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23.11.2025 | (rsn) – Auf einem absoluten Hoch schloss Bruno Keßler (Rembe – rad-net) die Saison 2024 ab. Er gewann bei der Bahn-WM mit seinen Teamkollegen die Bronzemedaille im Vierer, die erste für Deutschland seit 22 Jahren. Doch Ende Januar 2025 gehörte er zu den Unfallopfern, als ein Rentner auf Mallorca mit seinem Auto in die deutsche Trainingsgruppe fuhr. Es sollte nicht das einzige Tief für den 20-Jährigen bleiben, der sich aber wie ein Stehaufmännchen immer wieder zurückkämpfte.
Schon zwei Wochen nach dem Unfall auf Mallorca war Keßler wieder im Trikot des deutschen Bahn-Nationalteams im Einsatz. Zwar mussten die "WM-Bronzenen" auf einen Auftritt im Vierer verzichten, jedoch gelang Keßler beim Comeback gleich der fünfte Rang im Scratch-Rennen. “Damit war ich echt zufrieden, vor allem nachdem, was alles in den letzten Wochen passierte“, erzählte er gegenüber RSN. Schon zuvor hatte er in der Einerverfolgung eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt, nachdem er nur wenige Tage zuvor sein erstes Training nach dem Horror-Crash absolviert hatte.
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“Vor allem mental war es eine Herausforderung. Ich konnte das Unglück aber relativ schnell verarbeiten und du kannst sowieso nur nach vorne schauen“, erklärte er weiter. Nach dem Bahnauftakt ging es auf der Straße weiter, wo Keßler vor allem in Belgien und den Niederlanden auf sich aufmerksam machen konnte, etwa als Sechster der Youngster Coast Challenge in Koksijde sowie dem sechsten Gesamtrang bei der Olympia’s Tour.
Bruno Keßler unterwegs bei der Olympia’s Tour | Foto: Rembe – rad-net
Wie sehr ihm flachere Klassiker liegen, zeigte er dann beim Gran Premio della Liberazione in Rom, wo er nur vom Italiener Lorenzo Masciarelli (MBH Bank Ballan CSB) geschlagen wurde und im Sprint der Verfolger Rang zwei einfahren konnte. Nach einem dritten Etappenplatz bei einer kleineren Rundfahrt in Portugal, dem Grande Prémio Internacional Beiras e Serra da Estrela, ging es für Keßler zu den Deutschen Zeitfahrmeisterschaften, wo er in der U23 Gold gewann.
“Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich wusste, dass ich eine gute Platzierung in den Beinen habe und mit einer guten Performance eine Medaille möglich wäre, dass es aber so gut läuft, das dachte ich nicht“, erzählte Keßler, der in Ramstein mit 16 Sekunden vor Louis Leidert (Lidl – Trek Future Racing) und 23 Sekunden vor Paul Fietzke (Red Bull Bora – hansgrohe Rookies) den Titel gewann. Es folgten gleich zwei Stürze, einer im Trainingslager in Italien und einer bei einem Bahntraining in Dudenhofen, weshalb er sogar die Deutschen Meisterschaften auf der Bahn verpasste.
Mit seinem Team am Start der Youngster Coast Challenge | Foto: Rembe – rad-net
Dennoch präsentierte Keßler sich bei den Europameisterschaften stark, holte jeweils EM-Silber im Madison und in der Teamverfolgung. Bei der Tour de l’Avenir Ende August konnte er sich auf zwei der leichteren Etappen gut zeigen, belegte dort die Plätze 15 und 12 und fuhr das brettschwere Etappenrennen sogar aus.
Ein letztes Saisonhighlight sollten dann für Keßler die Weltmeisterschaften auf der Bahn werden, doch diese verpasste er krankheitsbedingt. Wo es für ihn 2026 hingeht, wollte der junge Athlet noch nicht verraten, sein Team Rembe – Rad-Net wird er aber verlassen.
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