Die Stimmen zur 13. Etappe der Tour de France

Lipowitz: “Die letzten zwei Kilometer waren eine richtige Qual“

Foto zu dem Text "Lipowitz: “Die letzten zwei Kilometer waren eine richtige Qual“"
Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos

18.07.2025  |  (rsn) – Mit seinem vierten Etappensieg hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) seine Führung im Gesamtklassement der Tour de France weiter ausgebaut. Der Weltmeister war nach 10,9 Kilometern von Loudenvielle hinauf nach Peyragudes um 36 Sekunden schneller als Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der im Gesamtklassement als Zweiter nun schon 4:07 Minuten Rückstand auf den überragenden Pogacar hat.

Stark präsentierte sich auch die Red-Bull-Doppelspitze: Primoz Roglic wurde Dritter vor Florian Lipowitz, der als Gesamtvierter jetzt nur noch sechs Sekunden hinter Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) liegt. Der Zeitfahrweltmeister hatte einen schwarzen Tag und wurde kurz vor dem Ziel sogar den zwei Minuten nach ihm gestarteten Vingegaard an sich vorbeiziehen lassen.

Die Stimmen zur 13. Etappe der Tour de France:

Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG / Sieger / Flash-Interview): 
“Ich bin superhappy. Dieses Zeitfahren war seit Dezember schon ein großes Fragezeichen für mich. Ich wollte, dass alles perfekt war und das Team hat geliefert. Alles war perfekt. Ich bin gut in den Tag gestartet und hatte einen lockeren Morgen. Anschließend habe ich mich gut vorbereitet. Ich habe mich wirklich darauf konzentriert, von Start bis Ziel all out zu fahren. Ich wollte so gut wie möglich smashen. Am Ende wäre ich fast noch explodiert, aber ich habe die Zeitanzeige gesehen und die hat mir nochmal extra Kraft gegeben.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Zweiter / Eurosport):
“Heute war ich wieder auf meinem alten Niveau. Ich glaube immer noch an mich und werde es weiter versuchen. Das Team ist unglaublich stark, und wir müssen das jetzt zeigen; die Tour ist noch nicht vorbei. Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht (was am Donnerstag in Hautacam passiert ist). Bis zum letzten Anstieg fühlte ich mich ziemlich gut, aber dann war alles vorbei. Ich war gestern nicht auf meinem gewohnten Niveau. Ja, es war mein zweiter schlechter Tag bei der Tour, ich weiß nicht, wie das möglich ist. Normalerweise habe ich so etwas nicht.“

Florian Lipowitz Red Bull – Bora – hansgrohe / Vierter / ARD):
“Ich glaube, ich kann mehr als zufrieden sein. Ich habe nach gestern die Beine schon gespürt. Mit Platz vier kann man mehr als zufrieden sein, auch wenn die letzten zwei Kilometer eine richtig harte Qual waren. Die Beine waren voller Laktat und die letzten 300 Meter haben sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Ich bin aber mehr als zufrieden. Ich habe ein bisschen gebraucht um reinzukommen. Aber es waren super viele Fans da. Es war eine super Stimmung und da geht es dann doch ein bisschen einfacher mit der Unterstützung all der Fans. Ich hoffe, ich kann mich jetzt für morgen erholen und dann mal schauen.

Luke Plapp (Jayco – AlUla / Fünfter / Eurosport): 
"Die letzte Minute hat weh getan. Aber alles in allem habe ich das Rennen dennoch genossen. Ich denke, die Siegerzeit wird eine oder eineinhalb Minuten schneller sein als meine, da die GC-Jungs 20 Watt mehr treten können als ich. Am Vorabend lautete die Prognose 23:45. Auf den letzten Etappen habe ich die Ausreißergruppen verpasst, und so konnte ich es im Feld ruhig angehen lassen. Morgen werde ich die heutige Anstrengung in den Beinen spüren... Aber ich wollte die australischen Farben gut vertreten und bin glücklich."

Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale / Zehnter)
“Ich habe mich ganz gut gefühlt, vor allem mit der Zeit im Anstieg war ich sehr zufrieden. Ich glaube, es war eine der schnellsten. Es war wieder in gute Tag. Morgen ist dann wieder ein ganz, ganz großer Tag fürs Gesamtklassement.“

Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step / Zwölfter / Eurosport):
“Normalerweise würde ich bei so einem Zeitfahren unter den ersten Drei landen. Mein Start war ganz gut, aber schon nach wenigen Minuten am Anstieg konnte ich nicht mehr die nötige Kraft aufbringen. Das Schaltproblem, das ich oben hatte, hat heute keinen Unterschied gemacht. Ich habe mich einfach nur richtig schlecht gefühlt. Bei meinem Tempo war es völlig normal, dass er (Vingegaard) mich überholt hat. Noch einmal: Es war eine sehr schwache Leistung. Was danach passierte, ist mir egal.“

Enrico Gasparotto (Sportlicher Leiter Red Bull / Mixed):
“Wir haben erst heute früh mit beiden (Lipowitz und Roglic) Recon gemacht. Das war durchaus ein Risiko, aber wir glauben daran, dass das sehr hilfreich sein kann für die Fahrer. Es war sehr viel Verkehr aber wir haben es irgendwie geschafft. Wir sind sehr zufrieden mit der Performance von beiden, vor allem von Primoz. Er hatte gestern ja offensichtlich nicht den besten Tag. Dann heute so eine Antwort zu geben, ist natürlich umso besser. Der Kampf ums Podium ist wieder offen. Wir wollen weiterhin beide im Klassement halten. Gestern hatten wir zwei 13 Kilometer lange Berge. Das waren die ersten beiden der Tour überhaupt. Heute war noch ein harter Anstieg, klar. Aber die Monsteretappen mit mehr als 5400 Höhenmetern kommen noch.“

Grischa Niermann (Sportdirektor Visma – Lease a Bike / Eurosport);
“Das war ein gutes Zeitfahren von Jonas. Wir sind mit seiner Leistung zufrieden. Er überholt Remco Evenepoel und macht deutlich Zeit gut, nur Tadej ist besser. Jonas kann sich noch steigern. Sein Niveau ist heute schon besser als gestern. Wir bleiben konkurrenzfähig, denn Jonas ist jetzt Zweiter bei dieser Tour hinter dem besten Fahrer aller Zeiten. Das war’s erstmal (Kampf um den Gesamtsieg. Wir glauben weiter und träumen, wir geben nicht auf. Aber die Wahrheit ist: Vier Minuten sind schwer aufzuholen.“

Max Schachmann (Soudal – Quick-Step / 40. / RSN): 
“Für mich ging es ja um nichts. Ich bin meinen Rhythmus gefahren, man weiß ja nie, die schnell die vorn fahren. Eigentlich war genug Time Cut. Mein Radio hat nicht funktioniert, ich bin ohne großen Stress gefahren.

Jonas Rutsch (Intermarché – Wanty / 64. / RSN): 
”Mein persönliches Ziel war, dass es so schnell wie möglich vorbei ist. Außerdem wollte ich keine Gefahr laufen, aus dem Zeitlimit zu fliegen. Aber das wurde nochmal erhöht, von daher: Alles gut!“

Gregor Mühlberger (Movistar / 68. / RSN): 
”Heute war es gut. Die Stimmung ist top. Für mich war es aber mehr oder weniger ein aktiver Ruhetag. Leider haben wir gestern die Gesamtwertung mit Enric endgültig verspielt. Jetzt müssen wir von Tag zu Tag schauen. Wir werden wohl alles probieren, um einen Etappensieg zu erlangen. Im Prinzip haben wir ein sehr starkes Team. Enric hat einfach gestern einen schlechten Tag gehabt – und das an einem sehr schweren Tag. Das war eine schlechte Kombi.“

