RSNplusRSN-Jahresrangliste, Platz 61: Alexandre Balmer

Kein Highlight, aber einige Male nah dran am Sieg

Von Guido Scholl

Foto zu dem Text "Kein Highlight, aber einige Male nah dran am Sieg "
Bei der Tour du Limuousin bewies Alexandre Balmer mit Gesamtplatz 24 starke Form. | Foto: Celik Sinan

16.11.2025  |  (rsn) – Die erste Saison, in der sich Alexandre Balmer (Solution Tech – Vini Fantini) komplett auf die Straße fokussierte, begann für den 25-Jährigen denkbar unglücklich. Bei der Trofeo Laigueglia (1.Pro) Anfang März erlitt er eine Fingerfraktur – ausgerechnet kurz vor den für sein italienisches Team so wichtigen Rennen Strade Bianche und Mailand-San Remo, die der Eintagesspezialist folglich verpasste.

Doch Balmer verlor dadurch nicht den Mut. “Diese Verletzung war ein echter Rückschlag, aber ich habe sie als weiteren Schritt auf meinem Weg betrachtet. Nach der Operation habe ich alles getan, um in Form zu bleiben, und habe fünfstündige Trainingseinheiten auf dem Hometrainer absolviert“, erinnert sich der einstige Staffel-Weltmeister mit dem Mountainbike.

___STEADY_PAYWALL___

Sein Comeback gab der Schweizer im April beim Giro dAbruzzo (2.1), den Balmer auf dem 53. Gesamtplatz beendete. Dass der 25-Jährige auch bei der Türkeirundfahrt (2.Pro) kurz darauf keine herausragenden Resultate verbuchen konnte, führte Balmer allerdings nicht auf fehlende Physis zurück. “Meine körperliche Verfassung war ausgezeichnet, aber ich hatte immer noch große Angst im Peloton und stand unter einem gewissen Druck“, berichtet er. Befürchtet habe er einen erneuten längerfristigen Ausfall, was ihn weit zurückgeworfen hätte.

Alexandre Balmer (Solution Tech – Vini Fantini) beim Prolog der Tour de Suisse | Foto: Cor Vos

Ein erstes Erfolgserlebnis war der 3. Rang beim Radsportfest Märwil (1.2). Nachdem Balmer die nationalen Meisterschaft auf einem respektablen 10. Platz beendet hatte, hätte es am 1. Juli beinahe zum ersten Profisieg gereicht – bei der Trofeo Città di Brescia (1.2) unterlag Balmer im Zweiersprint dem Italiener Giovanni Bortoluzzi (General Store – Essegibi – F.Lli Curia).

Bei der Tour du Limousin (2.1) ließ der Schweizer Ende August einen respektablen 24. Gesamtplatz folgen. Im September und Oktober absolvierte der 25-Jährige dann eine komplette italienische Herbstklassiker-Kampagne mit zwölf Renneinsätzen, von denen er neun beendete. Das beste Resultat war Platz 19 bei Milano – Rapallo (1.2).

“Ich habe in dieser Saison nicht wirklich ein Highlight“, bilanziert Balmer sein Jahr. Ein paar Mal sei er dem Sieg sehr nahe gewesen – beispielsweise beim GP Kranj (1.2) und bei der Coppa Sabatini (1.Pro), wo sich der Eidgenosse in die frühe Fluchtgruppe begeben hatte, so wie auch zuvor schon bei der Tour du Limousin und der Türkeirundfahrt.

Auch bei der 8. Etappe der Tour de Suisse kämpfte Balmer gegen die Uhr. | Foto: Cor Vos

Durch seinen Ausfall im März hatte Balmer Mailand – San Remo, und da seine Equipe nicht zu Il Lombardia eingeladen wurde, konnte der 25-Jährige wie in der Vorsaison nicht an einem Monument teilnehmen. Für Jayco – AlUla und dessen Vorgänger Bikeexchange – Jayco hatte Balmer 2022 und 2023 bereits die Priamvera, Il Lombardia, Paris - Roubaix und Lüttich – Bastogne – Lüttich bestritten.

