österreichers Gerrit Glomsers profitierte. "Drei Meter vor dem Ziel dachte ich mir schon, ich hätte das Ding abgeschossen. Aber leider habe ich Bettini nicht gesehen. Er war halt um das Quäntchen besser, das einen Mann wie ihn auszeichnet“, zollte Glomser seinem Konkurrenten Anerkennung.
Nur eine Woche noch der Österreich-Rundfahrt legte Bettini beim italienischen Eintagesrennen Trofeo Matteotti (Kat. 1.1) mit seinem zweiten Saisonsieg nach. Der dritte Streich folgte wiederum eine Woche später auf der 2. Etappe der Tour de la Region Wallonie (Kat. 2.HC). Die Rundfahrt beendete Bettini zudem auf Rang vier.
Einen letzten Formtest vor den Olympischen Spielen von Peking bestand der Olympiasieger von Athen, als er bei der Clasica San Sebastian Vierter wurde. Im olympischen Straßenrennen hingegen landete Bettini dann allerdings nur auf einem enttäuschenden 18. Platz.
Im August/September nutzte Bettini die Vuelta a Espana, um sich auf die Heim-WM in Varese vorzubereiten. In Spanien überzeugte der Spezialist für schwere Eintagesrennen und feierte gleich zwei Etappensiege. Zur WM reiste Bettini als Topfavorit an. Zwar brannten die Italiener bei der Heim-WM ein wahres Feuerwerk ab und belegten die Plätze eins, zwei und vier - doch ausgerechnet ihr Kapitän Bettini ging leer aus. Als Ballan, Cunego und Rebellin in die Offensive gingen, blieb der zweifache Weltmeister im Feld und war aus taktischen Gründen zur Passivität verdammt. Nach dem Rennen gab Bettini, der sich ausgelassen mit seinem Landsmann, dem neuen Weltmeister Alessandro Ballan, freute, seinen sofortigen Rücktritt bekannt.
In der kommenden Saison wird Paolo Bettini möglicherweise eine Aufgabe beim Gianetti-Team Fuji-Servetto übernehmen.
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