--> -->

08.05.2025 | (rsn) – Als besonders sprinterfreundliche Rundfahrt war der Giro d`Italia noch nie bekannt. Auch die am 9. Mai in Albanien beginnende 108. Ausgabe dürfte wenig an diesem Ruf ändern. Mit ein wenig Glück könnten acht Etappen an die schnellen Männer gehen. Zumindest an die bergfesteren ihrer Zunft.
Zu denen zählt Olav Kooij nicht. Der 23-Jährige vom Team Visma . Lease a Bike ist auf dem Papier der Mann mit der höchsten Endgeschwindigkeit und auf den Flachetappen derjenige, den es zu schlagen gilt. Drei Siege hat der Niederländer im Saisonverlauf eingefahren. Doch seit seinem Schlüsselbeinbruch bei Gent-Wevelgem Ende März hat Kooij kein Rennen mehr bestritten.
___STEADY_PAYWALL___Dennoch kehrt er selbstbewusst nach Italien zurück. In Neapel feierte Kooij im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg bei einer Grand Tour. Auf der 6. Etappe der diesjährigen Ausgabe bekommt er die Chance, seinen Sieg dort zu wiederholen. “Dorthin zurückzukehren ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich will dort wieder gewinnen. Aber es gibt weitere Möglichkeiten für Massensprints und ich will bei allen mit um den Sieg kämpfen“, sagte Kooij auf der Homepage seines Teams.
Neapel dürfte die zweite Massensprint-Ankunft nach der 4. Etappe werden. Auch die 12. Etappe, die 18. und der Schlusstag in Rom sind dafür ausgelegt. Die Giro-Organisatoren haben auch das fünfte Teilstück als Flachetappe bewertet. Doch bevor in Matera gesprintet werden kann, muss zwei Kilometer vor dem Ziel eine 750 Meter lange Rampe mit mehr als sechs Prozent im Schnitt und zehn in der Spitze bewältigt werden, dazu bringt es auch der letzte Kilometer auf drei Prozent.
Beim diesjährigen Giro d’Italia ist Mads Pedersen (Lidl – Trek) erster Kandidat auf das Maglia Ciclamino, das Trikot des besten Sprinters der Rundfahrt. | Foto: Cor Vos
Was für Kooij mutmaßlich zu viel ist, dürfte für seinen Teamkollegen Wout Van Aert bei der Giro-Premiere genau das richtige sein. “In den flachen Sprints ist Olav unsere beste Chance auf einen Etappensieg. Es ist nur logisch, dass wir ihn da unterstützen. Ich werde mein Bestes geben, um ihn gut zu positionieren“, so der Belgier, der damit im Flachen seine eigenen Chancen opfert. “Für mich habe ich die anspruchsvolleren Etappen ins Visier genommen. Das könnte einen Sprint aus einer reduzierten Gruppe oder nach einer langen Flucht bedeuten.“
Ob das allerdings reicht, um im Kampf um das Maglia Ciclamino in Konkurrenz zu Mads Pedersen (Lidl – Trek) zu treten, darf angezweifelt werden. Wenn der für die Tour de France aussortierte Däne seine immens starke Frühjahrsform, der nur die Überflieger Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel Paroli bieten konnten, auch nur annähernd in den Giro retten kann, dürfte es für alle anderen schwierig werden. “Ich komme nach Italien, um so viele Etappen wie möglich zu gewinnen – und vielleicht das Punktetrikot“, sagte Pedersen den Giro-Medien. In seinen bisherigen drei Teilnahmen ist ihm das noch nicht geglückt. Fast schon überraschend: Er war noch nicht mal nah dran. Eine Etappe hat Pedersen bisher gewinnen können, das war 2023 in – klar – Neapel.
