RSNplusRSN-Rangliste, Platz 51: Lucas Carstensen

Ein durchwachsenes Jahr zwischen den Welten

Von Arthur Lenné

Foto zu dem Text "Ein durchwachsenes Jahr zwischen den Welten"
Zurück in Deutschland: 2025 fuhr Lucas Carstensen für das Team Storck - Metropol Cycling | Foto: Storck - Metropol

21.11.2025  |  (rsn) - Ein Jahr voller Höhen und Tiefen liegt hinter Lucas Carstensen. Nach mehreren erfolgreichen Jahren in Asien kehrte der Sprinter 2025 nach Deutschland zurück und fuhr für das Team Storck - Metropol Cycling. Doch das Jahr verlief anders als geplant und war geprägt von Krankheiten, Reisestrapazen und kuriosen Rennen. Nun zieht es ihn zurück nach Asien.

Die Saison 2025 war für Carstensen eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Nach zwei Jahren in Thailand für das Roojai Online Insurance Team, entschied er sich für einen Wechsel zum deutschen Kontinental-Team Storck - Metropol Cycling. "Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und wir hatten als Team immer eine gute Zeit bei den Rennen", resümierte Carstensen gegenüber RSN das Jahr. ___STEADY_PAYWALL___

Sportlich lief es für den schnellen Mann aus Hamburg jedoch durchwachsen. "Ich war mehrfach krank und kam eigentlich nie richtig in Fahrt", erklärte er. Das ständige Pendeln zwischen Europa und seinem Wohnsitz Thailand, verbunden mit Jetlag und Reisestrapazen, forderte seinen Tribut.

Erfolgreich im Chaos: Vier Etappensiege sicherte sich Carstensen bei der Tour du Cameroun. | Foto: Tour du Cameroun

Das sportliche Highlight der Saison war zweifellos die Tour du Cameroun im Juni. Mit vier Etappensiegen und dem Gewinn der Punktewertung zeigte Carstensen seine Klasse. Doch das Rennen in dem zentralafrikanischen Land war kaum als professioneller Radsport zu bezeichnen. "Solche Rennen sind mehr Abenteuer als Radrennen und der sportliche Wert ist natürlich ziemlich gering", ordnete er gegenüber RSN die Erfolge ein.

Er berichtete von kuriosen Vorkommnissen, wie einer plötzlich auftauchenden Ziellinie 500 Meter vor der im Roadbook angegebenen Marke oder einem einheimischen Fahrer, der sich am Auto des Fernsehteams festhielt. "Fast jeden Tag gab es kuriose Geschichten und es war zurückblickend sicherlich ein Rennen, an das ich mich mein Leben lang erinnern werde, mit professionellem Radsport hat es aber sehr wenig zu tun", so Carstensen.

Enttäuschung in Europa und die Rückkehr nach Asien

Die erhofften Erfolge in Europa blieben aus. Bei der Algerien-Rundfahrt zu Beginn des Jahres wurde er krank und quälte sich durch die Etappen. Auch die kleineren europäischen Rennen sorgten für Frustration. "Gerade die kleineren europäischen UCI Rennen sind organisatorisch weit unter dem asiatischen Level", kritisiert Carstensen gegenüber RSN. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und Rennen im vollen Verkehr trübten die Freude am Wettkampf.

"Darauf hab ich keine Lust mehr, mit 31 bin ich inzwischen auch 10 Jahre zu alt um mich für ein World Tour Vertrag zu empfehlen", so Carstensen im Gespräch mit RSN. Diese Erfahrungen führten zu dem Entschluss, Europa wieder den Rücken zu kehren. 2026 wird Carstensen für das japanische Team Kinan Racing Team fahren.

Ein kurzes Intermezzo: Nach nur einem Jahr in einem deutschen Team zieht es Carstensen zurück nach Asien. | Foto: Storck - Metropol

"Im Laufe der Saison hab ich gemerkt, dass ich nicht mehr in Europa fahren will. In Asien zu leben und für ein europäisches Team zu fahren macht einfach wenig Sinn", erklärte er seine Entscheidung. Neben der besseren Organisation lockt auch die finanzielle und infrastrukturelle Ausstattung der asiatischen Teams. "Finanziell und infrastrukturell ist es denke ich eines der besten KT Teams der Welt", freute sich Carstensen auf seinen neuen Arbeitgeber.

Die Saison 2025 endete für den Hamburger bereits im September, die Off-Season ist längst vorbei und die Vorbereitung auf das neue Jahr läuft auf Hochtouren. Die rennfreie Zeit nutzte Carstensen vor allem, um "einfach mal zuhause zu sein". Zudem baut er sich bereits ein zweites Standbein für die Zeit nach der Karriere auf. Viel Zeit für Hobbys bleibt da nicht, aber für eine Abkühlung am lokalen Wasserfall nach dem Training in der thailändischen Hitze reichte es allemal.

