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25.11.2025 | (rsn) - Die Marschroute für das neue Kapitel gab Bob Jungels bereits kurz vor seinem ersten Saisonrennen vor. "Dieses Jahr werde ich … hoffentlich meine Arme in die Luft strecken", war Anfang Februar auf seinem Instagram-Account zu lesen. Nach zwei durchwachsenen Jahren in Diensten von Bora-hansgrohe wechselte der 33-Jährige zu Ineos Grenadiers – und wollte so in seiner Karriere noch einmal für einen Aufschwung sorgen.
Der Start in den neuen Farben lief dann aber verhalten ab. Die Valencia-Rundfahrt verbrachte Jungels im Mittelfeld, wenige Wochen später zeigte er sich bei Paris-Nizza erstmals weiter vorne. Auf der 6. Etappe, mit 210 Kilometern das längste Teilstück der gesamten Fernfahrt, setzte er sich in der Verfolgergruppe hinter der Spitze durch und überquerte auf dem 13. Platz die Ziellinie.
___STEADY_PAYWALL___Im Anschluss ging es nach Belgien, wo der Luxemburger vor allem mit Blick auf Lüttich-Bastogne-Lüttich, das er vor sieben Jahren für sich hatte entscheiden können, an alte Erfolge anknüpfen wollte. Die Ergebnisse vor dem größten der Ardennenklassiker ließen jedoch nicht viel Optimismus zu. Sowohl der Verlauf der E3 Saxo Classic (54.) also auch bei Gent-Wevelgem (DNF), Dwars door Vlaanderen (76.) und der Flandern-Rundfahrt (109.) sprachen nicht unbedingt für Jungels.
Danach ging es in die Heimat. Der Grund? "Ich war ziemlich kaputt", erklärte er im Interview mit dem Tageblatt. "Ich war nicht krank, sondern einfach nur müde. Ich habe es für ein paar Tage ruhig angehen lassen." Bei seiner Rückkehr auf die Strecke präsentierte er sich von seiner souveränen Seite – und glänzte als Helfer von Magnus Sheffield.
Bis in die Schlussphase des Flèche Wallone hielt sich der Routinier im immer kleiner werdenden Peloton, selbst an der Mur de Huy ließ Jungels nicht locker. Als die Ausreißer gestellt waren, war auch der Ineos-Neuzugang beteiligt. Am Ende kämpfte sich Jungels als 44. über die Ziellinie und stellte damit unter Beweis, dass in den schwierigen Momenten auf seine Qualitäten Verlass ist.
Gemeinsam mit Teamkollege Tobias Foss (links) wagte Bob Jungels den Sprung nach vorn. | Foto: Cor Vos
Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wagte er gemeinsam mit Teamkollege Tobias Foss einen Ausflug nach vorne, um die zwischenzeitlich enteilten Ausreißer einzufangen. Nach 50 Kilometern vor dem Peloton wurde das Duo jedoch eingefangen, Jungels gab letzten Endes auf.
Es folgten weitere Auftritte mit Ergebnissen in den Top 30 bei der Tour de Suisse, Ende Juni krönte er sich darüber hinaus zum 14. Mal in seiner Karriere zum Luxemburgischen Meister. Dann folgte jedoch der Dämpfer: Bei der Tour de France 2025 verzichtete Ineos auf die Dienste von Jungels. "Nicht nominiert zu werden, war eine Enttäuschung", erinnerte er sich. "Das war mein Hauptziel für das Jahr. Es war für mich wirklich nicht einfach."
Jungels steckte seinen Kopf jedoch nicht in den Sand und brach bei der Tour of Austria (2.1) den Bann. Auf der finalen Etappe rund um Feldkirch krönte er ein 40-Kilometer-Solo mit seinem ersten Sieg seit drei Jahren. Damals hatte er auf der 9. Etappe der Tour de France 2022 triumphiert, nun kam Jungels endlich wieder auf den Geschmack eines Sieges abseits der Nationalen Meisterschaften. "Der Sieg war die Kirsche auf dem Kuchen", blickte er auf eine erfolgreiche Österreich-Rundfahrt zurück, bei der er in der Bergwertung einen starken dritten Platz belegte.
In Österreich stellte Jungels seine Qualitäten unter Beweis. | Foto: Cor Vos
Nach der Tour-Enttäuschung wurde Jungels in den Ineos-Kader für die Vuelta a Espana berufen, musste wenige Wochen vor dem Auftakt der letzten Grand Tour des Jahres jedoch einen Rückschlag einstecken. "Es war eigentlich ein blöder Sturz. Im Peloton ist jemand von hinten in mich reingefahren. Ich bin dann vorne über den Lenker geflogen und habe mir beim Aufprall das linke Handgelenk verstaucht", schilderte er den Vorfall auf der 3. Etappe der Polen-Rundfahrt. Für einige Tage trug er eine Schiene, der Verlust an Trainingseinheiten hielt sich aber in Grenzen.
Seinen Traum vom großen Triple – Etappensiegen bei allen drei Grand Tours – konnte sich Jungels anschließend aber nicht erfüllen. "Das wäre eine sehr wichtige Sache für mich. Das ist etwas, das nicht allzu vielen Fahrern in ihren Karrieren gelingt", meinte Jungels. "Wenn ich jeweils einen Etappensieg bei den drei Grand-Tours hätte, plus ein Monument, wäre das ein Palmarès, das sich sehen lässt. Darauf arbeite ich hin. Das ist mein persönliches Ziel."
Eine weitere Chance darauf bietet sich Jungels bereits im kommenden Jahr – auch dann in den Farben von Ineos Grenadiers.
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