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11.05.2025 | (rsn) – Mit seinem zweiten Tagessieg hat sich Mads Pedersen (Lidl – Trek) beim 108. Giro d’Italia das Rosa Trikot zurückgeholt. Der 29-jährige Däne setzte sich auf der 3. Etappe über 160 Kilometer rund um Vlore im Sprint des auf rund 60 Fahrer geschrumpften Feldes nach erneut perfekter Vorbereitung seines Teams souverän vor dem Neuseeländer Corbin Strong (Israel – Premier Tech) durch.
Dritter wurde wie bereits zum Auftakt der Venezolaner Orluis Aular (Movistar), gefolgt vom Kolumbianer Brandon Rivera (Ineos Grenadiers) und Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious), dem besten Italiener.
“Der Plan heute Morgen war, am langen Anstieg eine zügiges Tempo anzuschlagen, um das Rennen für uns zu kontrollieren und damit ich auch nicht über das Limit gehen muss. Das Team hat das am Anstieg, aber auch schon zuvor perfekt umgesetzt. Nach dem Berg haben wir auf einen Kampf auf der Zielgeraden gehofft. Vacek hat eine geniale Sprintvorbereitung gemacht. Jetzt schon den zweiten Etappensieg zu feiern und wieder in Rosa zu sein ist genau das, was wir heute wollten“, kommentierte Pedersen im Ziel seinen 52. Profisieg, für den er angesichts von fast 3.000 Höhenmetern hart arbeiten musste.
Gleiches galt für Strong, der am Berg der 2. Kategorie sogar abgehängt wurde, dann aber mit Hilfe seines Teamkollegen Jakob Fuglsang wieder den Anschluss zu schaffen und sich im Finale robust nach vorne zu kämpfen. “Es war ein knapper Sprint. Ich hatte immer das Selbstvertrauen, es mit den besten Fahrern aufzunehmen – auch heute war ich zuversichtlich. Auf der 1. Etappe hatte ich durch den Sturz einfach Pech. Auf den letzten fünf Kilometern habe ich daran geglaubt, dass ich gewinnen kann. Aber der Anstieg hatte viel Kraft gekostet“, sagte Strong, der zwar an Pedersens Hinterrad perfekt positioniert war, aber dann nicht mehr an seinem Gegner vorbeiziehen konnte.
Dennoch fiel sein Fazit positiv aus: “Die Saison ist bislang nicht so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Deshalb wollte ich heute mit einem großen Sieg zurückschlagen. Am Ende hat es leider ganz knapp nicht gereicht. Wir haben ein starkes Team hier, und wir blicken optimistisch nach vorn. Ich hoffe, dass wir im Verlauf des Rennens noch eine Etappe gewinnen können“, fügte Strong im Ziel optimistisch an.
Als zu schwer erwies sich die Etappe für die meisten Sprinter. Bereits 65 Kilometer vor dem Ziel wurden in einem nicht-kategorisierten Anstieg und damit noch vor dem schwersten Berg des Tages zahlreiche Sprinter wie Olav Kooij (Visma – Lease a Bike), Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck), Sam Bennett (Decathlon – AG2R La Mondiale) oder Milan Fretin (Cofidis) abgeschüttelt.
Aber auch der letztjährige Etappengewinner Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) konnte genauso wie die deutsche Sprinthoffnung Max Kanter (XDS – Astana) dem Tempo nicht mehr folgen. Der Deutsche Meister Marco Brenner (Tudor) kam nach einer soliden Vorstellung auf Platz 17 ins Ziel, direkt gefolgt von Felix Engelhardt (Jayco - AlUla), dem zweitbesten deutschen Fahrer dieses Tages.
Vor dem ersten Ruhetag verdrängte Pedersen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) von der Spitze der Gesamtwertung, in der er nun neun Sekunden vor dem Slowenen liegt. Sein Teamkollege Mathias Vacek folgt mit 14 Sekunden Rückstand auf Platz drei.