Mehr Informationen zu diesem Thema

31.12.2025Die Radsport-News-Jahresrangliste der Männer 2025

(rsn) – Es ist inzwischen RSN-Tradition. Und auch wenn sich mit Christoph Adamietz der Vater der Idee vor einem Jahr aus unserem Autoren-Team verabschiedet hat, so soll diese Tradition fortgesetzt w

31.12.2025Lipowitz: “Meine Werte waren bei Dauphiné besser als in der Tour“

(rsn) – Erleichtert wirkt Florian Lipowitz, als er am späten Nachmittag des 10. Dezember die Halle der Central Studios in Binissalem auf Mallorca verlässt. In den letzten drei Stunden musste der 2

31.12.2025Die Strassacker-Trophäe zur RSN-Jahresrangliste 2025

(rsn) – Seit inzwischen 18 Jahren blicken wir von radsport-news.com in Form unserer RSN-Jahresrangliste auf die Saison der Radprofis aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz zurück u

30.12.2025Eine konstante Tour mit Platz fünf gekrönt

(rsn) – Vor der Tour de Suisse ließ Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale)  mit seinem Ziel aufhorchen, die Tour de France unter den besten Fünf der Gesamtwertung abschließen zu wollen -

29.12.2025Von UAE-Stars und eigenem Anspruch zu Höchstleistungen gepusht

(rsn) – Es war erst sein zweites Profijahr und Jan Christen hat bereits fünf Profisiege auf seinem Konto. Dazu rangiert der 21-Jährige als bester Schweizer bereits auf Rang 52 der Weltrangliste. D

28.12.2025WM-Tiefpunkt kann Freude über “bestes Jahr“ nicht trüben

(rsn) – Auftakt in Australien, zum Abschluss noch Japan: Mauro Schmid (Jayco – AlUla) hat im Grunde die längste Saison hinter sich, die der internationale Rennkalender hergibt. Weil er zwischendu

27.12.2025Als Tudor-Aushängeschild deutlich hinter den Erwartungen zurück

(rsn) – Zunächst schien es so, als hätte sich zwar das Outfit von Marc Hirschi geändert, ansonsten aber nur wenig. Der zur Saison 2025 von UAE – Emirates zu Tudor gewechselte Schweizer gewann a

26.12.2025Ziel nach starkem Jahr: “Die zweiten Plätze in Siege umwandeln“

(rsn) – Das sei verraten: So weit vorne wie Max Kanter (XDS – Astana) landete in der RSN-Jahresrangliste 2026 kein anderer deutscher Sprinter. Das liegt zum einen daran, dass lange Zeit dominieren

25.12.2025“Harzige Saison“ ohne Sieg und Tour, aber mit Doppelbronze

(rsn) – Stefan Küng ist sicher kein Legionär. Nach insgesamt sechs Jahren bei BMC sowie derer sieben bei Groupama – FDJ steht 2026 erst zum zweiten Mal in seiner Profilaufbahn ein Tapetenwechsel

24.12.2025Saisonziel erster Profisieg schon früh im Jahr erreicht

(rsn) – Fabio Christen stammt aus einer radsportbegeisterten Familie. Der ältere Bruder von Jan Christen (UAE Emirates – XRG) hat bei Q36.5 Pro Cycling seine sportliche Heimat gefunden und ver

23.12.2025Unscheinbare Größe mit starker Saison und viel Grund zum Jubeln

(rsn) – 29 Saisonsiege durfte Felix Großschartner in der Saison 2025 mit seiner Mannschaft feiern und erstmals seit 2021 war auch ein eigener erster Platz außerhalb von Österreichischen Meistersc

21.12.2025Einen Schritt hinter den Schnellsten - aber der Tour-Traum lebt

(rsn) – Ein Jahr ohne Sieg – das kann für einen Sprinter nicht zufriedenstellend sein, räumte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) unumwunden ein. Zumal 2025 die erste Saison seit 2015 war, in der

Weitere Radsportnachrichten

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

08.01.2026Titelverteidiger Plapp fährt hinterher: Vine ist neue Zeitfahrmeister Australiens

(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zum australischen Zeitfahrmeister gekrönt. Der 30-Jährige fuhr in Perth, wo auch die Straßenrennen ausgetragen

08.01.2026Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours

(rsn) – Der Schweizer Rennstall Tudor Pro Cycling hat am Mittwoch im spanischen Moraira etwas östlich von Calpe an der Costa Blanca seinen Medientag vor der Saison 2026 abgehalten. Und Miteigentüm

08.01.2026Nach starker Saison startet erneut die Jagd auf den “Heiligen Gral“

(rsn) – Sechs Neuverpflichtungen nahm FDJ - Suez für das Jahr 2025 unter Vertrag und krempelte das Team damit maßgeblich um. Vom siebten Platz 2024 arbeitete sich die französische Mannschaft zum

07.01.2026Simon Yates beendet Karriere

(rsn) – Der amtierende Giro-Sieger Simon Yates hat am Mittwochmittag völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung seine Karriere beendet. “Ich habe die Entscheidung getroffen, mich vom profess

07.01.2026Pidcock und Pinarello-Sextett zieht es nach Chile

(rsn) – Dass Radsportler vor Saisonbeginn ins Höhentrainingslager ziehen, ist nichts Besonderes. Dass ein Septett von Pinarello einen Monat nach Südamerika reist, ist dann aber doch sehr ungewöhn

07.01.2026Roodhooft: Van der Poel “war einfach so, wie er sein musste“

(rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Ma

07.01.2026Die Hoffnung auf Healy und Highlights

(rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Rankin

06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM

(rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I

06.01.2026Diese WorldTour-Profis haben noch keinen Vertrag für die neue Saison

(rsn) – Das neue Jahr hat begonnen, doch noch immer stehen einige WorldTour-Profis ohne neuen Vertrag da. Nicht alle Fahrer, die 2025 noch in der Elite-Liga des Radsports angestellt waren, werden

06.01.2026Chirurg erwartet drei Monate Pause für van Aert

(rsn) - Ludovic Robeet kann seine Karriere als Radprofi fortsetzen. Der Belgier in Diensten von Cofidis, der im September 2025 einen Schlaganfall erlitten hatte, teilte die guten Nachrichten via Insta

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)