RSNplusRSN-Rangliste, Platz 47: Tim Wafler

Sensationell Straßenmeister und die Nummer 1 auf der Bahn

Von Peter Maurer

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Tim Wafler jubelt über den Sieg bei den Nationalen Meisterschaften | Foto: Peter Maurer

23.11.2025  |  (rsn) - 2025 war ein Jahr, das dem Tim Wafler in Erinnerung bleiben wird. Überraschend gewann der Österreicher auf flachen Kurs die Nationalen Straßenmeisterschaften, wobei er als Kontinentalfahrer die versammelte Elite der Alpenrepublik schlug. Zudem blieb er auf der Bahn, seinem Lieblingsterrain, im Ausdauerbereich die Nummer 1 der Welt.

“Die Meisterschaften zu gewinnen ist nie leicht und auf der Straße ist das sicherlich einer meiner größten Erfolge. Das Meistertrikot zu gewinnen hat einen so großen Stellenwert und es ist selten, dass man als Kontinentalfahrer dort siegen kann“, berichtete der 23-Jährige, der 2024 sein Land bei den Olympischen Spielen im Omnium vertrat.  ___STEADY_PAYWALL___

Gemeinsam mit Tobias Bayer (Alpecin – Deceuninck) ging er auf den 170 Kilometern früh in eine Ausreißergruppe, die vom Feld nicht mehr gestellt wurde. Lediglich Felix Großschartner (UAE - Emirates - XRG) fuhr noch zu dem Duo vor, im finalen Sprint überraschte aber Wafler die zwei gestandenen WorldTour-Profis und sorgte für die große Sensation.

Ein Konti-Fahrer wird Straßenmeister – Wafler gelingt im Burgenland die Sensation | Foto: Peter Maurer

“Meine Saison ist hauptsächlich um die Bahn geplant, von dem her schaue ich eher, welche Straßenrennen als Vorbereitung taugen oder eben mal wie heuer als Highlight dienen können“, erklärte Wafler weiter. Da er der U23-Klasse entwachsen war, stand der Sommer daher in der Vorbereitung für die Titelkämpfe im Burgenland und nicht den U23-Europameisterschaften auf der Bahn, wo er in den letzten Jahren mehrmals Gold gewinnen konnte.

Der Außenseiter überrascht in der Hitzeschlacht

“Ich kannte den Kurs und hatte einen Plan, habe mich auch für heiße Temperaturen speziell vorbereitet. Die Hoffnung war, dass ich in eine Gruppe komme und dann um ein gutes Ergebnis sprinten kann. Dass es wirklich der Titel werden könnte, hätte ich selbst nie gedacht“, erinnerte er sich.

Als sich im Finale dann Großschartner und Bayer zu sehr beäugten, begann Wafler einen langen Sprint. Stück für Stück erhöhte er das Tempo und zog rund 200 Meter vor dem Ziel los. “Ich war mir nicht sicher, ob es reichen würde, erst auf den letzten zehn Meter wusste ich, sie kommen nicht mehr vorbei“, blickte er zurück zu jenem Moment, in dem er die Arme ausbreitete und jubelnd die Ziellinie überquerte

“Es war so surreal, fast schon geisteskrank, als ich das Trikot dann anziehen konnte. In der U17 bin ich mal Meister geworden, aber dann zu den Rennen zu gehen als Meister war schon richtig besonders“, erinnerte sich der Wiener, der  seine stärksten Ergebnisse auf der Bahn einfahren konnte.

Drei Mal Top Ten bei den Europameisterschaften auf der Bahn | Foto: Arne Mill/Cycling Austria

Auf eine gute EM folgte das Podium beim Nations Cup

Schon im Februar landete er bei den Europameisterschaften drei Mal in den Top Ten. “Leider klappte es nicht mit der Medaille, dennoch waren die Beine sehr gut und ich sammelte extrem viel Selbstvertrauen mit den Ergebnissen. Bei den Europameisterschaften konnte ich in jedem Rennen meine Akzente setzen“, so Wafler, der wenig später dann das Podium beim Nations Cup in Konya Dritter in der Elimination wurde.

“Auf der Bahn habe ich sicher einen weiteren Schritt gemacht, vor allem, weil ich auch viele Rennen gefahren bin. In Konya bin ich alle drei Disziplinen gefahren und im Madison lösten wir dort das WM-Ticket. Da wir 2024 bei der WM nicht dabei waren, war es nicht so einfach die Quali zu lösen“, berichtete Wafler

Auf der Bahn darf sich der Österreicher zu den besten der Welt zähle.n | Foto: Arne Mill/Cycling Austria

Vor den Weltmeisterschaften im Oktober musste Wafler eine Erkältung überstehen und fand deshalb in Chile nicht zur Topform. “Ich war nicht ganz fit, aber es ist auch nicht ganz alles aufgegangen, weswegen wir jetzt für die Europameisterschaften im nächsten Jahr wieder einen anderen Ansatz wählen werden. Auch aus den Misserfolgen heißt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so der junge Österreicher, den es 2026 nach vier Jahren beim Tirol KTM Cycling Team nun nach Deutschland ziehen wird.

Wohin genau, das wollte er noch nicht verraten: “Ich kann aber wieder mein Bahn-Programm gut in die Straßensaison integrieren. Das war mir wichtig und ich freue mich vor allem auch schon auf neue Rennen auf der Straße.“

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