Amstel Gold Race: Schlechte Kommunikation bei Orica

Am Cauberg sprachen Matthews und Gerrans nicht miteinander

Von Felix Mattis

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Michael Matthews (links) und Simon Gerrans (beide Orica-GreenEdge) bei der Tour Down Under 2014. | Foto: Cor Vos

18.04.2016  |  (rsn) - Drei Saisonsiege hat Michael Matthews (Orica-GreenEdge) in dieser Saison bereits eingefahren. Simon Gerrans, sein zehn Jahre älterer Teamkollege ebenfalls. Und die Australier gingen am Sonntag als gemeinsame Kapitäne für dasselbe Team ins Amstel Gold Race - beide mit sehr guten Siegchancen. Doch am Ende standen die Plätze fünf, für Matthews, und elf, für Gerrans, zu Buche.

"Das Team ist sehr gut gefahren, Durbridge war 170 Kilometer vorne, dann haben Albasini, Impey und Hayman alles kontrolliert und den Jungs auf der letzten Runde alle Chancen mit in den Cauberg gegeben", fasste Sportdirektor Matt White gegenüber cyclingnews.com zusammen. "Michael war da, als Gasparotto zuerst losgefahren ist. Und als danach Valgren ging, war er nur ein Rad dahinter. Also hatte er nicht die nötigen Beine, als es darauf ankam. Unsere Kapitäne waren heute nicht gut genug."

Doch Matthews selbst sah die Sache etwas anders. Auch er lobte seine Teamkollegen sehr, erklärte im Gegensatz zu seinem Teamchef aber, sehr wohl noch gute Beine gehabt zu haben. "Alle um mich herum hatten Schmerzen und ich habe mich immer noch gefühlt, als wäre ich kein Rennen gefahren. Also war ich zu dem Zeitpunkt, als wir an den Cauberg gekommen sind, sehr selbstbewusst", sagte der Vize-Weltmeister von Richmond im Gespräch mit dem Magazin "Ride". "Vielleicht hätte ich einfach selbst attackieren sollen."

Doch der 25-Jährige berief sich auf die Taktik seines Chefs. Und White habe zu Beginn des Tages eindeutig ausgegeben: "Ich sollte mitgehen, wer auch immer im Anstieg loslegt und Simon sollte warten und dann mit Stoff über die Kuppe fahren", so Matthews. "Niemand ist im Anstieg gegangen und Gasparotto über die Kuppe. Also denke ich war es eine schwere Entscheidung, wer da mitfahren sollte - er oder ich, schwer zu sagen."

Sowohl Matthews als auch Gerrans waren am Cauberg in Reichweite, aber keiner reagierte. Und noch schlimmer: Keiner sagte etwas. "Wir haben nicht gesprochen. Wir hatten von Matt White einen Plan und haben uns ziemlich daran gehalten", gab Matthews zu. Es war nicht das erste Mal, dass das Zusammenspiel der beiden nicht funktionierte. Schon bei der WM in Richmond verpassten sie es, für den Sieg zusammenzuarbeiten - heraus kamen Silber für Matthews und Rang sechs für den 35-jährigen Gerrans. Seitdem fuhren die beiden bis zum Sonntag kein Rennen mehr zusammen.

"Ich glaube, Simon und ich sind beide 'Winner'. Wir wollen beide das Rennen gewinnen, wenn es drauf ankommt. Und der Direktor sagt: Ihr seid beide Plan A...", so Matthews nun nach dem Amstel Gold Race. "Da kommt es drauf an, dass... Wenn man ein richtiger Winner ist, tut man eben alles, um zu gewinnen. Und das ist unglücklicherweise, was wir beide sind. Wir werden beide alles tun, um das Rennen zu gewinnen und ich denke, wir sind beide unsere eigenen Rennen gefahren."

Auch wenn Matthews es nicht aussprechen wollte, es scheint die klare Ansage gefehlt zu haben - oder eben die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.

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