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19.12.2015 | (rsn) - Pura Vida, wie man hier geläufig sagt, war der heutige Tag nicht. Es ging von Esparza nach Grecia und somit wieder zurück in die Nähe von San Jose. Allerdings stand uns dabei ein ordentlicher Anstieg im Weg. Erschreckende 2200 Höhenmeter waren zu bewältigen, was dazu führte, dass unsere grandiosen bergfahrerischen Fähigkeiten sich einfach mal versteckten. Und leider auch nicht mehr zum Vorschein kamen.
Nach meinem gestrig ersprinteten Punkt für das Meta Volante-Sprintertrikot erhoffte ich mir, heute zumindest in der ersten Wertung abzuräumen. Leider klappte es in einem Bergabsprint gegen drei etwas schwere Fahrer nicht wirklich. Zumal ich davor eingebaut wurde, was auch jegliches Überraschungsmoment vereitelte.
Kurz nach dieser Wertung ging auch schon der Berg los, welcher sich wellig ankündigte. Erwartungsgemäß und mit immer noch reichlich Laktat im Blut ließ ich erstmal reißen und schaute mir die Gegend an. Es gab' auch keine Hinterradnaben, die sich alternativ hätten gequält anstarren lassen. Trotz der nur 105 Kilometer Etappenlänge schien es ein langer Tag zu werden. Deshalb war ich froh, an der Strecke viele anfeuernde Ticos (Name für die Bevökerung Costa Ricas, d. Red.) zu sehen.
Einige Mannschaftskollegen waren noch hinter mir, ein paar aber vor mir. Nach etwas Wartezeit entschied' ich mich vorzufahren, da die Karenzzeit eben auch nicht unendlich ist. Nach dem Anschluss stellte ich fest, dass nahezu unsere komplette Mannschaft mit einem Kanadier und ein paar Ticos das Grupetto gebildet hatte. Der Kanadier, Anton Varabai, hatte die vorletzte Etappe gewonnen und bezahlte dafür bitter. Die Ticos kannte ich nicht.
Im Grupetto entschieden wir uns dazu, die von einer Diarrhö geschwächten Fahrer - mich inklusive - etwas zu schonen und eine Punktlandung auf die Karenzzeitgrenze hinzulegen. Und morgen (Freitag) steht auch schon das Bergzeitfahren an. Meine beiden Lieblingsrenntypen in einer höllischen Mischung. Es verspricht also heiß zu werden...
Hasta luego
Roland
Das deutsche Elite-Team Rockpalast Marcello startet bei der Vuelta Ciclista International a Costa Rica (14. – 25. Dez. / 2.2) und wird in einem Tagebuch auf radsport-news.com von der zwölftägigen Rundfahrt durch das mittelamerikanische Land berichten.
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