Denk: “Wenn die Zeit reif ist...“

Frauenteam bei Red Bull – Bora – hansgrohe bleibt in Warteschleife

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Frauenteam bei Red Bull – Bora – hansgrohe bleibt in Warteschleife"
Ralph Denk beim Medientag seines Teams Red Bull - Bora - hansgrohe in Binissalem auf Mallorca. | Foto: Cor Vos

16.12.2025  |  (rsn) – Der deutsche Rennstall Red Bull – Bora – hansgrohe wird in der Saison 2026 eines von nur noch sieben unter den 18 Männer-WorldTeams sein, an das keine Frauen-Profimannschaft angeschlossen ist. Bahrain Victorious, Decathlon – CMA CGM, Ineos Grenadiers, NSN, XDS – Astana und Groupama – FDJ sind die anderen sechs WorldTour-Rennställe ohne Frauen-Pendant. Das Team FDJ – Suez teilt sich zwar einen Titelsponsor mit der Männer-Equipe Groupama - FDJ, ist aber eigenständig.

Bereits vor vier Jahren hatte radsport-news.com bei Team-Manager Ralph Denk erstmals nachgefragt, ob Bora – hansgrohe ebenfalls eine Frauen-Mannschaft aufbauen wolle. Damals erklärte der Raublinger, das Thema sei grundsätzlich auf der Agenda und werde mit den Hauptsponsoren Bora und hansgrohe besprochen, in näherer Zukunft aber wohl noch nicht angegangen. Als Anfang 2024 der Einstieg von Red Bull bekannt wurde fragte RSN erneut nach, doch an der Lage der Dinge hatte sich nichts geändert.

Und nun? Im Rahmen des Medientages auf Mallorca haben wir bei Denk zum dritten Mal nachgefragt, wie es bei seinem Rennstall um das Thema steht. "Wir sprechen auch mit Red Bull darüber und ich kann es nur wiederholen: Ich finde es cool, dass die Mädels wachsen, dass der Mädels-Radsport eine Bühne kriegt und finde es auch schön, dass die großen Veranstalter Damenrennen organisieren und sie irgendwie reinzwängen. Ich würde sagen: Wir haben das noch nicht zur Seite gelegt", antwortete der 52-Jährige diesmal.

"Wir besprechen es und wenn für uns die Zeit reif ist, werden wir da den nächsten Schritt machen", so Denk weiter und erklärte auf Nachfrage, was denn passieren müsse, damit die Zeit reif sei.

Eher ein MTB- als ein Frauenteam?

"Wir haben so viele Hausaufgaben hier (beim Männerteam, Anm. d. Red.) noch zu machen und das Wachstum hier ist so schnell, der Radsport verändert sich massiv. Die alleinigen Betreibergesellschaften wie Denk ProCycling sterben mehr und mehr aus, große Konzerne und Länder besitzen die Rennställe – es gibt kein 50+1 (wie im Fußball, Anm. d. Red.). Deshalb müssen wir uns erstmal an diese Gegebenheiten anpassen und dann werden wir uns definitiv irgendwann mal über eine Erweiterung Gedanken machen. Ich sage bewusst Erweiterung, denn es könnte Damenradsport sein, es könnte aber auch eine andere Disziplin sein", ergänzte Denk

In naher Zukunft scheint die Gründung eines Frauenteams an der Seite des Profi-Männer-, des U23-Männer- und des Junioren-Teams im Kosmos von Red Bull – Bora – hansgrohe also nicht anzustehen. Und nach Denks Anmerkung scheint es sogar realistischer, dass dem Straßenteam beispielsweise eine Mountainbike-Mannschaft an die Seite gestellt wird.

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