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12.01.2025 | (rsn) – Mit drei Siegen und drei weiteren Podiumsplatzierungen war Elisabeth Brandau (EBE Racing) hervorragend in die Saison gestartet. Bei ihren Starts in Belgien im November und Dezember wurde es aber stiller um die Deutsche Meisterin. Am heutigen Sonntag will die 39-Jährige in Chemnitz ihren achten nationalen Meistertitel herausfahren und damit auch die WM-Nominierung festmachen.
“Ich bin gestern schon angereist und heute total entspannt aufgewacht, habe die Runde angeguckt und mich dabei komischerweise richtig gut gefühlt. Das macht mir etwas Sorgen, denn das ist manchmal nicht so gut am Tag davor“, unkte Brandau gegenüber RSN. “Es ist wie jedes Jahr: Wenn Deutsche Meisterschaften sind, ist es kalt, es hat Schnee und ist eisig. Das sind andere Bedingungen als normal und das mag ich eigentlich nicht so, weil wir das nicht so gut trainieren können.“
___STEADY_PAYWALL___Eisige Bedingungen konnten sie vor einem Jahr in Radevormwald nicht stoppen. Damals nahm sie Judith Krahl (Heizomat – Herrmann) mit deutlichen 59 Sekunden Vorsprung den Titel ab. In Chemnitz könnte die Fahrerinnen ein ähnliches Szenario erwarten. “Die Strecke ist schon ein bisschen tückisch“, berichtete Brandau. “Bei uns war es noch matschiger, am Ende hat es wieder angezogen. Es ist schwer einzuschätzen, ich denke aber, dass es morgen eher eisig, schnell und hart sein wird. Für mich sind das tendenziell nicht die besten Voraussetzungen; ich mag es lieber schwerer“, fügte sie an. Der Kurs wurde am Samstag von den Masters und der U23 schon unter Rennbedingungen getestet. “Man hat es da schon gesehen: Wenn man einen Fehler macht, kann es schnell durchgemischelt sein“, so Brandau.“
Elisabeth Brandau beim Cross-Weltcup in Antwerpen, bei dem sie Rang 34 belegte. | Foto: Kevin Kempf
Wie auch immer sich die Strecke im Frauenrennen präsentieren wird, im Prinzip hat Brandau nur eine ernst zu nehmende Gegnerin im Kampf um das Meistertrikot. “Hauptkonkurrentin ist natürlich Judith“, sagte sie. Krahl hatte bislang keine gute Saison, kam zuletzt aber immer besser in Fahrt. “Man weiß nie, wie sich jemand tagesformtechnisch fühlt. Vor allem technisch ist sie richtig gut“, wusste auch Brandau um die Gefahr, die von Krahl ausgeht. Die ist zudem – ganz im Gegensatz zu ihr selber – eine hervorragende Starterin. “Nach dem Start werde ich vielleicht nicht ganz vorn sein und dann muss ich sehen, ob ich es auffahren kann“, so Brandau, die Stefanie Paul, Katharina Sieger und Lisa Heckmann als weitere Medaillenanwärterinnen nannte.
Dass es im Duell mit der 16 Jahre jüngeren Krahl knapp hergehen könnte, zeigte auch das letzte Aufeinandertreffen der beiden in Loenhout Ende Dezember. Auf einer schlammigen Strecke, die Brandau besser lag, hatte die dreifache Mutter letztendlich mit lediglich zehn Sekunden Vorsprung die Nase vorn. Doch nicht nur Krahl bestritt dieses Rennen nicht in Topform. “Ich fühle mich jetzt viel besser als vor und an Weihnachten. Ich habe rausgenommen und war eine Woche in der Höhe Skifahren und Langlaufen“, erzählte Brandau.
Was wie ein schöner Urlaub im Schnee klingt, war für sie auch mit Training verbunden. “Gerade das Langlaufen ist mega für meinen Körper, denn nach den drei Kindern habe ich immer Probleme, den Rumpf zu stabilisieren. Die Erholung tut mir auch richtig gut; einfach mal eine Woche weniger von allem und keine Arbeit. Ich habe schon ein wenig gearbeitet, habe mir aber versucht, mir mental keinen Stress zu machen“, beschrieb sie ihre Vorbereitung auf die DM.
Judith Krahl (Heizomat – Herrmann, hier beim Weltcup in Antwerpen) belegte im vergangenen Jahr in Radevormwald als damalige Titelverteidigerin Rang zwei hinter Brandau und will nun Revanche für die Niederlage nehmen. | Foto: Kevin Kempf
In Chemnitz geht es für Brandau nicht nur um das Meistertrikot. “Ich fahre das Rennen auch weil ich noch mal zur WM will. Zur Nominierung gehört die DM dazu“, erläuterte sie. “Judith muss sich natürlich auch noch zeigen. Egal wie es wird, ich hoffe sowieso, dass wir beide zur WM fahren“, so Brandau weiter. Privat verstehen sich die Konkurrentinnen gut. Brandau war sogar schon für längere Zeit bei Krahl zu Besuch: anlässlich des Motocrosstrainings einer ihrer Söhne.
Und wo die Familie im Leistungssport verbinden kann, kann sie auch zum Risiko werden. “Ich musste zuletzt auch meine Kinder teilweise entfernen, weil einer Magen-Darm angeschleppt hatte“, erzählte Brandau. “Das tat mir wirklich weh im Herzen. Es ist krass, wie schwer das ist.“
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