Emanuel Buchmann (Cofidis / 91. / RSN):
 ”Ich habe das Bein am Ende schon ein bisschen gespürt. Es ist also nicht hundertprozentig gut. Aber ich bin heute eigentlich locker gefahren, um im Zeitlimit anzukommen. Ich hoffe, dass es sich morgen bessert. Ich bin natürlich beim Physio gewesen. Der hat mich durchmassiert. Der Osteo hat ein bisschen dry-needling gemacht. Das war relativ schmerzhaft. Ich hoffe, es hilft was.“

Mauro Gianetti (Teamchef UAE – Emirates – XRG / Eurosport): 
“Seit wir den Kurs der Tour kannten und wussten, dass es dieses sehr besondere Zeitfahren gibt, haben wir beim Material hart hierfür gearbeitet; am Rad, am Rahmen, an den Rädern und Reifen, an der Kleidung, an allem. Auch an der Position von Tadej haben wir gefeilt. Wir haben uns dann letztendlich für das normale Rad entschieden, denn der flache Teil war im Vergleich zum Berg relativ kurz. Das war wohl die richtige Entscheidung.“

Mehr Informationen zu diesem Thema

03.03.2026Van der Poel: “So weiß man die guten Momente mehr zu schätzen“

(rsn) - Mathieu van der Poels Domäne sind die Klassiker, wie der Niederländer mit seinem perfekten Saisoneinstieg beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) am vergangenen Samstag ein weiteres Mal bewiesen hat.

12.11.2025Arensman: “Letztendlich ist Radsport nur eine Nebensache“

(rsn) – Bei der vergangenen Tour de France feierte Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) die bisher größten Erfolge seiner Karriere. Aber nicht die auf der 14. Und 19. Etappe eindrucksvoll herausgef

04.11.2025Wellens erzählt von Pogacars Knieproblemen bei der Tour

(rsn) – Tim Wellens hat in einem Interview mit der französischen Sporttageszeitung L´Equipe konkreter über die Schwierigkeiten von Teamkollege Tadej Pogacar in der Schlusswoche der Tour de France

11.08.2025Gianetti: “Pogacar zu sein ist schön, aber nicht einfach“

(rsn) – Mauro Gianetti, der Teamchef von UAE – Emirates – XRG hat sich zum kommenden Rennkalender und zum Vuelta-Verzicht von Tadej Pogacar geäußert. Am Ende der Tour de Pologne sagte er gege

03.08.2025Liste der ausgeschiedenen Fahrerinnen / 9. Etappe

(rsn) - 154 Profis aus 22 Teams sind am 26. Juli im westfranzzösischen Vannes zur 4. Tour de Frances Femmes (2.WWT) angetreten, darunter sieben Deutsche, sechs Schweizerinnen und drei Österreicheri

31.07.2025Pogacar “langweilte“ sich in der zweiten Hälfte der Tour

(rsn) – Neben dem Gelben und dem Gepunkteten Trikot sicherte sich Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bei der Tour de France 2025 vier Etappensiege. Den letzten davon feierte der Slowene ab

30.07.2025Häuslicher Unfall: Vauquelin bricht sich den Knöchel

(rsn) – Spätestens mit seinem siebten Platz bei der 112. Tour de France hat Kevin Vauquelin (Arkéa – B&B Hotels) auch international seinen Bekanntheitsgrad deutlich erhöht. Die Freude über das

29.07.2025Zwei Tage nach der Tour: Aldag verlässt Red Bull - Bora - hansgrohe

(rsn) – Rolf Aldag und Red Bull – Bora – hansgrohe gehen ab sofort getrennte Wege. Das kündigte der deutsche WorldTour-Rennstall überraschend zwei Tage nach Ende der Tour de France an, bei der

28.07.2025Lipowitz: “Manchmal ist der Sportchef nicht glücklich mit mir“

(rsn) - Nur Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) konnte in den Bergen der Tour de France ansatzweise mit Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und dem Zweitplat

28.07.2025Im Überblick: Alle Gelbe Karten bei der 112. Tour de France

(rsn) – Drei Tage hat es gedauert, bis die UCI-Jury bei der Tour de France 2025 zum ersten Mal hart durchgegriffen und Gelbe Karten verteilt hat: Im Sturzchaos von Dünkirchen bestraften die Kommiss

