Düragers Costa-Rica-Tagebuch

Mit El Rubio und dem Gruppetto ins Ziel gekämpft

Von Alex Dürager

Foto zu dem Text "Mit El Rubio und dem Gruppetto ins Ziel gekämpft"
Kampf um den Anschluss ans Gruppetto | Foto: Team Arbö Denzel Cliff

15.12.2016  |  (rsn) - Was für ein Tag heute für unser Team. Die 1. Etappe der Costa-Rica-Rundfahrt führte nach einer neutralisierten Stadtrunde über 196 Kilometer. Gleich zu Beginn gings mit rasantem Tempo über eine von Schlaglöchern zerfurchte Autostraße zur ersten langen Bergwertung bei Kilometer 41, gefolgt von einer Abfahrt und unzähligen Wellen und Hügeln durch die tropische Hitze und Landschaft dem Ziel in Nicoya entgegen.

Schon zu Beginn des Anstiegs machten die Bergfahrer ernst und eröffneten den Kampf ums Bergtrikot. Attacke folgte auf Attacke und die Schwerkraft wurde außer Kraft gesetzt. Christian biss sich in der Gruppe der Besten fest und blieb dort auch bis zum Ziel. Eine super Ausgangsbasis also für die nächsten Etappen und das Gesamtklassement.

Dahinter kämpften viele versprengte Gruppen, und da der Anstieg bereits kurz nach dem Start begann und bei Kilometer 41 die Bergwertung abgenommen wurde, war es danach noch ein richtig langer Weg ins Ziel. Schlecht also, wenn man solo unterwegs ist. Stefan, Wolfgang und Zechi fanden sich mit ihren Begleitern nach einer Weile in einer größeren Gruppe wieder.

Für mich begann der Tag nach einem Reifenschaden nach vier Kilometern in der extrem schnellen Anfangsphase richtig mies. Dieses Schlagloch, in voller Fahrt mit knapp 60 km/h genommen, setzte auch noch einige andere Pechvögel außer Gefecht. Kurz darauf begann dann auch schon der Anstieg und nach einer Weile fand ich mich komplett isoliert im rollenden Verkehr wieder. Keine gute Aussicht bei noch 170 Kilometern und einem Zeitlimit von 13 Prozent der Siegerzeit.

Irgendwann schloss ich zu Rupi auf und gemeinsam mit El Rubio (der Blonde) vom kubanischen Nationalteam schaffen wir bei Kilometer 100 den Anschluss ans Gruppetto. Exakt in diesem Moment hatte Rupi einen Reifendefekt, und nachdem zwei Begleitautos einfach weiterfuhren, war erst mal weit und breit kein Ersatzmaterial in Sicht. Nach geschlagenen 20 Minuten Warten am Straßenrand und dem Passieren sämtlicher Gruppen half dann der Schlusswagen mit einem Ersatzlaufrad aus. Die Gruppe war mittlerweile natürlich über alle Berge und Rupi musste sich in einem Kraftakt die letzten 100 Kilometer Solo Richtung Ziel kämpfen.

Hasta Manana aus Nicoya
Alex

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