Pedersen und Van Aert dürften auch die Gravel-Etappe ins Visier nehmen. Für die klassischen Sprinter eher ausgeschlossen, für die Beiden aber nicht, dürfte auch ein Erfolg auf der 13. Etappe in Vicenza sein. Der Tag endet mit einem Berg der 4. Kategorie, die letzten 750 Meter sind bis zu zehn Prozent steil. Davor ist das Terrain kaum herausfordernd, weshalb das Duo durchaus in Konkurrenz zu den spritzigen Bergfahrern um Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) treten könnte, für die das Teilstück in Summe vielleicht zu leicht sein könnte.
Auf dem Papier ist Olav Kooij (Visma – Lease a Bike) der schnellste Mann im Feld. Der Niederländer feierte bereits bei seinem Giro-Debüt einen Etappensieg. | Foto: Cor Vos
Das gilt auch für den Tag darauf, der in Roglics slowenische Heimat führt. Auf einem Rundkurs muss eine kurze, scharfe Steigung bewältigt werden, die für die Sprinter vielleicht schon zu schwierig ist. Für Kooij vielleicht, aber gewiss nicht für Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck), der neben Pedersen der heißeste Anwärter auf das Punktetrikot ist. Die Vorleistungen lassen das zwar nicht erwarten, doch das schiebt Alpecins Sportlicher Leiter Gianni Meersman auf andere Gründe.
“Kaden Groves ist unser Leader. Nachdem er Anfang des Jahres mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, hat er sich voll und ganz auf den Giro konzentriert. Er ist jetzt schmerzfrei und wir glauben, dass er bereit ist, seine Form zu zeigen“, heißt es da auf der Homepage des Teams – und weiter: “Hoffentlich gleich bei der ersten Sprintchance in Tirana."
Dass Alpecin den Auftakt mit einem Anstieg der 2. Kategorie und zwei Dreiern im Finale als Sprintchance definiert, darf durchaus als selbstbewusstes Zeichen und Kampfansage an Pedersen & Co. gewertet werden. Denn der Auftakt ist sicher vieles, aber kein Finale für eine Massenankunft. Dafür sind allein die letzten Kilometer mit vielen rechtwinkligen Kurven und sogar U-Turns viel zu technisch.
Doch weder Groves noch Pedersen, Van Aert oder Kooij sind nach Tagessiegen gemessen die erfolgreichsten Sprinter des Jahres, die beim Giro starten. Sam Bennett (Decathlon – AG2R La Mondiale) und Matteo Moschetti (Q36.5 Pro Cycling) stehen beide bei vier Sprintsiegen, Milan Fretin (Cofidis) bringt es auf drei. Alle Drei haben ihre Siege allerdings abseits der WorldTour bei kleineren Events eingefahren.
In prächtiger Verfassung präsentierte sich zuletzt Max Kanter (XDS – Astana)? Kann der Gewinner der Famenne Ardenne Classic erstmals in seiner Karriere einen Grand-Tour-Etappensieg einfahren? | Foto: Cor Vos
Da sich aber von den ganz großen Namen der Szene wie Tim Merlier, Jasper Philipsen oder Jonathan Milan keiner bei der diesjährigen Italien-Rundfahrt einfinden wird, ist hier oder da ein Überraschungssieger nicht auszuschließen. Stammgäste auf den vorderen Platzierungen von Flachetappen werden die Sprinter mit den nicht ganz so großen Namen allemal sein.
Dazu gehört auch Max Kanter (XDS – Astana), der nach seinem Sieg bei der Famenne Ardenne Classic (1.1) die größte Hoffnung auf deutsche Erfolge verkörpert. Ebenso wie Kanter zählen Gerben Thijssen (Intermarché – Wanty), Giovanni Lonardi (Polti – VisitMalta), Casper van Uden (Picnic – PostNL) sowie die Youngster Paul Magnier und Luke Lamperti (beide Soudal – Quick-Step) zum erweiterten Kreis für Top-5-Resulate. Für die schwereren Etappen wird die Liste durch Corbin Strong (Israel – Premier Tech) ergänzt.