28.07.2025Angst, natürlicher Schwund und finanzielle Ungleichheit

(rsn) – Die Tinte in den Radsport-Geschichtsbüchern ist gerade erst getrocknet: Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat bei der Tour de France 2025 im direkten Duell mit seinem großen Widersa

28.07.2025Vingegaards “merkwürdige Tour“ endet auf Platz zwei

(rsn) – Das große Ziel hat Visma – Lease a Bike bei dieser Tour de France verfehlt. Jonas Vingegaard musste in Paris mit der zweiten Stufe auf dem Podium vorliebnehmen, der ewige Rivale Tadej Po

Weitere Radsportnachrichten

11.03.2026Ayuso strahlt in Gelb: “Gibt Selbstvertrauen auch für Barcelona“

(rsn) – Den Sieg hat Lidl – Trek im 23,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT) zwar um 2,5 Sekunden verpasst, trotzdem aber gab es im Lager des deutschen

10.03.2026Ciccone: Positionierung kostete Anschluss an van der Poel und Co.

(rsn) – Nach dem fulminanten Auftakt mit einem dritten und einem fünften Platz durch Max Walscheid und Jonathan Milan im topfebenen Einzelzeitfahren von Lido di Camaiore auf der 1. Etappe, hat der

10.03.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

10.03.2026Perfekt auf Schotter: Pellizzari in bestechender Frühform

(rsn) – Nach einer soliden Vorstellung kam Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico in der ersten Verfolgergruppe 17 Sekunden hinter Tagessieger Mathie

10.03.2026Highlight-Video der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico

(rsn) – Der routinierte Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat bei Tirreno-Adriatico die beiden Youngster Gesamtführende Isaac Del Toro (UAE Emirates – XRG) und Giulio Pellizzari (Re

10.03.2026Ineos im Teamzeitfahren knapp vor Lidl - Trek, Ayuso in Gelb

(rsn) – Es war enger als erwartet, doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn. Ineos Grenadiers hat das Mannschaftzeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza für sich entschieden – es war d

10.03.2026Van der Poel schlägt im Bergaufsprint die junge Garde

(rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat die 2. Etappe von Tirreno – Adriatico (2.UWT) gewonnen. Nach 206 Kilometern von Camaiore nach San Gimignano war er im Dreiersprint berga

10.03.2026ASO zum Paris-Nizza-Auftakt: “Keine negativen Reaktionen erhalten“

(rsn) – Nach der 1. Etappe von Paris-Nizza hatte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) deutliche Kritik an der Strecke geäußert. “Ich fand die Route heute nicht besonders gut. Es war eines W

10.03.2026Van der Poel würde gerne zu Strade Bianche zurückkehren

(rsn) – Obwohl auch die diesjährige Strade Bianche mit ihren mehr als 3.500 Höhenmetern wieder extrem schwer und damit eine Angelegenheit für Kletterer wie den mittlerweile viermaligen Sieger Tad

10.03.2026“Doppelagentin” Klöser: “Sehe mich als eine der Top-Fahrerinnen“

(rsn) - Die Deutsche Gravelmeisterin Rosa Maria Klöser (Canyon - SRAM - zondacrypto) bezeichnet sich immer noch als Newcomerin im Radsport. Und das trotz prestigeträchtiger Erfolge wie dem Gewinn d

10.03.2026Fernduell zwischen Decathlon und UAE um Jungstar Seixas

(rsn) - Paul Seixas hat nach nicht erst seit seinem sensationellen Saisonstart offenbar das Interesse des weltbesten Teams geweckt. Wie Wielerflits berichtet, arbeite UAE – Emirates – XRG “hinte

10.03.2026Pedersen zu Mailand-Sanremo Start: “Wird schwierig“

(rsn) – Mehr als einen Monat nach seinem Sturz zum Auftakt der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) ist fraglich, ob Mads Pedersen (Lidl – Trek) rechtzeitig bei Mailand-Sanremo (21. März) am Start stehen w