Tour de Suisse: Sagan gegen den Italiener chancenlos

Kunterbunter Leadout lotst Viviani zum Sieg

Foto zu dem Text "Kunterbunter Leadout lotst Viviani zum Sieg"
Elia Viviani (Deceuninck- Quick-Step) gewann die 5. Etappe der Tour de Suisse vor peter Sagan (Bora - hansgrohe). | Foto: Cor Vos

19.06.2019  |  (rsn) - Als es in Einsiedeln auf die letzten beiden Kilometer der 5. Etappe der Tour de Suisse ging, war an der Spitze des jagenden Feldes nichts von den blauen Deceuninck-Quick-Step-Trikots zu sehen. Dennoch brauchte sich Manager Patrick Lefevere keine Sorgen zu machen, denn der Sprintzug von Elia Viviani dominierte farblich bunt gemischt das Geschehen.

Vor den Italiener, der stellvertretend für Spitzenreiter Peter Sagan (Bora - hansgrohe) das schwarze Trikot des punktebesten Fahrers trug, hatten sich der Däne Kasper Asgreen im weiß-blauen Jersey des besten Nachwuchsfahrers, der Belgische Meister Yves Lampaert, der Dänische Champion Michael Morkov sowie der argentinische Titelträger Maximiliano Richeze gespannt.

Perfekt aufeinander abgestimmt lieferte das Deceuninck-Team den Kapitän an zweiter Position vor der letzten Linkskurve ab, von wo aus Viviani auf der kurzen, leicht ansteigenden und über Kopfsteinpflasterpassage zum Ziel seinen schärfsten Konkurrenten Sagan deutlich auf Distanz hielt und überlegen zu seinem zweiten Tagessieg in Folge sprintete. Hinter dem Slowaken, der wie schon gestern Viviani letztlich nichts entgegenzusetzen hatte, wurde nach 177 Kilometern der Belgier Jasper Stuyven (Trek - Segafredo) nach Fotofinish Dritter vor Europameister Matteo Trentin (Mitchelton - Scott) und dem Australier Michael Matthews(Sunweb).

"Wenn sie einen Leadout wie heute fahren, macht es mein Leben wirklich einfach“, strahlte der 31-jährige Viviani nach seinem sechsten Saisonsieg. “Als wir das erste Mal die Ziellinie überquerten, wussten wir, dass das Finale hart werden würde, aber mit dem besten Sprintzug kannst du für den Unterschied sorgen und das war heute der siegbringende Faktor.“

Dagegen musste sich der 29-jährige Sagan, der am Sonntag die erste Chance für die Sprinter genutzt hatte und gestern Dritter geworden war, auf einem auf ihn zugeschnittenen technischen Finale mit vielen Kurven und den ansteigenden letzten 400 Metern mit dem zweiten Platz begnügen. Immerhin konnte er seinen Vorsprung im Gesamtklassement gegenüber Matthews auf 14 Sekunden vergrößern.

“Heute war die letzte Chance für die Sprinter und ich hätte gerne noch einmal gewonnen. Meine Mannschaft hat wieder sehr gut gearbeitet, um das Rennen zu kontrollieren und mich am Ende in Position zu fahren. In der letzten Kurve war ich am Hinterrad von Viviani, aber auch heute war er der Stärkere. Dennoch denke ich, wir können mit dem bisherigen Verlauf und unserer Performance bei dieser Tour de Suisse sehr zufrieden sein“, sagte Sagan, der sich angesichts der morgen anstehenden Schlusssteigung aber keine Hoffnungen auf eine weitere Verteidigung seines Gelben Trikots wird machen können. Dafür dürfte die Punktewertung ein Ziel bleiben, in der er seine Führung behauptete, auch wenn sein Vorsprung auf Viviani jetzt nur noch fünf Zähler beträgt.

So lief das Rennen:
Sofort nach dem Start machten sich der Niederländer Bert-Jan Lindeman (Jumbo - Visma), der Schweizer Stefan Küng (Groupama - FDJ), der Slowene Matej Mohoric (Bahrain - Merida) und der Franzose Fabien Grellier (Total Direct Energie) aus dem Feld davon. Allerdings ließ sich Lindemann nach wenigen Kilometern wieder zurückfallen. Das verbleibende Trio fuhr sich auf dem hügeligen ersten Etappenteil einen Vorsprung von knapp drei Minuten heraus, womit der Gesamtsechste Küng, der auch die Gruppe des Tages initiiert hatte, die virtuelle Gesamtführung übernahm.

