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Robert Wagner (Skil-Shimano) gewährt den Lesern von Radsport news Einblicke in seine Saisonvorbereitung.
Foto: ROTH10.11.2008 | (rsn) - In der letzten Woche habe ich viel auf dem Mountainbike trainiert - allerdings nie mehr als zwei Stunden. Das Training steuere ich nach Herzfrequenz. Im November trainiere ich noch nicht wirklich intensiv. Da bringt es auch nichts, wenn man im Training richtig Radrennen fährt und es richtig knallen lässt. Ich gebe zu, dass ich mich da manchmal auch bremsen muss, gerade wenn ich mit dem Mountainbike durch den Wald fahre.
Ich fühle mich schon deutlich besser als noch vergangenes Wochenende. Nach zwei, drei Tagen Training bin ich eigentlich wieder ganz gut drin. Allerdings ist es am Anfang schon hart. Der Körper muss sich erst wieder an das Training gewöhnen. Da kommt es schon mal vor, dass man nach 90 Minuten richtigen Hunger bekommt. Der Körper "meldet" sich schneller als üblich. Das passiert nicht, wenn die Form da ist.
Mein Trainingsprogramm hat mir mein Heimtrainer Prof. Dr. Dietmar Junker von der Universum Akademie Leipzig zusammengestellt. Ich habe aber auch eine gewisse Freiheit und kann zumindest einige Einheiten tauschen. Wenn ich sehe, dass es regnet, auf meinem Plan aber Straßentraining steht, kann ich durchaus einen kurzen Dauerlauf einlegen und dafür bei trockenem Wetter mehrere Stunden auf dem Rad sitzen, wenn Krafttraining angesagt wäre. Am Sonntag zum Beispiel stand Straßentraining auf dem Programm. Der Wetterbericht hatte aber nur Regen gemeldet, also bin ich für zwei Stunden ins Fitnessstudio und habe dort auf einem Crosstrainer trainiert. Derzeit ist es aber auch nicht so wichtig, was ich trainiere. Wichtig ist, dass ich in Bewegung bin.
Letzten Montag war ich in Amsterdam bei unserem neuen Teamtrainer Merijn Zeeman, meiner Meinung nach ein ziemlich fähiger Mann. Mit mir waren nicht nur meine Teamkollegen Roy Curvers und Floris Goesinnen von der Partie, sondern auch Thomas Dekker, der ebenfalls von Zeeman in Sachen Krafttraining betreut wird. Genau das stand auch bei diesem Treffen im Vordergrund. Floris, Roy, Thomas und ich haben vor allem mit einem großen Gummiball trainiert. Mann, hatte ich am nächsten Tag Muskelkater. Da machen sich Muskeln bemerkbar, von denen man gar nicht wusste, dass sie existieren. Ein solches Training ist eine gute Abwechslung. Wir sollen auch zu Hause mit einem solchen Ball trainieren und dadurch Rücken, Bauch und Ärme stärken.
Während ich für die kommende Saison also ein effektiveres Krafttraining haben werde, habe ich beim Thema Ernährung noch immer viel Luft nach oben. Ich gebe zu, ich esse für mein Leben gerne Schokolade. Gestern waren wir auch beim Geschäftspartner von Jens Heppner, dem Norweger Rickard Strandh. Da gab es leckere norwegische Waffeln - und die waren mit Sicherheit nicht fettarm. Meinem Körperbau schadet diese Ernährung zum Glück nicht, aber ich weiß auch, dass so natürlich wichtige Nährstoffe fehlen. Ein Thomas Dekker zum Beispiel, der nascht wohl gar keine Schokolade. Der war ganz schön dürr, als ich ihn am Montag gesehen habe, und das, obwohl er seit August keine Rennen mehr bestritten hat.
An einem Tag war ich auch mit Heppe und Strandh gemeinsam trainieren. Heppe hatte dabei ein cooles Radio am Rad montiert. Das Gerät, es heißt Tommyca, war schon auf der letzten Messe der Renner. Da kann man seine MP3`s während dem Fahren abspielen. Das ist ein absoluter Hingucker, oder besser gesagt Hinhörer.
In der nächsten Woche werde ich wohl wieder öfter mit André Greipel trainieren. Auch mit Paul Martens werde ich zusammen fahren. Paul fährt im Training aber immer richtig intensiv. Da muss man ausgeruht zum Training kommen und braucht anschließend noch einen Ruhetag. Da muss ich mich aufs Schlimmste einstellen.
Bis die Tage,
Euer Robert
Robert Wagner (Skil-Shimano) zählt zu den deutschen Klassiker-Hoffnungen. In der vergangenen Saison konnte der 25-jährige Magdeburger mit dem Erfolg bei der Ronde van Noord-Holland (Kat. 1.1) und einem Etappensieg bei der Delta Tour Zeeland (Kat. 2.1) überzeugen. Auf Radsport news schildert Wagner in den kommenden Wochen, wie er sich auf die neue Saison vorbereitet.
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