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18.02.2013 | (rsn) – Mit einem erfahrenen, aber dennoch entwicklungsfähigen Team geht der deutsche NSP-Ghost-Rennstall in die Saison 2013. Nach einer von Stürzen, Defekten und Verletzungen geplagten Saison will die Mannschaft von Manager Thomas Kohlhepp wieder an das starke Jahr 2011 anknüpfen.
Damit das gelingt, nahm die Teamleitung einige Veränderungen vor. Mit Frank Neff bekam Teamchef Kohlhepp im Management eine helfende Hand zur Seite gestellt. „So können wir auch in diesem Bereich noch effektiver arbeiten und das Team pushen. Es ist enorm wichtig, eine gute Sponsorenarbeit zu absolvieren und auch neue Sponsoren zu gewinnen“, so der Sportliche Leiter Lars Wackernagel zu Radsport News. Dagegen wurde das Team von 16 auf 13 Fahrer reduziert. „Wir haben den Kader verkleinert, da wir 2013 nur eingleisig fahren werden, aber weiterhin jedem Fahrer genügend Renneinsätze garantieren wollen“, erklärte Wackernagel die Maßnahme.
Trotz der sechs Abgänge, von denen vor allem der von Sprinter Steffen Radochla (zu Euskaltel-Euskadi) schmerzen wird, sieht Wackernagel sein Team für die kommende Saison sehr gut aufgestellt. „Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen und stark besetzt“, erklärte er und gewann dem Abgang des erfahrenen Radochla sogar etwas Positives ab. „Immerhin hat ein Fahrer aus unserem Team den Sprung in die Königsklasse geschafft“, so Wackernagel.
Prominentester Fahrer ist nach wie vor Markus Fothen, der bereits bei der Tour de France und dem Giro am Start stand und dort jeweils unter die besten 15 fahren konnte. Der mittlerweile 31-Jährige ist auf dem Papier weiterhin der stärkste Rundfahrer im Team. Wackernagel ist zudem optimistisch, dass der ehemalige Gerolsteiner- und Milram-Profi wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. „Markus hat alle gesundheitlichen Probleme beiseite geschafft und ist für mich nach wie vor ein großer Rennfahrer, der zu guten Ergebnissen in der Lage ist“, so Wackernagel.
Neu zum Team gestoßen sind der Deutsche Sebastian Baldauf und der Franzose Thomas Bonnin (Argos-Shimano), die gemeinsam mit Fothen und dem Franzosen Leo Menville in den Bergen für Erfolge sorgen sollen. „Unsere Bergfraktion wird von den Erfahrungen eines Markus Fothen profitieren und dies in den Rennen auch umsetzen“, zeigte sich Wackernagel optimistisch.
Die gut bestückte Sprinterfraktion um Tino Thömel und Jacob Fiedler wurde um Michael Schweizer (Nutrixxion-Abus) verstärkt. „Diese drei werden im Sprint eine wichtige Rolle spielen und sind zu guten Ergebnissen in der Lage“, urteilte Wackernagel, der für die belgischen Eintagesrennen auf Sebastian Forke, Sven Forberger, Sergej Fuchs, Jonas Schmeiser und den Niederländer René Hooghiemster setzt: „Ihnen traue ich die eine oder andere Überraschung zu.“
Einen deutlichen Sprung erhofft sich Wackernagel von Stefan Schäfer. „Stefan gehört für mich zu denjenigen, die an der Reihe wären, ihr wirkliches Talent mal auf die Straße zu bringen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass dies in diesem Jahr passieren wird“, so der frühere Wiesenhof-Profi, der sein Team für jedes Terrain gut aufgestellt sieht.
„Ich glaube daran, dass wir sowohl im Sprint und auch wenn die Straße sich erhebt, Ergebnisse einfahren können.“ Einen expliziten Kapitän, der für die Ergebnisse verantwortlich sein soll, wollte Wackernagel nicht benennen. „Zuständig für den Erfolg ist immer ein ganzes Team. Die Jungs für die Vorarbeit sind dabei die wichtigste Voraussetzung, um denen den Weg zu ebnen, die ein Rennen gewinnen können.“
Dass keine Nachwuchsfahrer unter Vertrag genommen wurden, hat nach Wackernagels Worten nichts mit fehlender Talent-Förderung zu tun. „Wir konzentrieren uns eben nicht wie andere Continental-Rennstalle auf die U23-Bundesliga, sondern auf die internationalen Rennen. Dies hat aber nicht zur Folge, keine jungen Rennfahrer zu berücksichtigen. Zudem ist unser Kader im Schnitt jung und dynamisch“, stellte er klar. Man habe stets auch ein Auge auf den Nachwuchs. Wackernagel: „Ich selber schaue immer wieder auch, was von unten hoch kommt.“
Nach dem Saisonstart beim Ster van Zwolle (Kat. 1.2) am 2. März und dem GP Lillers (Kat. 1.2) einen Tag später steht ab dem 18. März mit der Tour de Normandie (Kat. 2.2) die erste wichtige Rundfahrt des Jahres auf dem Programm. Highlights werden die deutschen Eintagesrennen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt sowie Rund um Köln sein.
Auch bei der Bayern-Rundfahrt (Kat. 2.HC) möchte NSP-Ghost wieder am Start stehen. „Da sind wir natürlich auf das Interesse des Veranstalters angewiesen. Wir konnten in der Vergangenheit bei dem Rennen immer sehr schöne Rennsituationen mit angriffslustigen Fahrern schaffen und im letzten Jahr (durch Radochla, d. Red.) die Bergwertung der Bayern-Rundfahrt gewinnen. Dies lässt uns hoffen, auch in diesem Jahr wieder eine Einladung zu bekommen“, erklärte der Sportliche Leiter.
Wackernagel hofft zudem, dass der Rennstall den Sprung in die zweite Division schaffen kann. „Wenn man ehrlich ist, dann ist dies natürlich ein Traum von uns allen. Dass es auch kostenintensiv ist, ist auch jedem klar. Dies soll nicht heißen, dass wir nicht aus dem Traum erwachen und ihn wahr werden lassen wollen", sagte er. „In diesem Jahr konzentrieren wir uns zu hundert Prozent darauf, sportlich wieder mehr zu überzeugen und dann bin ich überzeugt, dass unser Teamchef Thomas Kohlhepp und Frank Neff eine gute Basis haben werden, um diesem Traum ein Stück näher zu kommen.“
NSP-Ghost 2013: Sebastian Baldauf (23), Thomas Bonnin (23), Jacob Fiedler (25), Sven Forberger (28), Sebastian Forke (25), Markus Fothen (31), Sergej Fuchs (25), René Hooghiemster (26), Leo Menville (24), Stefan Schäfer (27), Jonas Schmeiser (25), Michael Schweizer (29), Tino Thömel (24)
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