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21.07.2016 | (rsn) - War das die Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg der 103. Tour de France? Chris Froome (Sky) dominierte die Konkurrenz auch im Bergzeitfahren der 18. Etappe von Sallanches nach Megève und sicherte sich seinen zweiten Etappenerfolg bei dieser Frankreich-Rundfahrt. Nach 17 Kilometern verwies er mit seiner Zeit von 30:43 Minuten Tom Dumoulin (Giant-Alpecin/+0:21) und Fabio Aru (Astana/+0:33) auf die Plätze. Spannung verspricht für die letzten beiden Bergetappen jetzt vor allem der Kampf um die Podiumsplätze hinter dem Titelverteidiger.
Zunächst sah es allerdings nicht nach einer erneuten Machtdemonstration des Briten aus. Beim ersten Messpunkt nach 6,5 Kilometern an der Côte de Domancy lag Froome noch 14 Sekunden hinter Dumoulin und sogar 23 Sekunden hinter der dortigen Bestzeit von Richie Porte (BMC). Zur zweiten Zwischenzeit nach zehn Kilometern fehlten dem Mann im Gelben Trikot nur noch 10 Sekunden auf die Bestzeit von Dumoulin, am dritten Messpunkt nach 13,5 Kilometern übernahm er schließlich mit 13 Sekunden Vorsprung auf den Niederländer die Spitzenposition - und baute diese auf der Abfahrt ins Ziel weiter aus.
"Ich habe heute alles gegeben. Es ist unglaublich. Ich habe auf der Abfahrt gewonnen, ich war präsent auf der Flachetappe mit Peter Sagan und dem Wind. Und jetzt der Sieg bei einem solchen Zeitfahren“, freute sich Froome über seinen Auftritt. "Es bleiben nur noch zwei schwere Tage bis Paris, ich habe einen guten Vorsprung jetzt, also bin ich zufrieden. Ich bin in einer optimalen Position."
Nach seinen Siegen zur Bergankunft nach Andorra Arcalis und im ersten Zeitfahren zur Caverne du Pont-d'Arc blieb Dumoulin ein dritter Tageserfolg bei dieser Tour verwehrt. Vor dem 25-Jährigen hatten Alexis Gougeard (Ag2r, 33:06), Nicolas Edet (Cofidis, 32:37), Jerome Coppel (IAM, 31:58), Ion Izaguirre (Movistar, 31:46) und Thomas De Gendt (Lotto Soudal, 31:45) die Spitzenposition im Ziel übernommen.
Diese Zeiten waren jedoch allesamt Makulatur, als Dumoulin das Rennen aufnahm. Mit 31:04 Minuten setzte er eine deutliche Bestzeit, die auch für die Favoriten in der Gesamtwertung unerreichbar bleiben sollte – bis Froome als letzter Fahrer das Ziel erreichte.
"Ja, klar bin ich enttäuscht. Jetzt habe ich so lange auf dem heißen Stuhl gesessen - aber ich hatte schon befürchtet, dass es nicht reichen würde. Es war ein gutes Zeitfahren, aber sicher nicht mein bestes. Froome hat gezeigt, dass er einfach der Stärkste heute war. Ich wusste, dass es eng wird. Was mich enttäuscht, ist, dass ich erst so kurz vor dem Ende abgefangen wurde“, erklärte Dumoulin, der wie Froome – aber im Gegensatz aber zu vielen anderen Fahrern – mit einem Zeitfahrrad ins Rennen gegangen war.
Am dichtesten kam zuvor noch Aru an seine Zeit heran. Der Italiener war lediglich 14 Sekunden langsamer und verbesserte sich mit seiner starken Leistung um einen Platz auf Rang sieben im Gesamtklassement (+6:08). Seine gute Form der letzten Tage unterstrich auch Porte. Der Tasmanier war an der ersten Zwischenzeit sogar der Schnellste, konnte dann sein hohes Anfangstempo allerdings nicht durchalten. Im Ziel wurde er mit 33 Sekunden Rückstand zeitgleich mit Aru als Vierter gestoppt. In der Gesamtwertung bleibt er auf Platz sechs (+5:00) – rückte jedoch näher an die Fahrer vor ihm heran. "Ich habe gemerkt, dass ich gut drauf bin und dass ich es aufs Podium schaffen kann. Wenn ich angreifen muss, werde ich das tun", sagte der 31-Jährige, der seinen Aufwärtstrend forsetzte.
Ebenfalls zufrieden wird Romain Bardet (Ag2r) gewesen sein, der in der Tageswertung mit 42 Sekunden Rückstand als Fünfter geführt wurde. Die gleiche Position nimmt der Franzose mit einem Rückstand von 4:57 Minuten auch in der Gesamtwertung ein.
Nairo Quintana (Movistar) blieb dagegen einmal mehr hinter den Erwartungen zurück und beendete das Zeitfahren mit 1:10 Minuten Rückstand auf Froome als Zehnter. In der Gesamtwertung beträgt sein Rückstand als Vierter mittlerweile 4:37 Minuten.
Auf den Plätzen davor nahmen sich Adam Yates (Orica-BikeExchange) als Tagessechzehnter (+1:23) und Bauke Mollema (Trek-Segafredo) ein Platz dahinter (+1:25) nicht viel.
Mollema konnte seinen zweiten Platz verteidigen – liegt allerdings nun schon 3:52 Minuten hinter Froome. Yates folgt auf Platz drei mit einem Rückstand von 4:16 Minuten. Der Kampf um das Podium steht in den kommenden Tagen wohl im Vordergrund.
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