31.10.2025Del Toro: “Hätte das Rosa Trikot lieber durch Leiden verloren“(rsn) – Isaac del Toro (UAE -Emirates – XRG) hat eine überragende Saison hinter sich. Seinen 16 Siegen auf internationalem Parkett ließ er jüngst noch zwei ungefährdete Titel bei den mexikanis
20.06.2025Beim Giro Carapaz geholfen: UCI ermittelt gegen De Bondt(rsn) – Der Radsportweltverband UCI hat gegen Dries De Bondt (Decathlon – AG2R La Mondiale) eine Untersuchung wegen eines möglichen Regelverstoßes eingeleitet. Die UCI bezieht sich dabei auf die
04.06.2025Kanter: “Das war mein bisher erfolgreichster Giro“(rsn) – Nach seinem vierten Giro d’Italia gönnte sich Max Kanter noch einen Tag “Sightseeing“ in der “Ewigen Stadt“. Am Sonntag hatte der XDS-Astana-Sprinter in Rom auf der abschließende
03.06.2025Gee: “Toll, dass es noch viel Verbesserungspotential gibt“ (rsn) – Zwei Jahre nachdem er als Ausreißerkönig mit vier zweiten Etappenplätzen zum Shootingstar des Giro d´Italia 2023 geworden ist, hat Derek Gee (Israel – Premier Tech) bei seiner zweiten
03.06.2025Groves in Philipsens Leadout zur Tour de France?(rsn) – Ein Etappensieg sowie zwei zweite und zwei fünfte Plätze: Die Ausbeute von Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck) in den Massensprints des Giro d´Italia hätte natürlich noch besser sein
02.06.2025EF trauert dem entgangenen Maglia Rosa nicht hinterher(rsn) – Zwei Etappensiege und ein dritter Platz in der Gesamtwertung: Der Giro d’Italia 2025 dürfte als eine der erfolgreichsten Grand Tours in die Geschichte von EF Education – EasyPost eingeh
02.06.2025Giro-Debütant van Aert mit Trofeo Bonacossa ausgezeichnet(rsn) - Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) kann auf ein erfolgreiches Giro-Debüt zurückblicken. Nicht nur gewann der Belgier die Schotter-Etappe nach Siena und komplettierte damit seine Sammlung
02.06.2025Reef: “Wir haben in den letzten Wochen alles perfekt umgesetzt“(rsn) – Der achte Gesamtsieg bei einer Grand Tour kam für Visma – Lease a Bike eher unerwartet. Zwar hatte Simon Yates bereits im Jahr 2018 die Vuelta a Espana für sich entscheiden können, dana
02.06.2025Das große Ziel verfehlt, Denz und Pellizzari retteten die Bilanz(rsn) – Heinrich Haussler sprach von einer "emotionalen Achterbahnfahrt“. Der Sportliche Leiter von Red Bull – Bora – hansgrohe sprach im Ziel der 18. Etappe des Giro d’Italia über den Tage
02.06.2025Hollmann nach Giro-Sturz zum zweiten Mal operiert(rsn) – Juri Hollmann ist seit seinem Ausscheiden auf der 6. Etappe des Giro d´Italia in Neapel bereits zwei Mal operiert worden. Das teilte sein Team Alpecin – Deceuninck mit und gab ein Update
01.06.2025Adam Yates zwischen den Stühlen – und doch zufrieden(rsn) – Allzu oft kam es noch nicht vor, dass Simon und Adam Yates in ihren Karrieren, die sich näher an der Zielgeraden als an Kilometer 0 befinden, in Grand Tours gegeneinander antreten mussten.
