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13.02.2014 | (rsn) – Nach der gestrigen hauchdünnen Niederlage gegen Tom Boonen (Omega Pharma-Quick-Step) ließ André Greipel (Lotto Belisol) am Donnerstag im Finale der 5. Etappe der Katar-Rundfahrt keinen Zweifel daran aufkommen, wer diesmal der eindeutig stärkste Sprinter im Feld war.
Auf den 159 Kilometern von Al Zubara Fort nach Madinat Al Shamal, die im Vergleich zum gestrigen High-Speed-Schnitt von mehr als 56 km/h mit vergleichsweise moderaten 40 Kilometern in der Stunde zurückgelegt wurden, konnte der Deutsche Meister die Vorarbeit seiner Helfer vollenden und ganz souverän seinen dritten Saisonsieg unter Dach und Fach bringen.
„Vielleicht bin ich den heutigen Sprint mit etwas Ärger gefahren, aber ich denke, das war heute ein guter Sprint“, meinte Greipel, nachdem er den Letten Aidis Kruopis (Orica-GreenEdge) und den Niederländer Theo Bos (Belkin) mit deutlichem Abstand auf die Plätze verwiesen hatte.
Seine bewährten Anfahrer Marcel Sieberg und Jürgen Roelandts hatten den 31-Jährigen bei erneut kräftigem Seitenwind sicher durch das Finale gelotst – doch Greipel lobte die Anstrengungen seines gesamten Teams, dem in den vergangenen Tagen immer wieder Omega Pharma-Quick Step den Rang abgelaufen hatte.
„Heute hatte jeder seinen Anteil am Sieg, weil Kris Boeckmans und Jonas Vangenechten uns zwei Kilometer vor dem Ziel an die Spitze gebracht haben“, schilderte der schnelle Hürther die entscheidenden Szenen. „Und dann gibt es da die erfahrenen Jungs wie Sieberg und Roelandts, die immer die richtige Position finden.“
Angesichts der wechselnden Windverhältnisse – von Gegen- zu Seitenwind im Finale – entschloss sich Lotto Belisol, die letzten Kilometer von vorn zu fahren. „Das war eine renntaktische Entscheidung und als wir erstmal an der Spitze waren, sind wir auch dort geblieben, um Windschatten zu haben“, erklärte Greipel, der sich bei seiner zweiten Teilnahme an der Katar-Rundfahrt – die erste liegt neun Jahre zurück – erstmals in die Siegerliste eintragen konnte.
Dagegen hatte der 33-jährige Boonen als achtplatzierter heute keine Chance auf seinen 23. Tagessieg in Katar, konnte sich aber damit trösten, dass an der Spitze der Gesamtwertung alles unverändert blieb. Sein Teamkollege Niki Terpstra behauptete das Gelbe Trikot und geht mit 17 Sekunden Vorsprung vor Boonen auf die morgige Schlussetappe.
Da die erste Rennstunde zwar in einem Schnitt von 48,6 Kilometern, aber doch fast zehn km/h langsamer als gestern zurückgelegt wurde, gelang einem Quartett schon bei Kilometer sechs die Flucht.
Neben dem Thüringer Patrick Gretsch (Ag2R) und dem Österreicher Daniel Schorn (NetApp-Endura) handelte es sich dabei um den Russen Vladimir Isaychev (Katusha) und den Belgier Stijn Devolder (Trek). Diesmal zeigte Omega Pharma-Quick Step keine Interesse daran, die Attacke zu vereiteln, so dass die Ausreißer sich einen Maximalvorsprung von fast sieben Minuten (bei km 59) herausfahren konnte.
Danach starteten die Sprinterteams langsam aber sicher die Aufholjagd. „Ich denke, dass Quick Step die Gruppe heute ziehen lassen wollte, also haben wir Verantwortung übernommen und versucht, eine Sprintentscheidung herbeizuführen”, sagte Greipel. „Das Team hat heute die ganze Etappe gut gearbeitet und mich aus allen Schwierigkeiten rausgehalten.“
Als es nach 95 Kilometern auf die drei Zielrunden ging – eine größere von 36, 5 und zwei kleinere von je 13,5 Kilometern -, betrug der Abstand nur noch vier Minuten, doch das tempofeste Quartett leistete bis ins Finale hinein hartnäckigen Widerstand und wurde erst knapp zehn Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Danach entbrannte der Positionskampf unter den Sprintern, den letztlich Greipel auf der langen und sacht ansteigenden Zielgeraden Madinat Al Shamal an der nördlichen Spitze Katars für sich entschied.
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