Schlussetappe der Tour Down Under endet im Sprint

Brennan siegt in Stirling, Vine trotz Känguru-Crash TDU-Sieger

Von Felix Mattis

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Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) gewinnt die Schlussetappe der Tour Down Under in Stirling. | Foto: Cor Vos

25.01.2026  |  (rsn) – Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) hat in Stirling die schwere und mit 170 Kilometern auch längste Etappe der 26. Tour Down Under (2.UWT) gewonnen. Der Brite setzte sich im Sprint eines auf den ansteigenden Schlusskilometern immer kleiner gewordenen Hauptfeldes vor Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) aus Neuseeland und dem Dänen Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM) sowie Brady Gilmore (NSN) aus Australien und dem Italiener Simone Velasco (XDS – Astana) durch.

Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) rollte als 26. über die Ziellinie und brachte so seinen zweiten Gesamtsieg bei seiner Heimat-Rundfahrt nach Hause. Allerdings wäre ihm das 96 Kilometer vor dem Ziel beinahe durch ein Känguru verwehrt worden: Das nämlich war auf die Straße gesprungen, als gerade das Peloton vorbeirauschte und mit einigen Fahrern kollidiert – auch Vine ging dabei zu Boden. Der Mann in Ocker konnte das Rennen aber fortsetzen, wenn auch nur noch mit zwei verbleibenden Teamkollegen (siehe unten).

An den Abständen an der Spitze der Gesamtwertung änderte sich in Stirling nichts mehr: Vine gewann die sechstägige Rundfahrt zum WorldTour-Auftakt 2026 mit 1:03 Minuten Vorsprung auf den Schweizer Meister Mauro Schmid (Jayco – AlUla) sowie 1:12 vor dem Australier Harry Sweeny (EF Education – EasyPost) und 1:14 vor Marco Brenner (Tudor) aus Ausgburg.

Gesamtfünfter wurde der Däne Andreas Kron (Uno-X Mobility / + 1:16). Anton Schiffer (Visma – Lease a Bike / + 1:39) beendete seine erste WorldTour-Rundfahrt auf Gesamtrang 14, der Deutsche Meister Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché / + 2:14) rückte auf der Schlussetappe noch von Platz 27 auf 20 vor.

"Wir waren vielleicht die ganze Woche etwas enttäuscht von unseren Ergebnissen, haben aber jeden Tag 100 Prozent gegeben. Es heute dann zu schaffen, macht mich sehr glücklich. Ich denke wir haben alles aufgearbeitet, wo wir in der Woche Fehler gemacht haben, und bei einer Ankunft wie der hier war es sehr wichtig, es gut zu timen. Das haben wir heute gemacht – Chapeau an die Jungs", freute sich Brennan über seinen Sieg, nachdem er in Tanunda, Nairne und Willunga Zweiter, Zwölfter und 16. in den Sprints geworden war.

Dabei war auch Brennans Team in Stirling geschwächt: "Es war nicht ideal: Menno (Huising), der normalerweise viel koordiniert, wurde von einem Känguru verprügelt. Das war nicht so toll! Am Ende hatten wir nicht mehr viele Jungs, aber einer nach dem anderen hat seine Arbeit gemacht und ich konnte in einer Position bleiben, um Energie zu sparen", so der 20-jährige Brite, dessen vorletzter Leadout-Mann Schiffer gewesen war.

"Das hier gibt vor allem Selbstvertrauen. Wir waren die ganze Woche gut, haben es nur nicht ganz geschafft. Heute haben wir alles richtig gemacht und dann kommt das heraus. Ich denke für die Klassiker war das heute gut, denn dort wird das Positionieren auch wichtig – wie heute", blickte Brennan abschließend voraus auf die weitere Saison.

Während Brennan den Etappen- und Vine den Gesamtsieg feiern durfte, freute sich Andresen über den überlegenen Gewinn der Punktewertung und der Norweger Martin Urianstad Bugge (Uno-X Mobility) nahm das auf Etappe 1 eroberte Bergtrikot mit nach Hause. Die Nachwuchswertung ging an den Italiener Andrea Raccagni (Soudal – Quick-Step) und in der Teamwertung schob sich am Schlusstag noch Jayco – AlUla an die Spitze, weil das auf drei Mann reduzierte UAE-Team noch knapp drei Minuten einbüßte und vom ersten auf den vierten Platz abrutschte.

