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20.04.2017 | (rsn) - Keine Frage, John Degenkolb (Trek-Segafredo) ist nach seinem schweren Unfall Anfang letzten Jahres in die Weltspitze zurückgekehrt. Das belegen jeweils Platz sieben bei Mailand-Sanremo und der Flandern-Rundfahrt, Rang fünf im Ziel von Gent-Wevelgem und Platz zehn bei Paris-Roubaix.
Für einen, der 2015 zwei Monumente gewann, ist das gefühlt zu wenig. Das gibt auch Degenkolb selber zu. Dennoch ist er mit seinem Frühjahr zufrieden, zumal der Abschluss seiner Klassikersaison noch aussteht. "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt gehört ganz klar noch zu meiner Klassikersaison dazu“, erklärte er im Rahmen der Pressekonferenz in der Mainmetropole.
Die letzten Tage hatte er mit der Familie in Bayern etwas Pause gemacht und Luft geholt. "Ich habe es mir dort wirklich gut gehen lassen“, verriet der Trek-Profi, der sich nun wieder voll im Training befindet, um sich auf den 1. Mai vorzubereiten."Die Saison war für mich bisher gut, erfolgreich. Aber noch nicht sehr gut. Das Top-Resultat fehlt noch. Aber ich war bei allen großen Rennen, wenn man die drei Monumente sieht, unter den Top Ten. Das ist eine Leistung, die Konstanz zeigt, auf der sich aufbauen lässt für die Jahre danach. Der Unfall war ein großer Einschnitt. Deshalb bin ich froh, dass ich wieder so dabei bin.“
Was ihm zum ganz großen Sieg bisher fehlte, weiß er allerdings nicht. "Das kann man nicht prozentual runterrechnen. Aber diese Kontinuität zeigt, dass ich stark bin, dass ich mich nicht zu verstecken brauche. Obwohl kein Top-Resultat raussprang, darf ich den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern muss einfach weiter auf das Glück einprügeln. Manchmal braucht man das Glück. Ich will auch nicht sagen, dass ich Pech hatte. Ich bin gut durchs Frühjahr gekommen.“
Deshalb ließ er auch die Kritik von Tom Boonen (Quick-Step Floors) nicht gelten, der versuchte, sein eigenes, enttäuschendes Abschneiden mit Platz 13 in seiner letzten Teilnahme bei Paris-Roubaix, Degenkolb zuzuschreiben. "Ich wurde massiv von John beschattet. Für mich ist er das feigste Rennen seines Lebens gefahren, aber ich habe mich damit abgefunden", giftete der Belgier nach dem Rennen.
"Wir sind das schnellste Paris-Roubaix aller Zeiten gefahren. Am Ende waren alle tot. Ich kann Toms Kritik nicht verstehen“, entgegnete Degenkolb cool, um dann zu erklären: "Ich hatte mit Jasper Stuyven einen Mann vorne. Warum sollte ich den Joker aus der Hand geben? Jasper ist ein superstarkes Rennen gefahren. Warum soll ich dafür sorgen, dass er (Boonen) sich wieder ins Spiel bringt? Ich kann mir vorstellen, dass etwas Frustration im Spiel war. Er hat sich sein letztes Rennen sicher anders vorgestellt. Ich glaube nicht, dass ich mich wegen der Fahrweise verstecken muss. Ich habe das getan, was er an meiner Stelle auch getan hätte. Oder alle anderen auch.“
Stuyven als Helfer zurückzuholen, der sich mit Gianni Moscon (Sky) zwischen dem Spitzentrio um den späteren Sieger Greg Van Avermaet (BMC) und seiner Verfolgergruppe mit Boonen befand, stand nicht zur Disposition. Degenkolb ehrlich: "Ich habe mich am Ende auch nicht mehr gut genug gefühlt, um zu sagen, wir gehen jetzt voll auf mich. Das hat man ja dann im Velodrom im Sprint auch gesehen. Ich glaube, dass wir als Team keinen Fehler gemacht haben.“
Wenn er bei seinem Heimrennen am 1. Mai in Frankfurt keinen Fehler macht, gehört er zu den Top-Favoriten, zumal er sich stark fühlt. Die Frage, ob er wieder auf dem Niveau seiner Siege bei Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix ist, antwortetet Degenkolb spontan: "Ja! Es muss nur wieder Klick machen!“
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