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08.09.2019 | (rsn) - Erst keine Einladung zur Deutschland Tour erhalten, dann die Bekanntgabe, dass der Rennstall zum Jahresende aufgelöst wird. Die letzten Wochen waren nicht einfach für die Fahrer und Betreuer des Herrmann Radteam. Doch davon ließen sich die Sportler nicht unterkriegen und gaben ihre Antwort nun auf dem Rad.
Bei den Deutschen Meisterschaften im Teamzeitfahren in Genthin verteidigte das Herrmänner-Sextett seinen Titel und sorgte so wieder für fröhliche Gesichter. "Hut ab vor den Fahrern. Das zeigt charakterliche Größe", zollte Sportdirektor Grischa Janorschke im Gespräch mit radsport-news.com seinen Sportlern Respekt.
Nach einer "fast perfekten Fahrt" im Vorjahr machten es Kapitän Chris Hatz und seine fünf Mitstreiter am Sonntag in Genthin auf dem identischen Kurs deutlich spannender. "Ab Kilometer fünf hatten wir im Auto das Gefühl, dass der Wurm drin war. Wir haben schon früh einen Fahrer verloren, manche mussten früh mal Führungen auslassen. So wurde die Fahrt zu einem Nervenkitzel", schilderte Janorschke seine Eindrücke vom 50 Kilometer langen Wettbewerb.
Deutschland Tour wäre bessere Vorbereitung gewesen
Dieser betonte aber auch, dass sich seine Fahrer dadurch nicht aus der Ruhe haben bringen lassen und dass man den schwachen Tag des einen oder anderen Fahrers durch überragende Leistungen anderer Sportler habe wieder wettmachen können. So stand trotz einer "nicht optimalen Fahrt" ein Vorsprung von 14 Sekunden auf Lotto - Kern Haus, das wie im Vorjahr Rang zwei belegte.
Auf die Frage, ob das einzig positive an der Nicht-Nominierung für die Deutschland Tour gewesen sei, dass man sich nun gezielt auf das Mannschaftszeitfahren, den drittletzten Lauf der Rad-Bundesliga vorbereiten konnte, antwortete Janorschke mit einem klaren Nein. "Die Deutschland Tour eine Woche vorher wäre sicherlich eine sehr gute Belastung und Vorbereitung gewesen. So mussten die Jungs bei kleineren Rennen fahren und es durch Training kompensieren. Dazu ist das Zeitfahren ein Prozess mehrerer Monate, gar Jahre", so Janorschke.
Selbe Prozedur wie 2018 - auch nach dem Sieg
Außerdem sei entscheidend, dass man im Rennen selbst die Beine und den Kopf dazu habe, um die Leistung abzurufen. "Und vor allem der Kopf hat bei unseren Jungs heute gepasst", so Janorschke, der die gleiche Vorbereitung auf die Teamzeitfahr-DM wählte wie im Vorjahr und mit seinem Team den Sieg beim gleichen Italiener feierte wie 2018. "Da wollten wir die Tradition fortsetzen", so Janorschke.
Einen dritten Sieg im Mannschaftszeitfahren wird es 2020 nicht geben, da sich die Mannschaft aufgrund des Ausbleibens zusätzlicher Sponsoren zurückziehen wird. Durch die Leistung von Genthin sind die Herrmänner in der Bundesliga-Teamwertung aber bis auf zwei Zähler an Spitzenreiter P&S Metalltechnik herangerückt. Und auch in der Einzelwertung hat der Gesamtdritte Hatz noch Außenseiterchancen auf Platz eins.
Der Sieg in einer der Sonderwertungen ist das große Ziel für die Rennserie, die in den nächsten zwei Wochen mit Rund um Sebnitz und der Sauerland Rundfahrt entschieden wird. "Wir sind vor drei Jahren mit der Zielsetzung angetren, in der Bundesliga etwas Großes zu gewinnen. Es jetzt im letzten Jahr zu schaffen, das wäre ein mehr als würdiger Abschluss", befand Janorschke.
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