Nur Platz 25 in Montpellier

Kittel zahlt den Preis dafür, dass Dan Martin aufs Podium soll

Von Joachim Logisch aus Montpellier

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Marcel Kittel mit Etixx-Teamchef Patrick Lefevere | Foto: Cor Vos

14.07.2016  |  (rsn) - Es hätte wieder sein Tag werden sollen. Doch aus der Ferne musste Marcel Kittel (Etixx-Quick-Step) mit ansehen, wie die 11. Etappe der 103. Tour de France ohne ihn entschieden wurde. "Ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat. Wir sind die letzten 20 Kilometer Vollgas gefahren. Das Feld kam wieder zusammen, dann habe ich gesehen, dass vorne eine Gruppe attackierte und dass wir wieder fahren mussten“, schildert der Gewinner der 4. Etappe den Ausgang des Rennens aus seiner Sicht.

Das ärgerte Kittel natürlich. "Das Finale ist scheiße gelaufen mit dem Sprint am Ende. Im Bus werden wir das noch mal besprechen, dann wissen wir, wo wir im Klassement stehen, was das Grüne Trikot angeht. Dass wir diese Etappe verrissen haben, ist klar, da muss man nicht weiter drüber reden“, schimpfte er beim Ausfahren am Bus.

Kittel zahlte den Preis dafür, dass seine Mannschaft mit Dan Martin, der aktuell Dritter der Gesamtwertung (+31 Sek.) ist, das Tour-Podium im Visier hat. Denn während Lotto Soudal auf den letzten zehn Kilometern wenigstens noch ein paar Mann in die Verfolgung von Peter Sagan (Tinkoff), Chris Froome (Sky) und deren beiden Helfer schicken konnte, tauchte das Trikot von Etixx-Quick Step als Unterstützung nur ab und an in der Spitze auf.

Da auch Mark Cavendish  schon früh wegen eines Defekts aus dem Rennen war und seine Dimension Data-Truppe sich deshalb auch nicht an der Nachführarbeit beteiligte, kam das Ausreißerquartett durch.

Von Kittels Ansprüchen mal abgesehen, der immerhin den Zwischensprint unterwegs gewonnen hatte, konnte Etixx zufrieden sein. Die Mannschaft, die im Laufe des Tages in der Windkante immer wieder mal auseinandergefallen war (wobei die Frage erlaubt sein muss, warum gerade ihnen das passierte!), hielt Dan Martin in der Spitzengruppe, die sechs Sekunden hinter Sagan und Froome das Ziel erreichte. Kittel: "Leute wie Petr Vakoc, Iljo Keisse und Julien Vermote sind natürlich unterwegs schon ganz viel im Wind gefahren. Klar lässt man da Körner, es ist halt so, das kann man drehen, wie man will.“

Mit dem Blick aufs Ganze sagte Kittel: "Ich will diese Etappe nicht schlecht reden. Wir haben uns super verkauft, bis auf die letzten 15 Kilometer. Es gab ja unterwegs schon einige Situationen, in denen das Feld auseinander war. Wir haben Dan Martin im Klassement immer beschützt. Da ist eines unserer Teilziele, das blieb außer Gefahr. Das ist das Positive. Natürlich ist die Chance auf einen Tagessieg weg. Es ist nicht alles negativ. Na klar, mich als Sprinter enttäuscht es natürlich schon!“

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