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03.08.2017 | (rsn) - Victor Campenaerts hat bei den Straßen-Europameisterschaften im dänischen Herning im Zeitfahren der Männer die Goldmedaille gewonnen. Der 25-jährige Belgier, der sich im Vorjahr in Plumelec dem Spanier Jonathan Castroviejo geschlagen geben musste, legte am Donnerstag die 46 Kilometer lange Strecke in 53:12 Minuten zurück und war damit zwei Sekunden schneller als der Pole Maciej Bodnar, der vor knapp zwei Wochen das Zeitfahren der Tour de France in Marseille gewonnen hatte. Die Bronzemedaille sicherte sich mit fünf Sekunden Rückstand der Ire Ryan Mullen.
“Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt“, sagte der neue Europameister zu seiner Siegesfahrt. “Ich konnte bis zum Ziel ein hohes Tempo durchhalten. Ich versuche immer, bei meinen Zeitfahren das Beste rauszuholen, und dass dabei ein Europameistertitel rauskommt, ist wunderbar. Ich habe mich in den vergangenen Jahren stark verbessert und ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Jersey, nachdem ich das Belgische Meistertrikot wegen eines Crashs abgeben musste“, so Campenaerts (LottoNL-Jumbo), der Ende Juni als Titelverteidiger bei den Belgischen Meisterschaften gestürzt war und Yves Lampaert (Quick-Step Floors) den Vortritt lassen musste.
"Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man", sagte der knapp geschlagene Bodnar nach dem Rennen. "Ich bin aber trotzdem sehr glücklich mit meiner Silbermedaille, und Glückwunsch an Victor, er war heute der Stärkste. Es war ein sehr hartes Rennen, denn es war alles flach und gab kaum Kurven, man musste also die ganze Zeit pushen und konnte sich nirgends etwas erholen. Am Ende fühlte ich mich ziemlich müde, aber ich denke, nach einer anstrengenden Tour de France war dieses Zeitfahren wohl einfach etwas zu lange für mich", befand der 32-jährige Profi des deutschen Bora-hansgrohe-Teams.
Der Österreicher Matthias Brändle verpasste als Vierter das Podium um fünf Sekunden. "Ich habe mich sehr gut gefühlt und hatte immer alle Infos vom Betreuerauto. Ich habe gewusst, dass ich vorne dabei bin. Leider hat es dann nicht für eine Medaille gereicht. Natürlich ist es ärgerlich, aber die Konkurrenten hatten das Glück auf ihrer Seite“, kommentierte Brändle (Trek-Segafredo) das für ihn enttäuschende Ergebnis,
Als bester deutscher Fahrer kam U23-Weltmeister Marco Mathis mit 1:30 Minuten Rückstand auf den achten Platz. "Das war die längste Gerade meines Lebens“, sagte der Neo-Profi des Katusha-Alpecin-Teams zum letzten Kilometer, auf dem ihm Brändle im Nacken saß. "Ich habe meinen Rhythmus gefunden, aber als Brändle näher kam, wollte ich wohl zu viel“, so Mathis. Zufrieden mit dem Auftritt seines Schützlings war BDR-Coach Andreas Klier: "Er ist vom Start bis ins Ziel seinen Streifen gefahren.“
Der zweite deutsche Starter Domenic Weinstein kam nach einer soliden Vorstellung auf Rang 14 (+2:18).
Mit einem heimischen Doppelerfolg endete das Zeitfahren der U23, in dem sich der Däne Kasper Asgreen nach 31,5 Kilometern den Titel in der Zeit von 37:33 sicherte, zwei Sekunden vor seinem Landsmann Mikkel Bjerg. Bronzemedaillengewinner war mit 23 Sekunden Rückstand der Franzose Corentin Ermenault. Florian Stark kam als bester deutscher Teilnehmer nicht über Rang 28 (+2:54) hinaus.
Großes Pech hatte Manuel Porzner. Zunächst fuhr der zweite deutsche Starter einen Plattfuß, dann stoppte ihn ein Schaltungsdefekt, weshalb Porzner vier Kilometer lang sein Straßenrad nutzen musste, ehe er im Finale zurück auf die Zeitfahrmaschine wechseln konnte. Unter dem Strich sprang nicht mehr als Rang 44 heraus. "Schade, da die Form viel versprechend war“, sagte der enttäuschte Porzner.
Endstand EM-Zeitfahren der Männer:
1. Victor Campenaerts (BEL) 53:12
2. Maciej Bodnar (POL) +0:03
3. Ryan Mullen (IRL) +0:05
4. Matthias Brändle (AUT) +0:10
5. Jos van Emden (NED) +0:22
6. Martin Toft Madsen (DEN) +0:45
7. Edvald Boasson Hagen (NOR) +1:23
8. Marco Mathis (GER) +1:30
9. Filippo Ganna (ITA) +1:38
10. Jan Barta (CZE) +1:55
Endstand Em-Zeitfahren der U23:
1. Kasper Asgreen (DEN)
2. Mikkel Bjerg (DEN) +0:02
3. Corentin Ermentaul (FRA) +0:23
4. Edoardo Affini (ITA) +0:32
5. Dmitriy Strakhov (RUS) +1:28
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