Ein Sieg auf dem Mountainbike

Komplett mochte Balmer das Mountainbike auch in der abgelaufenen Saison nicht in die Ecke stellen.“Parallel zu den Straßenrennen nutzte ich meine freien Wochenenden, um an einigen Mountainbike-Marathons teilzunehmen, darunter die Weltmeisterschaften auf der Strecke des Grand Raid“, erzählt der Schweizer. Im Rennen um den Titel befand er sich schließlich sogar in einer Fünfergruppe. “Aber mir fehlte beim letzten Anstieg die Energie, und ich fiel auf den 12. Platz zurück.“

Einige Wochen später gelang Balmer dann doch noch ein Saisonsieg – wenn auch nicht mit dem Straßenrad: Er gewann Ende September das Iron Bike Race in Einsiedeln.

Mehr Informationen zu diesem Thema

31.12.2025Die Radsport-News-Jahresrangliste der Männer 2025

(rsn) – Es ist inzwischen RSN-Tradition. Und auch wenn sich mit Christoph Adamietz der Vater der Idee vor einem Jahr aus unserem Autoren-Team verabschiedet hat, so soll diese Tradition fortgesetzt w

31.12.2025Lipowitz: “Meine Werte waren bei Dauphiné besser als in der Tour“

(rsn) – Erleichtert wirkt Florian Lipowitz, als er am späten Nachmittag des 10. Dezember die Halle der Central Studios in Binissalem auf Mallorca verlässt. In den letzten drei Stunden musste der 2

31.12.2025Die Strassacker-Trophäe zur RSN-Jahresrangliste 2025

(rsn) – Seit inzwischen 18 Jahren blicken wir von radsport-news.com in Form unserer RSN-Jahresrangliste auf die Saison der Radprofis aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zurück u

30.12.2025Eine konstante Tour mit Platz fünf gekrönt

(rsn) – Vor der Tour de Suisse ließ Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale)  mit seinem Ziel aufhorchen, die Tour de France unter den besten Fünf der Gesamtwertung abschließen zu wollen -

29.12.2025Von UAE-Stars und eigenem Anspruch zu Höchstleistungen gepusht

(rsn) – Es war erst sein zweites Profijahr und Jan Christen hat bereits fünf Profisiege auf seinem Konto. Dazu rangiert der 21-Jährige als bester Schweizer bereits auf Rang 52 der Weltrangliste. D

28.12.2025WM-Tiefpunkt kann Freude über “bestes Jahr“ nicht trüben

(rsn) – Auftakt in Australien, zum Abschluss noch Japan: Mauro Schmid (Jayco – AlUla) hat im Grunde die längste Saison hinter sich, die der internationale Rennkalender hergibt. Weil er zwischendu

27.12.2025Als Tudor-Aushängeschild deutlich hinter den Erwartungen zurück

(rsn) – Zunächst schien es so, als hätte sich zwar das Outfit von Marc Hirschi geändert, ansonsten aber nur wenig. Der zur Saison 2025 von UAE – Emirates zu Tudor gewechselte Schweizer gewann a

26.12.2025Ziel nach starkem Jahr: “Die zweiten Plätze in Siege umwandeln“

(rsn) – Das sei verraten: So weit vorne wie Max Kanter (XDS – Astana) landete in der RSN-Jahresrangliste 2026 kein anderer deutscher Sprinter. Das liegt zum einen daran, dass lange Zeit dominieren

25.12.2025“Harzige Saison“ ohne Sieg und Tour, aber mit Doppelbronze

(rsn) – Stefan Küng ist sicher kein Legionär. Nach insgesamt sechs Jahren bei BMC sowie derer sieben bei Groupama – FDJ steht 2026 erst zum zweiten Mal in seiner Profilaufbahn ein Tapetenwechsel

24.12.2025Saisonziel erster Profisieg schon früh im Jahr erreicht

(rsn) – Fabio Christen stammt aus einer radsportbegeisterten Familie. Der ältere Bruder von Jan Christen (UAE Emirates – XRG) hat bei Q36.5 Pro Cycling seine sportliche Heimat gefunden und ver