Wie schon gestern hielt Bora - hansgrohe allerdings auch diesmal die Ausreißer an der kurzen Leine und gönnte ihnen nicht mehr als drei Minuten Vorsprung. Zudem erhielten Sagans Helfer ab Rennmitte Unterstützung von Team Ineos, das auf den gestern gestürzten Tour-de-France-Gewinner Geraint Thomas verzichten muss, sowie Trek - Segafredo und Sunweb.

Vor dem 13 Kilometer langen Anstieg zum Sattel (2. Kat.) hatten die Verfolger den Rückstand zwar schon auf 1:30 Minuten reduziert, Küng gewann aber noch den ersten Zwischensprint und damit drei Bonussekunden. Dann konnte der 25-Jährige jedoch einer Tempobeschleunigung von Mohoric nicht mehr folgen, nachdem bereits kurz zuvor Grellier im Anstieg der 2. Kategorie die Segel hatte streichen müssen.

Der Slowenische Meister sicherte sich beide Bergwertungen des Tages sowie den letzten Zwischensprint - die allerdings nicht das Ziel seiner Attacke gewesen waren. 13 Kilometer vor dem Ziel war allerdings Mohorics Gegenwehr gebrochen und der Gewinner der Deutschland Tour wieder im Feld verschwunden. Danach begann auf dem 20 Kilometer langen Rundkurs der Positionskampf der Sprintermannschaften, aus dem sich Deceuninck - Quick-Step lange Zeit zurückhielt, ehe der buntfarbige Zug auf den letzten beiden Kilometern entschlossen an die Spitze des Feldes stürmte und im verwinkelten Finale Viviani bestens positionierte.

Sagan dagegen musste sich auf dem Schlusskilometer aus einer deutlich ungünstigeren Position nach vorne kämpfen. Zwar gelang es ihm, in der Schlusskurve an das Hinterrad des Italieners zu gelangen - am starken Viviani vorbeizuziehen gelang ihm aber nicht mehr.

Mehr Informationen zu diesem Thema

24.06.2019Müder Carthy geht mit einem großen Sieg in den Urlaub

(rsn) - Huge (riesig) lautet der Spitzname von Hugh Carthy. Das Wortspiel bezieht sich vor allem auf die Körperlänge des Briten, der 193 Zentimeter misst. Auf der gestrigen Schlussetappe allerdings

24.06.2019Schelling: “Eine unglaubliche Woche“

(rsn) - Nicht einer der routinierten WorldTour-Profis wie Mathias Frank (AG2R), Steve Morabito (Groupama - FDJ) oder Michael Albasini (Mitchelton - Scott) gewann bei der 83. Tour de Suisse die inoffiz

24.06.2019Für Dennis ist das Gesamtklassement der Tour kein Thema

(rsn) - Seit einigen Jahren schon verfolgt Rohan Dennis den Plan, sich von einem Zeitfahrer der Weltklasse, der auch einwöchige Rundfahrten gewinnen kann, zu einem GrandTour-Kandidaten zu entwickeln.

24.06.2019Bernal weiter loyaler Thomas-Helfer, “wenn er stärker ist“

(rsn) - Egan Arley Bernal, so lautet der Name des bislang erfolgreichsten Rundfahrers der Saison 2019. Gesamtsieger bei Paris-Nizza, Dritter bei der Katalonien-Rundfahrt und nun auch Gesamtsieger bei

23.06.2019Kämna: “Am letzten Berg musste ich das Parkticket ziehen“

(rsn) - Am letzten Tag der Tour de Suisse fiel Lennard Kämna (Sunweb) vom 12. auf den 17. Platz der Gesamtwertung zurück. Trotzdem überzeugte der 22-Jährige in der Schweiz mit einer eindrucksvolle

23.06.2019Konrad: “Das war eine gute Generalprobe für die Tour“

(rsn) - Es ist vollbracht. Nach 24 Jahren steht mit Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) wieder ein österreichischer Profi am Podium der Tour de Suisse. Der Niederösterreicher verteidigte seinen drit

23.06.2019Carthy im Zeitfahrmodus unantastbar über die drei Bergriesen

(rsn) – Ein bisschen mehr als 100 Kilometer war der Schlussabschnitt der 83. Tour de Suisse lang und ein bisschen weniger als 100 Kilometer verbrachte der Brite Hugh Carthy (EF Education First) an

23.06.2019Carthy gewinnt Schlussetappe mit Soloritt

(rsn) - Der Brite Hugh Carthy (EF Education First) hat mit einem eindrucksvollen Soloritt die 100 Kilometer lange Königsetappe der Tour de Suisse gewonnen, die über den Nufenen-, den Gotthard- sowie