01.06.2025Krieger kommt als Giro-Letzter in Rom an(rsn) – Die Gemeinsamkeit zwischen Alexander Krieger (Tudor) und Giovanni Pinarello ist nicht unbedingt offensichtlich, aber es gibt sie. Den Sprintanfahrer und den Begründer der italienischen Edel
22.02.2026Aufbau als Algarve-Ausreißer: Red Bull mit Lipowitz´ Formkurve zufrieden (rsn) - Allzu große Erwartungen schien Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) vor der letzten Etappe der 52. Algarve-Rundfahrt nicht zu haben. Der 25-Jährige hatte vor dem Rennen in Portugal
22.02.2026Ayuso vergoldet Gesamtsieg mit Etappenerfolg (rsn) - Nach zwei zweiten Plätzen konnte Juan Ayuso (Lidl - Trek) auf der letzten Etappe der 52. Algarve-Rundfahrt neben dem Gesamtklassement doch noch einen Tagessieg einfahren. Am kurzen, aber knac
22.02.2026Highlight-Video der 5. Etappe der Algarve-Rundfahrt (rsn) - Es war der Tag von Juan Ayuso (Lidl - Trek) bei der Schlussetappe der Algarve-Rundfahrt. Der Spanier feierte nach zwei zweiten Plätzen nicht nur den erhofften Etappensieg, sondern war dadurch
22.02.2026Schachmann und Laporte nach Stürzen offenbar in Ordnung (rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R
22.02.2026Todesfälle überschatten Einhorn-Sieg zum Ruanda-Auftakt (rsn) – Ruanda ist wieder im Radsport-Fieber. Zwar sind es dieses Mal nicht die Weltmeisterschaften und das Feld damit nicht annähernd so elitär besetzt wie im vorangegangenen Spätsommer. Doch di
22.02.2026Venturelli mit den schnellsten Beinen bei Clasica de Almeria (rsn) – Die Italienerin Frederica Venturelli (UAE – ADQ) hat die 4. Auflage der Clasica de Almeria (1.Pro) gewonnen und damit Vorjahressiegerin Ally Wollaston (FDJ United – Suez) entthront. Im
22.02.2026Highlight-Video der 5. Etappe der Andalusien-Rundfahrt (rsn) - Einerseits gewonnen, und doch nicht restlos zufrieden. Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) hat in einem spannenden Finale zwar die 5. und letzte Etappe der Andalusien-Rundfahrt gewonnen, doch für
22.02.2026Brenner für mutige Flucht nicht belohnt (rsn) – Im Vorjahr noch eine zweitägige Etappenveranstaltung, wurde die 58. Tour des Alpes-Maritimes (1.1) erstmals als Eintagesrennen ausgetragen. In einem Wimpernschlagfinale konnte Paul Lapeira
22.02.2026Highlight-Video der 7. Etappe der UAE Tour (rsn) - Es ist vollbracht: Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) hat seine erste Rundfahrt auf WorldTour-Niveau gewonnen. Der Mexikaner war auf der Schlussetappe der UAE Tour 2026 nicht mehr aus dem F
22.02.2026Pidcock holt Etappe, kann Romeo aber nicht mehr abfangen (rsn) – Es hat lange gedauert. Nach acht Jahren hat die Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) wieder einen spanischen Gesamtsieger. Die 72. Auflage des Traditionsrennens im Süden des Landes geht an Ivan Rom
22.02.2026Milan lässt dem Rest keine Chance und schafft den Hattrick (rsn) - Der Italiener Jonathan Milan (Lidl – Trek) hat überlegen die 7. und letzte Etappe der UAE Tour (2.UWT) gewonnen. Im Massenspurt auf der Breakwater-Halbinsel von Abu Dhabi ließ er dem Norwe
22.02.2026Erholen, abspecken und angreifen: “In Katalonien auf anderem Level“ (rsn) – Remco Evenepoel hat die UAE Tour abgehakt, bevor sie überhaupt zu Ende ist. Noch vor der letzten Etappe, die im Normalfall allerdings auch nur noch eine für Sprinter ist, wenn nicht der WÃ