UAE-Profi trotz kuriosem Sturz TDU-Gesamtsieger

Vine nach Kollision: “Das Gefährlichste in Australien? Kängurus!“

Von Felix Mattis

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Jay Vine (UAE - Emirates - XRG) im Interview in Stirling. | Foto: Cor Vos

25.01.2026  |  (rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat zum zweiten Mal nach 2023 die Tour Down Under gewonnen und am Ende der Schlussetappe in Stirling komfortable 1:03 Minuten Vorsprung auf den Gesamtzweiten Mauro Schmid (Jayco – AlUla) ins Ziel gebracht. Trotzdem aber hing der Gesamtsieg des 30-jährigen Australiers bis zum Schluss an einem seideneren Faden, als es der Blick auf die Abschlusswertung und sein überlegener Auftritt bei der Eroberung des Führungstrikots in Uraidla am Donnerstag vermuten lassen.

Denn wie schnell es vorbei sein kann, wurde Vine in dieser Woche gleich mehrfach vor Augen geführt – erst durch das plötzliche Aus seines Teamkollegen Jhonatan Narvaez kurz nach dem Start von Etappe 4, als der Titelverteidiger und Gesamtzweite an einem Fahrbahnteiler stürzte und mit mehreren Frakturen an der Brustwirbelsäule aufgeben musste. Und nun rund um Stirling wäre Vine durch eine Kollision mit einem Känguru sogar selbst fast ausgeschieden.

"Es war von Beginn an klar, dass heute nicht einfach werden würde. Ich habe ja die ganze Woche gesagt, dass es nicht vorbei ist, bis wir hier am Ziel stehen. Aber, verdammt, das hat sich heute auch wirklich bewiesen für uns", zog Vine im Ziel Bilanz, das nach sechs Tagen Tour Down Under nur noch drei von sieben UAE-Profis erreichten. Neben Narvaez war am Samstag bereits Vegard Stake Laengen ausgeschieden und am Sonntag kamen nun Sebastian Molano und Mikkel Bjerg hinzu – letzterer aufgrund eben jenes Vorfalls mit den Wildtieren, für die Australien berühmt ist.

"Jeder fragt mich immer, was das Gefährlichste ist, was es in Australien gibt – und ich sage immer: Kängurus", erzählte Vine nach dem Rennen von dem Vorfall rund 96 Kilometer vor Rennende, von dem in den TV-Bildern nur noch das Ende zu sehen war, als Vine und Co. bereits auf der Straße lagen und ein Känguru von der Straße hoppelte – augenscheinlich benommen oder verletzt.

"Sie warten und verstecken sich im Gebüsch und dann springen sie direkt vor Dir heraus und Du kannst nicht mehr anhalten", so Vine zur ihm bereits bekannten Gefahr durch die lebenden Wahrzeichen seines Heimatlandes. "Darin wurde ich heute bestätigt: Zwei von ihnen sind durchs Peloton gestürmt, als wir ungefähr 50 km/h drauf hatten. Eins von den Kängurus hat angehalten, ist nach links, nach rechts, nach links, nach rechts und dann habe ich es am Rücken getroffen, als es am Boden lag. Das ist halt Pech und glücklicherweise geht es mir gut und ich konnte das Trikot behalten. Aber leider haben wir dabei Mikkel (Bjerg) aus dem Rennen verloren."

"Eins der Kängurus hat angehalten und ist nach links, nach rechts, nach links…"

Welche Verletzungen der mit Vine gestürzte Däne Bjerg davongetragen hat, war unmittelbar nach Rennende noch nicht bekannt. Zu den Sturzopfern in der Szene gehörten auch weitere Fahrer wie der Niederländer Menno Huising (Visma – Lease a Bike), dessen Teamkollege Matthew Brennan als Etappensieger in Stirling sagte: "Menno wurde von einem Känguru verprügelt – das war nicht so toll!"

Für Vine wurden nach der Känguru-Kollision die letzten gut zwei Rennstunden zu einer schweren Aufgabe. Mit Adam Yates und Ivo Oliveira hatte er auf dem schweren Rundkurs von Stirling nur noch zwei Helfer an seiner Seite, um das Ockerfarbene Führungstrikot zu verteidigen. Das gelang am Ende auch deshalb, weil mehrere andere Teams in der Führungsarbeit im Hauptfeld mithalfen, um im Sprint noch eine Chance auf den Etappensieg zu haben, und so alle Angriffe auch auf Vine mit vereitelten.

"Besonders beim vorletzten und letzten Mal hier hoch in Stirling war Adam perfekt im Positionieren für mich, hat mich immer wieder vorgebracht. Und auch Ivo war unglaublich den ganzen Tag – aber wir dürfen auch Sebastian nicht vergessen, der die ersten vier Runden quasi allein von vorn gefahren ist. Alle, die heute noch da waren, haben einen tollen Job gemacht. Es ist ein Teamsport, das hat sich heute wieder gezeigt", so Vine, der angesichts seiner Vorstellung im Finale der 2. Etappe in Uraidla und am Corkscrew-Anstieg der verdiente Sieger dieser 26. Tour Down Under ist.

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