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“New Kids on the Block“ pushen Pogacar bei Strade Bianche

Von Matthias Seng

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Das Podium des 20. Strade Bianche | Foto: Cor Vos

08.03.2026  |  (rsn) – Kurz hinter dem Zielstrich in Siena stieg Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) vom Rad, verbeugte sich vor dem jubelnden Publikum und ließ sich feiern. Bei der 20. Ausgabe der Strade Bianche (1.UWT) hatte der Slowene einen weiteren seiner denkwürdigen Soloritte hingelegt, den er knapp 80 Kilometer vor dem Ziel startete, um sich seinen dritten Sieg in Serie und den vierten insgesamt zu holen.

Im folgenden Interview “verbeugte“ sich der 27 Jahre alte Pogacar aber auch vor seinen Gegner und Teamkollegen, die mit ihren Vorstellungen ebenso beeindruckt hatten wie der Topfavorit, der auf den Schotterpisten der Toskana einen perfekten Saisonstart hingelegt hatte. ___STEADY_PAYWALL___

An erster Stelle der 19-jährige Franzose Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM), der sich als Strade-Debütant eine Minute hinter dem Weltmeister auf der Piazza del Campo den zweiten Platz vor Pogacars Teamkollegen Isaac Del Toro sicherte. Hinter dem 22 Jahre alten Mexikaner folgte mit dem 23-jährigen Franzosen Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) ein weiterer junger Fahrer, in diese Kategorie gehört auch der erst 21 Jahre alte Jan Christen, der Sechster wurde und damit dritter UAE-Profi in den Top Ten war.

Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM, hi.) konnte Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bei dessen Attacke 80 Kilometer vor dem Ziel von Strade Bianche nur kurzzeitig folgen. | Foto: Cor Vos

“Am meisten hat mich heute die Fahrweise von Jan Christen beeindruckt“, lobte Pogacar den Schweizer, der am Sante-Marie-Sektor die Attacke des Topfavoriten vorbereitet hatte und sich danach in der Verfolgergruppe hielt, aus der sich Seixas und Del Toro gelöst hatten, wobei der Mexikanische Meister sich darauf beschränkte, am Hinterrad seines Gegners zu blieben. Dennoch betonte Pogacar lachend im Ziel, dass es auch für ihn ein “unglaublicher Ritt“ gewesen sei, “da diese jungen Kids hinter mir mich an mein Limit bringen. Die ‘New Kids on the Block‘ pushen mich derart, dass ich immer härter trainieren muss.“

Mit Seixas wollte Pogacar nicht in Siena ankommen

Konkret nannte Pogacar den Moment seiner Attacke, der Seixas als einziger seiner Konkurrenten zumindest kurzzeitig folgen konnte. “Ich wusste schon vor dem Start, dass Paul Seixas ein ernst zu nehmender Gegner ist. Nachdem ich attackiert hatte, schaute ich nach dem steilsten Abschnitt zurück, er war nicht weit weg, also dachte ich: ‘Okay, ich muss wirklich alles geben.‘ Ich bin froh, dass ich ihn abhängen konnte, anstatt mit ihm zusammenfahren zu müssen“, sagte der nunmehr alleinige Strade-Rekordhalter auf der Pressekonferenz.

Nach seinem vierten Sieg verbeugte sich Pogacar in Siena vor den jubelnden Fans. | Foto: Cor Vos

“Von meinen vier Siegen bei der Strade Bianche sticht keiner besonders hervor, jeder ist einzigartig. Ich bin stolz und glücklich, heute wieder gewonnen zu haben“, antwortete Pogacar auf die Frage, welcher seiner Triumphe die größte Bedeutung für ihn habe.

Etwas überraschend fiel sein weiterer Kommentar allerdings zu seinem epischen Soloritt aus. “Ehrlich gesagt, bin ich kein großer Fan von langen Ausreißversuchen. Das liegt hauptsächlich an der Streckenführung“, fügte er erklärend an. “Wenn die Organisatoren wollen, dass ab Kilometer 80 bis zum Ziel nur noch kleine Gruppen übrig sind und fast jeder die letzten zwei Stunden alleine fährt, ist das auch in Ordnung. Wir können uns nicht groß beschweren – vor allem nicht, wenn wir gewinnen.“

Nächstes Ziel: Erster Sieg bei Mailand-Sanremo

Das wird auch das Ziel bei seinem nächstem Einsatz sein: Mailand-Sanremo, das er bisher noch nie gewinnen konnte. “Mailand-Sanremo ist ganz anders als zum Beispiel die Strade Bianche oder die Flandern-Rundfahrt. Bis zur Küste ist es kein besonders hartes Rennen. Aber sobald man dort ist, wird es nervenaufreibend. In gewisser Weise ist es auch ein etwas beängstigendes Rennen wegen der enormen Nervosität, besonders auf dem Weg zur Cipressa oder wenn man durch einige der Ortschaften fährt.“

Rekordmann Pogacar auf dem Podium von Strade Bianche | Foto: Cor Vos

An der Cipressa, dem vorletzten Anstieg des Tages, müsse man schon “110 Prozent geben“, so Pogacar. Am Poggio schließlich sei die Positionierung noch wichtiger, zumal dort unglaublich schnell gefahren werde. “Wir fahren da manchmal mit 40 km/h hoch. Da kann man kaum einen Unterschied machen“, nannte der zweimalige Sanremo-Dritte auch einen wesentlichen Grund, weshalb er das erste Monument des Jahres noch nicht für sich entscheiden konnte.

Ob sich das diesmal ändern wird, muss sich am 21. März zeigen. An Pogacars Form jedenfalls sollte das Unternehmen Mailand-Sanremo-Sieg nicht scheitern. So weit dachte der viermalige Toursieger aber auf der Pressekonferenz in Siena noch nicht, als er abschließend sagte: “Ich bin mit allem, was heute passiert ist, sehr zufrieden.“

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