23.12.2025Unscheinbare Größe mit starker Saison und viel Grund zum Jubeln

(rsn) – 29 Saisonsiege durfte Felix Großschartner in der Saison 2025 mit seiner Mannschaft feiern und erstmals seit 2021 war auch ein eigener erster Platz außerhalb von Österreichischen Meistersc

21.12.2025Einen Schritt hinter den Schnellsten - aber der Tour-Traum lebt

(rsn) – Ein Jahr ohne Sieg – das kann für einen Sprinter nicht zufriedenstellend sein, räumte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) unumwunden ein. Zumal 2025 die erste Saison seit 2015 war, in der

Weitere Radsportnachrichten

14.02.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

14.02.2026Morgado schlägt Aranburu und feiert Titelverteidigung

(rsn) – Die Nummer 1 auf dem Rücken, die Nummer 1 im Ziel: Antonio Morgado (UAE – Emirates – XRG) hat seinen Titel bei der Figueira Champions Classic (1.Pro) verteidigt. Der Portugiese, der dam

14.02.2026Vandeputte zündet den Turbo und fängt Vanthourenhout noch ab

(rsn) – Der Belgier Niels Vandeputte (Alpecin – Premier Tech) hat beim Waaslandcross in Sint-Niklaas mit einem bärenstarken Sprint auf den letzten Metern noch seinen Landsmann Michael Vanthouren

14.02.2026Rodriguez düpiert: Riccitello mit perfektem Decathlon-Einstand

(rsn) – In einem packenden Bergaufsprint hat Matthew Riccitello (Decathlon - CMA CGM) die Königsetappe der 10. Tour de la Provence (2.Pro) für sich entschieden und mit seinem ersten Saisonsieg auc

14.02.2026Murcia: Liepins Sieger ohne Wert, Etappe neutralisiert

(rsn) – Aufgrund extremer Windverhältnisse wurde die abschließende 2. Etappe der 46. Murcia-Rundfahrt (2.1) auf einen Zehn-Kilometer-Rundkurs im Zielort Santomera reduziert – allerdings bis auf

14.02.2026Brand in Sint-Niklaas mit später Offensive zum Hattrick

(rsn) – Weltmeisterin Lucinda Brand (Baloise – Glowi Lions) hat sich beim Waaslandcross in Sint-Niklaas ihren 20. Saisonsieg gesichert. Die 36-jährige Niederländerin setzte sich im letzten Lauf

14.02.20263. Valencia-Etappe abgesagt, Murcia und Figueira Classic abgeändert

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

13.02.2026Voß, Kasper und Co.: Deutsche mit gemischten Gefühlen

(rsn) - Nachdem die Straßensaison schon in vollem Gange ist, steht für die Gravel-Pros mit Santa Vall by The Traka nun auch das erste namhafte Rennen im europäischen Kalender auf dem Programm. Am

13.02.2026Van der Poel will seine Karriere bei Alpecin ausklingen lassen

(rsn) - Mathieu van der Poels Langzeitvertrag mit Alpecin - Premier Tech läuft noch bis Ende 2028. In jenem Jahr hat der Niederländer große Ziele: Bei der Cyclocross-Weltmeisterschaft in Hoogerheid

13.02.2026Provence: Buchmann, Kragh Andersen und Mollema nicht im Ziel

(rsn) – Gleich drei bekannte Namen kamen nicht ins Ziel der 1. Etappe der Tour de la Provence. Bei seinem Saisoneinstieg beendete Cofidis-Kapitän Emanuel Buchmann aus noch unbekanntem Grund das Ren

13.02.2026Ferguson überrascht die Konkurrenz 600 Meter vor dem Ziel

(rsn) – Cat Ferguson (Movistar) hat die Sprinterrinnen auf der 2. Etappe der Valencia-Rundfahrt der Frauen (2.Pro) mit einer Attacke 600 Meter vor dem Ziel überrascht und so ihren zweiten Saisonsie

13.02.2026UAE-Doppelsieg beim Windspektakel zum Murcia-Auftakt

(rsn) – Marc Soler und Julius Johansen (beide UAE – Emirates – XRG) haben den stark vom Wind beeinflussten ersten von zwei Renntagen der Murcia-Rundfahrt (2.1) dominiert. Die auf 83,5 Kilometer