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18.09.2018 | (rsn) – In guter Stimmung präsentierte sich am Montagabend das österreichische Nationalteam bei einem Medientermin in Salzburg. Der 26-jährige Patrick Konrad (Bora-hansgrohe) wird das rot-weiß-rote Sextett in das Straßenrennen zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Innsbruck anführen. Ihm zur Seite stehen mit Gregor Mühlberger, Felix Großschartner und Lukas Pöstlberger drei Teamkollegen sowie Michael Gogl (Trek-Segafredo) und Georg Preidler (Groupama-FDJ).
"Das ist sicherlich eine gute Wahl. Wir kennen uns schon lange, sind viel gemeinsam gefahren, sei es miteinander aber auch gegeneinander", berichtete Lukas Pöstlberger den versammelten Medienvertretern beim Pressegespräch. Auf insgesamt 26 WM-Teilnahmen kann das Sextett zurückblicken, hinzu kommen Europameisterschaften, Nationalteamauftritte wie bei der Tour de l’Avenir und Erfahrungen auf bei Grand Tours sowie den großen Klassikern. Der Stimmung nach ist das österreichische Team bereit für die große Aufgabe am 30. September. "Die sechs Fahrer sind einen erfolgreichen Weg gegangen. Alle kommen aus der nationalen Sportförderung und ich wünsche ihnen für Innsbruck alles Gute", resümierte der Präsident des Österreichischen Radsportverbandes Otto Flum.
Aber nicht nur die Fahrer sind für die WM bereit, auch die Organisatoren freuen sich auf den Beginn. "Aus operativer und logistischer Sicht ist es die größte Sportveranstaltung in Tirol aller Zeiten. Wir haben 1.500 Freiwillige im Einsatz, 6.000 Streckenposten für die Medaillenentscheidungen und insgesamt warten 45 Kilometer an Absperrgitter, die auf den verschiedenen Kursen zur Absicherung eingesetzt werden. Innsbruck ist auch zu 99 Prozent ausgebucht", erklärte der WM-Geschäftsführer Georg Spazier.
Bis zum Straßenrennen der Eliteherren, welches klassischerweise am Schlusstag ausgetragen wird, müssen sich die Österreicher aber nicht ausschließlich gedulden um ihre Kilometer bei der Heim-WM abzuspulen. Denn so ist das Bora-Quartett auch für das Teamzeitfahren vorgesehen, genau wie Michael Gogl. "Eine Medaille ist das erklärte Ziel der sportlichen Leitung. Wir sind alles gute Zeitfahrer. Natürlich sind wir nicht die großen Favoriten, aber ich sehe schon eine 50-prozentige Chance für uns um am Podium zu stehen", erklärte Pöstlberger. Zum rot-weiß-roten Quartett bei Bora stoßen noch Daniel Oss, Maciej Bodnar und Pawel Poljanski. Nach einem Teamtrainingslager, welches von Mittwoch bis Samstag in Imst stattfindet, wird die endgültige, sechsköpfige Aufstellung festgelegt.
Klare Rollenverteilung als große Stärke des österreichischen Teams
Danach wird das Teamtrikot aber zur Seite gelegt und der Fokus gilt dem Nationalteam. Eine Unterstützung des aktuell dreifachen Weltmeisters Peter Sagan schlossen die Österreicher aus: "Natürlich steht die Thematik bei den Medien um Raum. Peter ist eigentlich alles zuzutrauen. Wir sind aber als Nationalteam vor Ort und unser Ziel ist es ein optimales Ergebnis für einen Österreicher rauszuholen", berichtete Pöstlberger.
"Bislang läuft alles nach Plan. Ich fühle mich gut und die Vorfreude ist riesig. Jetzt wird es aber ernst. Unser Vorteil ist sicher unser Zusammenspiel. Das ist bei den großen Nationen sicher nicht so, denn da wollen viele Leute gut fahren", erklärte Kapitän Konrad der anfügte, dass sich das österreichische Team gut kennt und kein interner Kampf aufkommen wird. Was aber seinen Kollegen Gregor Mühlberger nicht hinderte, um dann zumindest eine scherzhafte Ansage in Richtung des Leaders zu machen: "Warte bis Sonntag!"
Bei den letzten Straßenweltmeisterschaften auf Heimatboden vor zwölf Jahren war die österreichische Auswahl teilweise noch nicht einmal aktiv. Patrick Konrad verfolgte das Rennen als Fan im Ziel: "Ich kann mich noch erinnern, dass ich auf die Video-Wall geklettert bin um den finalen Sprint zu sehen." Lukas Pöstlberger stand am Straßenrand beim U-23-Rennen. Gregor Mühlberger, der als jüngster Fahrer des Sextetts damals schon Radrennen fuhr, sah das Eliterennen vorm TV. Felix Großschartner bekam eine Trinkflasche geschenkt, die er aber nach mehrmaligem Gebrauch dann wegschmiss und an Michael Gogl ging die WM in Salzburg völlig spurlos vorbei. Obwohl der Wolfsegger gerade einmal 80 Kilometer vom Austragungsort 2006 entfernt wohnte.
Die einmalige Chance nun in Innsbruck dabei zu sein, will das Team aber gut nutzen. "Am Anfang des Jahres war es noch extrem weit hin, aber jetzt steht die WM vor der Türe. Wir sind alle gut drauf und ich freue mich schon auf die Einsätze", erklärte Felix Großschartner.
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