So lief die 5. Etappe der Tour Down Under:

Schon kurz nach dem Start des mit 170 Kilometern längsten Teilstücks der Woche begannen die Attacken. Verschiedene Kleingruppen setzten sich auf den ersten 20 Kilometern um einige Sekunden und ein Trio sogar bis auf eine Minute ab, sie alle wurden aber wieder gestellt. Besonders aktiv war in dieser Phase Luke Plapp (Jayco – AlUla), der es nach 25 Kilometern gemeinsam mit Pascal Eenkhoorn (Soudal – Quick-Step) noch einmal versuchte – und diesmal entstand daraus die Spitzengruppe des Tages.

Das Duo bekam kurz danach noch Begleitung von Robert Stannard (Bahrain Victorious) und hatte zehn Kilometer später eine Minute Vorsprung auf das Hauptfeld. Bei Rennkilometer 55 standen erstmals zwei Minuten auf der Uhr, doch eingangs der letzten fünf Runden auf dem 21 Kilometer langen Kurs von Stirling begann das Peloton schon wieder, den Abstand zu verkürzen. Als noch eine Minute übrig war, setzte sich Pavel Novak (Movistar) aus dem Feld ab und jagte allein dem Ausreißertrio hinterher, was er 94 Kilometer vor dem Ziel tatsächlich auch schaffte.

Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Hauptfeld eine knappe Minute dahinter Stillstand: Ein Känguru war auf die Straße gerannt und mit einigen Fahrern im Peloton kollidiert. Mehrere Fahrer gingen zu Boden, darunter auch der Gesamtführende Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) und sein Teamkollege Mikkel Bjerg. Der Australier konnte weiterfahren, der Däne und einige andere Fahrer aber nicht – wie es dem Känguru ging, das nach dem Vorfall mühsam von der Straße hüpfte und verletzt zu sein schien, ist unklar. Kurze Zeit später wurde außerdem auch die Aufgabe eines weiteren UAE-Profis vermeldet, Juan Sebastian Molano. Damit hatte Vine nun nur noch Ivo Oliveira und Adam Yates an seiner Seite.

Das Profil der Schlussetappe. | Grafik: Tour Down Under

Durch das Warten des Pelotons auf den Mann im Ockerfarbenen Führungstrikot wuchs der Vorsprung der nun vier Ausreißer anschließend bis auf dreieinhalb Minuten an. Doch ab 75 Kilometer vor dem Ziel wurde der Abstand kontinuierlich wieder verringert – von mehreren kooperierenden Teams. Eingangs der vorletzten Runde 42 Kilometer vor Schluss standen noch 1:35 Minuten auf der Uhr, fünf Kilometer später nur noch eine Minute und kurze Zeit später zerfiel die Spitzengruppe.

Am Ende der Runde waren nur Eenkhoorn und Stannard noch an der Spitze beisammen, doch die Rennsituation wurde nun nochmal komplett auf den Kopf gestellt: Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) und Jefferson Cepeda (Movistar) sowie Javier Romo (Movistar) und Gal Glivar (Alpecin – Premier Tech) attackierten nacheinander aus dem Feld heraus und fuhren eingangs der letzten 20 Kilometer zu Stannard vor, der inzwischen Eenkhoorn abgehängt hatte. Der Australier fuhr noch kurz mit, fiel dann aber auch zurück und so kam ein frisches Ausreißer-Quartett mit 30 Sekunden Vorsprung auf die letzten 15 Kilometer.

Verschiedene Teams sorgten im Hauptfeld für die Nachführarbeit und sechs Kilometer vor Schluss fiel Romo vorne zurück. Buitrago, Cepeda und Glivar aber erreichten die ansteigenden letzten zwei Kilometer noch mit zehn Sekunden Vorsprung – mit nun drei Visma-Fahrern an der Spitze des Verfolgerfeldes. Die Männer in Gelb sorgten kurz nach der Flamme Rouge für den Zusammenschluss und bereiteten dann den Sprint um den Sieg vor. 350 Meter vor dem Ziel scherte zwar bereits der letzte Visma-Helfer aus, doch zu Brennans Glück hatte sich Michal Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) noch zwischen das Ende des gelben Zuges und den Briten gesetzt.

Der polnische Ex-Weltmeister begann nun sein Leadout für den weiter hinten sitzenden Prologsieger Samuel Watson, doch 250 Meter vor Schluss spurtete auf der rechten Seite Gilmore nach vorne. Der Australier eröffnete früh und sah kurzzeitig vielversprechend aus. Doch Brennan reagierte, erreichte sein Hinterrad und zog dann im Rechtsknick auf den letzten 100 Metern wieder an Gilmore vorbei, um die Etappe mit einer Radlänge Vorsprung vor dem knapp auf Rang zwei sprintenden Fisher-Black sowie Andresen und Gilmore.

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