23.06.2019Dennis glaubt nicht an schwachen Tag von Bernal

(rsn) - Um 19 Sekunden hat er seinen Rückstand auf Egan Bernal (Ineos) im Einzelzeitfahren am Samstag zwar verringert, doch bei weiterhin 22 Sekunden Rückstand auf den Kolumbianer macht sich Rohan D

23.06.2019Vorschau auf die Rennen des Tages / 23. Juni

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? radsport-news.com gibt Ihnen kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf die wicht

22.06.2019Bernal: Um ein Haar der nächste Ineos-Kapitän am Boden

(rsn) - Mit einem beeindruckenden Einzelzeitfahren hat Egan Bernal (Ineos) das Gelbe Trikot der Tour de Suisse verteidigt. 22 von seinen 41 Sekunden Vorsprung gegenüber Zeitfahr-Weltmeister Rohan Den

22.06.2019Lampaert und Bernal überraschen sich im Zeitfahren selbst

(rsn) - Yves Lampaert (Deceuninck - Quick-Step) und Egan Bernal (Ineos) sind die Gewinner am vorletzten Tag der Tour de Suisse. Der Belgier entschied das 19,2 Kilometer lange Einzelzeitfahren rund um

Weitere Radsportnachrichten

06.03.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

06.03.2026Tirreno-Adriatico im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Fast zeitgleich mit Paris-Nizza (2.UWT) in Frankreich findet in Italien mit Tirreno-Adriatico (2.UWT) eine weiteres, stark besetztes Etappenrennen statt. Bei der Fernfahrt zwischen dem Tyrrhe

06.03.2026Paris-Nizza: Nach Almeida fällt auch Skjelmose aus

(rsn) – Die Liste der prominenten Ausfälle bei der Fernfahrt Paris-Nizza (2.UWT) wird länger. Nachdem bereits Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) und Max Poole (Picnic – PostNL) für die am

06.03.2026Pogacar jagt in der Toskana den nächsten Rekord

(rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) gelang am Openingsweekend mit dem Sieg beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) ein perfekter Saisoneinstieg. Dass der Niederländer auch in dieser Sais

06.03.2026Niewiadoma mit Klösers Hilfe zum ersten Strade-Sieg?

(rsn) – Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – zondacrypto) kann eine imponierende Strade-Bianche-Bilanz vorweisen. Die Polin nahm an sämtlichen elf bisherigen Austragungen des toskanischen

06.03.2026Die Strecke des 84. Paris-Nizza

(rsn) – Die 84. Ausgabe von Paris-Nizza (2. UWT) beginnt am 8. März 2026 in Achères im Département Yvelines und endet am 15. März mit dem traditionellen Finale rund um den Zielort Nizza. Wegen d

06.03.2026Paris-Nizza im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Mit dem 84. Paris-Nizza steht das erste bedeutende Etappenrennen der Saison auf dem Progamm. Da die Organisatoren in den vergangenen Jahren auch Bergankünften in den Etappenplan eingebaut

05.03.2026Saison-Debütantinnen fordern Titelverteidigerin Vollering heraus

(rsn) – Am Samstag starten die Frauen in die 12. Ausgabe der Strade Bianche Donne (1.WWT). Während Titelverteidigerin und Topfavoritin Demi Vollering (FDJ United – Suez) zuletzt beim Omloop Nieuw

05.03.2026Van Aert vor Strade-Comeback: “Mehr Fragen als erhofft“

(rsn) – Zwei Tage bevor in Siena das erste große italienische Radsportfest der Saison steigt, hat das Team Visma – Lease a Bike die Aufnahmen von der Zielankunft der Strade Bianche 2020 auf seine

05.03.2026Seixas freut sich auf Strade Bianche - Duell mit Pogacar inklusive?

(rsn) – Bei der Frage nach den aussichtsreichsten Gegnern für Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bei der 20. Strade Bianche (1.UWT) fallen den Beobachtern nicht viele Namen an. Zu dominant ag

05.03.2026Matthews bricht sich im Training beide Hände

(rsn) – Michael Matthews wird nach einem Trainingssturz lange Zeit ausfallen. Wie Jayco – AlUla über die Sozialen Medien bekanntgab, brach sich der 35-jährige Australier am Donnerstag beide Ha

05.03.2026Kann Red Bull bei Strade Bianche das Momentum nutzen?

(rsn) – Als Dritter der Ausgabe von 2020 sorgte Max Schachmann für das bisher letzte Podiumsergebnis für Red Bull – Bora – hansgrohe bei der Strade Bianche (1.UWT). Der 32-Jährige fährt mitt