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07.01.2026 | (rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Mannschaft haben - mit Ausnahme des Weltcups in Dendermonde - alle Toprennen zwischen dem 20. Dezember und dem 4. Januar eingeheimst.
Mathieu van der Poel sprang im Trikot des Weltmeisters siebenmal an den fünfzehn Tagen aufs höchste Podest. Im Outfit des Niederländischen Meisters war Tibor Del Grosso wie Vandeputte zweimal erfolgreich. Grund zum Jubeln also für Christoph Roodhooft. “Wir hatten schon irgendwie gehofft, dass Del Grosso und Vandeputte vielleicht mal einen raushauen, aber jetzt haben sie beide doppelt gewonnen“, meinte der Belgier im Interview mit Wielerflits. In Dendermonde hatten seine beiden Co-Kapitäne vor dem Finale einen Platten. “Sonst wäre das vielleicht auch noch eine andere Geschichte gewesen“, urteilte Roodhooft.
Während der Belgier Vandeputte sich ganz aufs Querfeldein konzentriert, schlägt Del Grosso den Weg van der Poels ein: Er kombiniert die Straße mit dem Gelände. In seiner ersten Saison als Berufsradfahrer schlug er auf dem Asphalt gleich richtig ein; 23 Mal konnte er unter die besten Zehn fahren. Bei der Presidential Cycling Tour of Turkiye (2.Pro) feierte er seinen ersten Sieg als Berufsradfahrer, den er zuvor bei der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) noch knapp verpasst hatte. Dass er auf dem höchsten Niveau schon mithalten kann, bewies der Niederländer auch bei Dwars door Vlaanderen (1.UWT), das er als Sechster beendete.
Seine Qualitäten ähneln denen seines großen Landmannes. Er wird nicht zufällig als Thronfolger gehandelt. “Ob Tibor wirklich dieses Niveau erreichen kann, werden wir abwarten müssen. Aber an dem Vergleich ist schon was dran. Fahrer, die viel gewinnen, haben einen gewissen X-Faktor. Und dass Tibor den hat, kann niemand bestreiten“, befand Roodhooft.
Die Gemeinsamkeiten enden aber nicht bei den Qualitäten. Wie van der Poel in seinen Anfangsjahren hat auch Del Grosso Rückenprobleme. In jedem Rennen streckt der Youngster, wenn immer es möglich ist, den Rücken. “Tibor ist erst 22 Jahre. Da ist der Körper einerseits schon sehr stark, andererseits muss er sich aber noch entwickeln. Bei Mathieu sind die Probleme verschwunden. Weil wir uns sehr viel damit beschäftigt haben“, so Roodhooft. Die Erfahrung mit dem Weltmeister können auch Del Grosso helfen. “Wir wissen inzwischen, wie wir das angreifen müssen. Rückenschmerzen treten im Cross oft auf, das wird nie ganz verschwinden. Tibor ist letztendlich gut durch die Weihnachtsperiode gekommen. Wir machen uns also keine Sorgen.“
Um die muss sich der 51-Jährige auch nicht um seinen Superstar machen. “Aber dass er Crossrennen gewinnt, heißt nicht, dass er gut genug in Form ist fürs Frühjahr. Nur weil er diese Wettkämpfe alle dominiert, ist er nicht in allen Gebieten schon top. Umgekehrt würden wir auch nichts sagen, dass er nicht gut ist, wenn er ein Cross nicht gewonnen hätte“, erklärte er. “Er war einfach so, wie er sein musste“, fügte er an.
Wichtiger als die Siegesserie ist wohl, dass van der Poel unbeschadet durch die Weihnachtsperiode gekommen ist. Denn im Querfeldein fährt die Gefahr auf Verletzungen immer mit, wie Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) zuletzt leidvoll erfahren musste. Angst hat man bei Alpecin – Premier Tech, das 2009 unter dem Namen BKCP – Powerplus als Crossmannschaft begann, trotzdem nicht. “Nein, letztendlich hat man überall Risiken, auch im Training. Da sehe ich keinen Unterschied. Natürlich gibt es den Wettkampfaspekt, aber wenn man als Radprofi keine Risiken eingehen will, gibt es nur eine Lösung: drinnen bleiben!“
Und das ist für Radsportler natürlich keine Option. Deswegen geht es auch bei den Alpecin-Profis - allen voran van der Poel - weiter in Richtung Cross-WM in Hulst. “Er liegt auf Schema für die WM und auch in Richtung Frühjahr 2026“, fasste Roodhooft zusammen. Und auf dem Weg zum achten Regenbogentrikot im Gelände steht noch die Antwort auf eine Frage aus: Gewinnt der 30-Jährige auch den Weltcup? Im Klassement liegt er zurzeit 10 Punkte vor Thibau Nys (Baloise – Het Poetsbureau Lions).
Doch das Rennen in Benidorm am 18. Januar steht vorerst nicht auf seinem Programm, das sich aber noch ändern kann. “Das hängt davon ab, wie die nächsten Wochen verlaufen. Das hat nichts mit seiner aktuellen körperlichen Verfassung zu tun. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß, aber es ist eine Entscheidung, die wir zu einem späteren Zeitpunkt treffen müssen“, blickte Roodhooft auf die mögliche Teilnahme seines Schützlings in Spanien voraus. Der könnte aber auch mit den anderen beiden noch ausstehenden Weltcups den Gesamtsieg klarmachen.
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