Der Italiener Lorenzo Fortunato (XDS – Astana) übernahm das Blaue Trikot des besten Kletterers der Italien-Rundfahrt vom Belgier Sylvain Moniquet (Cofidis). Vacek verteidigte das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Pedersen baute seine Führung in der Punktewertung aus.
Der dritte Tag in Albanien begann wie erwartet mit zahlreichen Attacken. Es dauerte jedoch einige Kilometer, bis sich eine Ausreißergruppe formierte. Nach 25 Kilometern schlossen Dries De Bondt (Decathlon – AG2R – La Mondiale) und Alessandro Tonelli (Polti – VisitMalta) zu den zuvor enteilten Lorenzo Germani (Groupama – FDJ), Joshua Tarling (Ineos Grenadiers), Mark Donovan (Q36.5) und Chris Hamilton (Picnic – PostNL) auf. Das so entstandene Sextett erarbeitete sich bis zum ersten Anstieg des Tages einen Vorsprung von rund drei Minuten. Im Hauptfeld übernahmen Red Bull – Bora – hansgrohe und Lidl – Trek die Tempoarbeit.
Die erste Bergwertung des Tages am Shakelles (4. Kat.) entschied Donovan vor Germani und Tonelli für sich und holte sich damit drei Punkte. In der Folge blieb der Abstand zur Spitze zunächst über mehrere Kilometer stabil. Doch rund 65 Kilometer vor dem Ziel erhöhte das Peloton spürbar das Tempo, wodurch der Vorsprung der Ausreißer auf unter anderthalb Minuten schrumpfte. Diese Phase war zudem geprägt von mehreren Defekten aufgrund schlechter Straßenverhältnisse.
Auch De Bondt wurde ein Opfer und fiel aufgrund eines Vorderradschadens genau an der letzten Sprintwertung des Tages zurück in das Hauptfeld. Tonelli sicherte sich wie bereits beim ersten Sprint als Sieger zwölf Punkte und übernahm damit virtuell die Führung in dieser Sonderwertung.
Das Streckenprofil der 3. Etappe des Giro d‘Italia | Foto: Veranstalter
Der 10,5 Kilometer lange und im Schnitt 7,5 Prozent steile Anstieg zum Qafa e Llogarase, dem ersten Kategorie-2-Berg des diesjährigen Giro, hatte es in sich. Zunächst verkürzte Lidl – Trek den Rückstand auf die Spitzengruppe auf unter eine Minute. 6,5 Kilometer vor der Bergwertung setzten dann mehrere Fahrer zur Attacke an. Fortunato schloss schließlich gemeinsam mit Pello Bilbao (Bahrain Victorious) zur Spitzengruppe auf, die daraufhin vollständig auseinanderfiel.
1,5 Kilometer vor dem Gipfel waren nur noch Fortunato und Bilbao an der Spitze übrig. Kurz darauf sicherte sich der Italiener mit dem Sieg an der Bergwertung 18 Punkte und übernahm damit das Blaue Trikot. Alle anderen Ausreißer wurden vom deutlich geschrumpften Feld eingeholt, das mit rund 50 Sekunden Rückstand die Kuppe erreichte.
In der folgenden Abfahrt verkürzte das Peloton den Abstand auf 25 Sekunden. 18 Kilometer vor dem Ziel war dann der Ausflug von Fortunato und Bilbao wieder zu Ende. Daraufhin bereiteten sich die Teams teilweise mit viel Risiko auf das Sprintfinish vor. Giulio Ciccone (Lidl – Trek) übernahm die Führungsarbeit in etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel. Dahinter positionierten sich Vacek und Pedersen, der dann knapp 200 Meter vor dem Ziel antrat und den aus seinem Windschatten aufkommenden Strong auf Distanz hielt, um seinen insgesamt dritten Giro-Tagessieg zu feiern.
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